Neue Kabinen und Duschen

Der Leiter der TSV-Fußballsparte Dirk Bierkamp bittet um Spenden für den geplanten Neubau. Es soll ein Trakt mit Umkleiden und Duschen an das Clubheim "Tribüne" angebaut werden - dort wo bisher die Grillhütte steht.
 
In den Gemeinschaftsduschen hat sich an Decken und Wänden Schimmel gebildet.

Fußballer der TSV Burgdorf planen Anbau an das Clubheim im Stadion / Sparte sammelt Spenden für das Projekt

BURGDORF (fh). In wenigen Wochen sollen die ersten Bagger in das Stadion an der Sorgenser Straße rollen. Denn direkt neben dem Clubheim "Tribüne" wollen die Fußballer der TSV Burgdorf einen neuen Trakt mit sechs Kabinen und drei Gemeinschaftsduschen bauen. Der Spartenvorsitzende Dirk Bierkamp rechnet dafür mit Gesamtkosten von 400.000 Euro. Einen Teil davon will er jetzt über Spenden und die Unterstützung von Sponsoren einwerben.
Die bisherigen Duschen und Kabinen auf der gegenüberliegenden Seite unter dem JohnnyB. sind in die Jahre gekommen. Der Putz bröckelt von den Wänden und weil sich die Räume schlecht belüften lassen, hat sich an der Decke und an den Fliesen Schimmel gebildet. "Außerdem sind mehrere Duschen kaputt. Und Ersatzteile bekommen wir nicht mehr, weil sie so alt sind", schildert Bierkamp. Eine grundlegende Sanierung hätte nach seiner Berechnung etwas mehr als 100.000 Euro gekostet.
Warum hat sich die Sparte trotzdem für den deutlich teureren Neubau entschieden? "Wir benötigen dringend mehr Platz", begründet Bierkamp. Die vorhandenen vier Kabinen reichten nicht mehr aus. "Vor allem an Samstagen müssen sich oft zwei Mannschaften eine Kabine teilen", so der Spartenvorsitzende. Der Grund: Von 2015 bis 2018 ist die Sparte von 229 auf 381 Mitglieder angewachsen; die Zahl der Herrenteams hat sich von zwei auf vier verdoppelt und statt vormals acht nehmen jetzt 13 Jugendmannschaften am Spielbetrieb teil.
Und Bierkamp führt noch ein weiteres Argument für den Neubau an: Obwohl die TSV-Fußballer ihr Clubheim "Tribüne" vor einigen Jahren umgebaut und erneuert haben, sei dort abends nicht viel los. "Wenn die Spieler geduscht haben und umgezogen sind, kommen sie nicht extra noch mal quer über den Platz. Erst recht nicht, wenn es schon dunkel ist und vielleicht auch noch regnet", so Bierkamp. Darunter litten auch die Kommunikation und der Zusammenhalt innerhalb der Sparte. Das solle sich ändern, wenn sich Umkleiden und Duschen künftig direkt neben dem Clubheim befinden.
Die Hälfte der benötigten 400.000 Euro haben die Fußballer bereits eingeworben: Aus der Stadtkasse erhalten sie 100.000 Euro, so der Beschluss der Ratspolitiker im Verwaltungsausschuss. Und noch einmal den gleichen Betrag steuert der Regionssportbund bei. "Das ist die Förderhöchstsumme. So viel würden wir wahrscheinlich nie wieder bewilligt bekommen. Denn da ist auch ein Teil der Strafzahlungen von VW aufgrund der Abgasmanipulationen enthalten", betont Bierkamp.
Zusätzliche Kredite will er für das Projekt nicht aufnehmen. "Wir haben noch knapp 100.000 Euro Schulden, die wir benötigt haben, um das Clubheim zu sanieren und Aschenplätze wieder herzurichten", so Bierkamp. Stattdessen setzt er auf Eigenleistungen der Mitglieder. "Unser Kassierer Wilhelm Schewe ist Maurermeister und wird einen großen Teil der Arbeiten in die Hand nehmen", so Bierkamp.
Das allein wird aber noch nicht ausreichen. Deshalb will die Sparte zusätzlich Spenden sammeln. Dafür verteilen sie Flyer und haben einen Aufruf bei Facebook gestartet. Wer den Neubau des Umkleidetraktes unterstützen will, kann für 200 oder 250 Euro einen sogenannten Superbaustein kaufen. "Das ist aber nur ein Vorschlag. Wir freuen uns natürlich über jede Spende, egal in welcher Höhe", betont Bierkamp.
Auch wenn also noch Geld fehlt, sollen die Bauarbeiten Mitte August beginnen. Das Bodengutachten ist bereits in Auftrag gegeben und ein Statiker ist bestellt. Denn die Förderzusage des Regionssportbundes gilt nur, wenn der Rohbau bis Ende dieses Jahres steht. Und auch die Sparte selbst hat ein Interesse daran, dass es schnell vorangeht. "Unter Ziel ist es, dass der Neubau zum Beginn der Saison 2020/21 fertig ist", so Bierkamp.