Neue Fahrradständer an den Bahnhöfen

In einer Nische zwischen Bahnhofsgebäude und Busbahnhof sollen Abstellplätze für Fahrräder entstehen.
 
Auf der Westseite sollen die Abstellmöglichkeiten erweitert werden. Dort will die Stadt zusätzlich 16 Fahrradbügel ohne Überdachung aufstellen.

Stadt will Förderanträge für die Bike-Offensive von Deutscher Bahn und Bundesumweltministerium stellen

Burgdorf (fh). Die Stadt will rund um die Bahnhöfe in Burgdorf, Otze und Ehlershausen zusätzliche Fahrradstellplätze schaffen. Und dank der Bike-and-Ride-Offensive kommt sie günstig dabei weg. Dieses Förderprogramm haben die Deutsche Bahn und das Bundesumweltministerium gemeinsam aufgelegt, um mehr Menschen zu motivieren, mit dem Fahrrad zum Bahnhof zu radeln und dann in den Zug zu steigen, anstatt die Wege mit dem Auto zurückzulegen.
Für alle geplanten Anlagen zusammen rechnet die Stadt Burgdorf mit Kosten in Höhe von rund 650.000 Euro. Weil sie die Maßnahmen vorfinanzieren muss, hat sie diese Summe in den Doppelhaushalt 2021/22 eingestellt. Doch sie bekommt das Geld später fast komplett zurück. Denn 90 Prozent der Baukosten steuert das Bundesumweltministerium bei. Die restlichen zehn Prozent müssen eigentlich die Kommunen selbst tragen - doch die Region Hannover hat sich dazu bereit erklärt, für ihre Städte und Gemeinden diesen Anteil zu übernehmen. Die Stadt Burgdorf muss sich deshalb lediglich mit rund 42.000 Euro an den Planungskosten beteiligen.
Nachdem die Kommunalpolitiker im Verwaltungsausschuss im Dezember grünes Licht dafür gegeben haben, will die Stadt Burgdorf nun die entsprechenden Verträge mit der Deutschen Bahn abschließen und die Förderung beim Bundesumweltministerium beantragen.

Bahnhof Burgdorf

Bereits Anfang dieses Jahres könnten die ersten neuen Fahrradanlagen auf der Ostseite des Burgdorfer Bahnhofs entstehen, wo der Bedarf nach Einschätzung der Stadt am größten ist. Weil es dort bisher an Alternativen mangele, würden viele Fahrräder an den Bäumen angeschlossen. Nun sollen in dem Bereich insgesamt 140 neue Abstellplätze entstehen.
In einer Nische zwischen Bahnhofsgebäude und Busbahnhof will die Stadt eine Doppelstockanlage aufstellen, bei insgesamt bis zu 24 Fahrräder in zwei Etagen übereinander geparkt werden könnten. Eine Überdachung ist dort nicht vorgesehen. An der gegenüberliegenden Straßenseite auf der kleinen Grünfläche neben dem Gasthaus am Bahnhof sollen weitere 60 Plätze in einer überdachten Doppelstockanlage und 56 Plätze ohne Dach in einer herkömmlichen Reihenanlage entstehen.
Auf der Westseite des Burgdorfer Bahnhofs ist die Situation schon jetzt deutlich entspannter. Zusätzlich zu dem abschließbaren Fahrradkäfig gibt es dort auch frei zugängliche Fahrradbügel, teils mit uns teils ohne Dach. Dort sollen jetzt noch 16 weitere Bügel mit Platz für 32 Fahrräder hinzukommen.

Bahnhof Ehlershausen

Besonders viel hat sich die Stadt an der S-Bahn-Station in Ehlershausen vorgenommen: Dort sollen zwei Sammelschließanlagen gebaut werden, die über ein elektronisches Zugangssystem genutzt werden kann: auf der Ostseite mit 72 Plätzen und auf der Westseite mit 48 Plätzen.
Außerdem soll die bestehende Anlage auf der Ostseite erneuert und erweitert werden. Das Dach ist noch intakt und kann erhalten bleiben, die Fläche will die Stadt aber neu pflastern und die Fahrradständer durch 36 neue Reihenbügel in Hoch-Tief-Stellung ersetzen lassen. Als Erweiterung soll auf der angrenzenden Fläche eine Reihenbügelanlage mit 30 zusätzlichen Plätzen ohne Überdachung aufgestellt werden.
Auch auf der Westseite der S-Bahn-Station in Ehlershausen soll die alte Abstellanlage ersetzt werden. Weil der Bedarf dort nach Einschätzung der Stadt besonders groß ist, favorisiert sie eine überdachte Doppelstockanlage. Auf zwei Etagen würden dort künftig 78 Fahrräder Platz finden. Darüber hinaus sollen am Bussardweg, wo sich bereits ein Fahrradkäfig befindet, soll zusätzlich eine Reihenbügelanlage mit zwölf Plätzen aufgestellt werden.

Bahnhof Otze

In Otze ist nur ein kleinerer Ausbau vorgesehen. Auf der Ostseite des Bahnhofs hat die Stadt keinen geeigneten Standort gefunden. Auf der Westseite gibt es bereits zwei Fahrradabstellanlagen mit Dach und Beleuchtung. Um das Angebot dort zu erweitern, sollen zwei zusätzliche überdachte Reihenbügelanlagen mit insgesamt 53 Plätzen gebaut werden.

Bau bis Ende 2022

Laut Förderrichtlinien müssen die Anlagen in spätestens zwei Jahren stehen. Die Stadt hat bereits einen groben Zeitplan vorgelegt: Für 2021 sind demnach die Arbeiten auf der Ostseite des Burgdorfer Bahnhofs sowie die Maßnahmen auf der Westseite des Bahnhofs Ehlershausen vorgesehen. 2022 sollen dann die Anlagen auf der Ostseite in Ehlershausen sowie in Otze folgen.
Planung und Umsetzung liegen zwar in der Verantwortung der Stadt Burgdorf: Doch bei der Bestellung von Fahrradbügeln, Dächern und Sammelschließanlagen können sie auf Rahmenverträge zurückgreifen, die die Deutsche Bahn europaweit ausgeschrieben hat. Die kleineren Maßnahmen will die Verwaltung durch eigenes Personal realisieren.