Neue Kita öffnet erst im Sommer

Das Familienzentrum im Baugebiet An den Hecken kann seinen Betrieb erst im Sommer 2021 aufnehmen.
 
Vor allem die Corona-Epidemie hat beim Bau des Familienzentrums zu Verzögerungen geführt.

Der Bau des Familienzentrums in der Südstadt verzögert sich um etwa ein halbes Jahr

Burgdorf (fh). Beim neuen Familienzentrum im Baugebiet An den Hecken kommt es zu weiteren Verzögerungen. Nach letztem Planungsstand sollte die Einrichtung mit drei Kindergarten- und zwei Krippengruppen Anfang 2021 an den Start gehen. Doch dieser Termin kann nicht eingehalten werden: Die Fertigstellung verschiebt sich noch einmal um etwa ein halbes Jahr, sodass die Kita am verlängerten Peiner Weg den Betrieb voraussichtlich im Sommer 2021 aufnehmen wird. Das geht aus dem neuesten Quartalsbericht des Projektmanagements hervor. Außerdem sind demnach auch die Baukosten noch einmal leicht gestiegen und belaufen sich jetzt auf insgesamt etwas mehr als 5,4 Millionen Euro.
Der neuerliche Verzug ist laut dem Bericht vor allem der Corona-Epidemie zuzurechnen. So seien die Handwerksbetriebe teilweise mit kleineren Teams im Einsatz, um das Infektionsrisiko zu senken. Abstands- und Hygieneregeln erschwerten die Abläufe auf der Baustelle zusätzlich. Außerdem habe die Epidemie zu längeren Lieferzeiten einiger Bauteile geführt. Auch die Abstimmung mit den Betrieben sei eingeschränkt, weil einige nicht mehr zu erforderlichen Gesprächen erschienen seien. Weitere Verzögerungen resultierten daraus, dass einige Bauleistungen mangelhaft erbracht worden seien und die Fehler nun zunächst behoben werden müssten.
Auch in der Vergangenheit ist bei dem Projekt schon einiges schief gelaufen: Eigentlich sollten die dringend benötigten Betreuungsplätze, 75 im Kindergarten- und 30 im Krippenbereich, bereits Mitte 2019 zur Verfügung stehen. Doch im Dezember 2018 trennte sich die Stadt von dem Architekten, den sie im Jahr zuvor mittels eines Wettbewerbs ausgewählt hatte. Er sei nicht in der Lage gewesen, eine verwertbare Ausführungsplanung vorzulegen und die Zusammenarbeit mit ihm sei schleppend verlaufen, hieß es zur Begründung. Stattdessen beauftragte die Verwaltung nun das Burgdorfer Büro Höhlich und Schmotz und teilte zugleich mit, dass mit der Fertigstellung erst Ende 2020 zu rechnen sei. Doch nun ist klar, dass auch daraus nichts wird.
Im Laufe der Jahre sind auch die Kosten massiv angestiegen. Bereits 2014 hatten die Kommunalpolitiker den Bau einer neuen Kindertagesstätte in der Südstadt beschlossen, zwei Jahre später votierten sie dafür, die Einrichtung als Familienzentrum zu konzipieren, um Angebote für Kinder, Familien, junge und alte Menschen zu bündeln. Damals schätzte die Stadt die Gesamtkosten auf 3,4 Millionen Euro.
Wegen der Verzögerungen, des Architektenwechsels und steigender Bauosten ließ sich diese Summe nicht halten. Im Doppelhaushalt 2019/20 wurden deshalb bereits 4,8 Millionen Euro veranschlagt, über den Nachtragshaushalt für 2020 stellten die Politiker weitere 500.000 Euro bereit. Nun räumt die Verwaltung im Quartalsbericht des Projektmanagements ein, dass sie zusätzlich 140.000 Euro benötige, die sie aber aus anderen Haushaltspositionen decken könne. Unterm Strich belaufen sich die Kosten damit auf rund 5,4 Millionen Euro.
Durch die neuerlichen Verzögerungen müssen 105 Kinder nun noch ein halbes Jahr länger auf einen Betreuungsplatz warten, wenn die Familien nicht kurzfristig eine Alternative finden. „Für die Eltern ist das eine Katastrophe. Es tut mir unendlich leid für sie“, sagt Birgit Meinig. Sie ist Pädagogische Leiterin der Kindertagesstätten im Kirchenkreis Burgdorf, der auch die Trägerschaft des Familienzentrums übernimmt. Dass der Fertigstellungstermin nicht gehalten werden kann, habe auch sie selbst kalt erwischt: „Es ist sehr schade. Wir sind motiviert und wollen endlich loslegen!“
Außerdem sei die Mitarbeitersuche bereit angelaufen. „Erst als wir die Stellen schon ausgeschrieben hatten, haben wir von den Verzögerungen erfahren“, so Meinig. Nun wolle sie das Verfahren nach Möglichkeit trotzdem durchziehen und mit den Bewerbern spätere Einstiegstermine vereinbaren. „Wenn wir das jetzt stoppen und neu aufrollen würden, würde das erhebliche Mehrkosten verursachen“, begründet sie. Außerdem habe es auch Vorteile, wenn das Team bereits weitgehend stehe. „Das erleichtert die Vorbereitungen und wir können dann etwas schneller reagieren, wenn der Bau endlich fertig ist“, erläutert sie.