Neue Akzente im Altarraum

Mit einem neuen Antependium über dem Pult und einem neuen Wandbild im Hintergrund setzt die Paulus-Gemeinde Akzente. (Foto: Regina Seedorf/privat)
 
Im Laufe des Kirchenjahres werden Schals in unterschiedlichen Farben über das Antependium gehängt - im Advent zum Beispiel in Violett. (Foto: Regina Seedorf/privat)

Die St.-Paulus-Gemeinde hat ein Tuch für das Redepult und ein Wandbild anfertigen lassen

Burgdorf (r/fh). Im Paulus-Kirchenzentrum bietet sich den Besuchern während der Gottesdienste seit kurzem ein neues Bild: Denn die Gemeinde hat ein Antependium anfertigen lassen, also ein künstlerisch gestaltetes Stofftuch für das Redepult, sowie ein Wandbild, mit dem jetzt eine Tür an der Rückwand des Altarraums kaschiert wird. "Es wirkt so harmonisch, dass man schon nach kurzer Zeit das Gefühl hat, es wäre schon immer so gewesen", sagt die Vorsitzende des Kirchenvorstands Annegret Oelschlägel. Insgesamt hat die Umgestaltung rund 10.000 Euro gekostet, finanziert wurde sie überwiegend vom Kirchbauverein der Gemeinde.
Für die Auswahl der Elemente und die Abstimmung mit der Künstlerin haben sich die Beteiligten viel Zeit genommen. Bereits 2018 hatte der Kirchenvorstand beschlossen, sich nach einem neuen Antependium umzuschauen. Insgesamt sind danach rund zwei Jahre vergangen, bis es nun tatsächlich über dem Pult hängt. "Es war uns wichtig, dass die Gestaltung zur Architektur und zum Selbstverständnis der Paulus-Gemeinde passt", betont Oelschlägel.
Deshalb wurde Anfang 2019 eine Ausschreibung über das Haus kirchlicher Dienste gestartet und die Mitglieder des Kirchenvorstands schauten sich parallel auch im Internet nach passenden Künstlern und Werkstätten um und schrieben sie gezielt an. Anhand von eingereichten Skizzen kamen drei Textilwerkstätten in die engere Wahl. Sie schauten sich die Gegebenheiten vor Ort an und konkretisierten daraufhin ihre Vorschläge. Die Entscheidung wurde dann von einer Jury getroffen, der neben Pastor Matthias Paul und drei Mitgliedern des Kirchenvorstands auch ein Vertreter vom Haus kirchlicher Dienste angehörte.
Das fünfköpfige Gremium war sich schnell einig: Den Zuschlag bekam die Künstlerin Bettina Kammerer von der Werkstatt Knotenpunkt aus Baden-Württemberg. Nach ihrem Entwurf wurde das Tuch gefertigt. "Es ist sehr abstrakt und fügt sich farblich gut in den Kirchraum ein", begründet Oelschlägel. Etwas Verspieltes sei nicht in Frage gekommen. "Das würde einfach nicht zu uns passen", so die Vorsitzende des Kirchenvorstands.
Aber auch ohne konkrete Darstellung habe das Antependium eine große Aussagekraft. "Im Mittelpunkt befindet sich ein Licht, das Wärme und Hoffnung ausstrahlt", beschreibt sie ihre Wahrnehmung. Und komme noch ein besonderer Effekt zum Tragen: Die Paulus-Gemeinde wechselt das Tuch nicht wie andere Gemeinden im Laufe des Kirchenjahres aus, sondern hängt nur jeweils einen schmalen Schal in der entsprechenden liturgischen Farbe darüber - im Advent zum Beispiel in Violett. "Er verdeckt das Licht im Zentrum. Aber auch wenn es nicht immer zu sehen ist, ist es trotzdem immer da", erläutert Oelschlägel die Symbolik. Deshalb gefalle ihr auch besonders, dass der Trauer-Schal zwar schwarz sei, aber aus einem transparenten Stoff gefertigt, sodass das Licht dahinter durchschimmere.
Und auch bei den Schal-Farben sei die Gemeinde ihren eigenen Weg gegangen: Sie orientierten sich zwar an den liturgischen Farben , seien aber an die Gestaltung des Kirchenraums angepasst. "Das Rot geht zum Beispiel eher ins Orange und das Grün hat einen größeren Blau-Anteil", verrät die Vorsitzende des Kirchenvorstands.
Außerdem hat die Gemeinde ein Wandbild in Auftrag gegeben: Dafür hat die Werkstatt das Hohelied der Liebe ausgewählt und Text schlicht gestaltet, umgeben von einem Rahmen, indem sich das Muster des Antependiums wiederfindet. Das Wandbild kaschiert jetzt eine Tür an der Rückwand des Altarraums, die den Gesamteindruck gestört hätte. "Die Werkstatt hat sich aber technisch etwas einfallen lassen, sodass wir weiterhin flexibel bleiben, die Tür öffnen und durch die verschiebbaren Wände auch die Raumaufteilung verändern können", so Oelschlägel.