Nervenkitzel in Schottland

Svenja Stiegler hat kürzlich ihren ersten Thriller "Stille unter der Erde" veröffentlicht. (Foto: privat)

Die ehemalige Burgdorferin Svenja Stiegler hat ihren ersten Thriller veröffentlicht

Burgdorf (fh). Die Faszination für das Schreiben hat Svenja Stiegler schon gepackt, als sie in der Gudrun-Pausewang-Grundschule in Burgdorf das Alphabet kennenlernte und in ihrem Heft die ersten Wörter und Sätze zu Papier brachte. „Als Jugendliche habe ich dann Kurzgeschichten geschrieben und an Literaturwettbewerben teilgenommen“, erinnert sich Stiegler, die heute in Peine lebt. Jetzt hat die 41-Jährige ihr erstes eigenes Buch veröffentlicht. Der Thriller „Stille unter der Erde“ spielt in Schottland. Er handelt von einer jungen Frau, die sich auf die Suche nach ihrer verschwundenen Zwillingsschwester begibt und dabei selbst in große Gefahr gerät.
Die erste Idee dazu sei ihr gekommen, als sie 2010 die sogenannten Vaults in der schottischen Hauptstadt Edinburgh besichtigte. „Diese unterirdischen Gänge und Gewölbe sind ganz schön unheimlich, aber auch sehr faszinierend. Als ich da unten stand, war mir sofort klar, dass ich darüber ein Buch schreiben möchte“, sagt sie. Im Laufe der Jahre habe sie mehrere Anläufe genommen. „Aber ich habe gespürt, dass die Geschichte noch nicht so richtig funktionierte. Ich brauchte ein paar Tipps und vor allem professionelles Feedback“, erinnert sie sich.
Im Internet sei sie dann auf die Schriftstellerin Kirsten Harder gestoßen, die Coachings für angehende Autoren anbietet. Von ihr lernte Stiegler nicht nur das nötige Handwerkszeug für das literarische Schreiben, sondern fand auch einen ganz neuen Ansatz für ihr Buch. „Bis dahin hatte ich an einer Fantasy-Geschichte gebastelt. Aber obwohl ich ‚Herr der Ringe‘ und andere Bücher aus diesem Genre verschlungen habe, war das beim Schreiben nicht so meine Welt“, sagt sie rückblickend.
Stattdessen wagte sie sich nach intensiven Gesprächen mit Harder an einen Thriller heran. „Ich hatte gehörigen Respekt davor, weil dabei auch die Ermittlungsarbeit der Polizei eine Rolle spielt“, sagt sie. Und davon habe sie vorher nur eine vage Vorstellung gehabt. „Ich hatte deshalb Angst, ein unrealistisches Bild zu zeichnen oder sachliche Fehler zu machen“, gibt sie zu. Um das zu vermeiden, habe sie schließlich Kontakt zu einem Polizeibeamten aufgenommen. „Mit ihm habe ich mich ausführlich über den Fall und die einzelnen Ermittlungsschritte ausgetauscht“, betont sie.
Mittlerweile wolle sie gar nichts anderes mehr schreiben als Thriller. „Ich liebe den Rätselfaktor, sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben“, sagt sie. Was einen guten Thriller ausmacht? „Ich denke da immer an eine Szene aus dem Film ‚Die Vögel‘, in der sich hinter der Heldin auf einem Klettergerüst Vögel zusammenrotten. Als Zuschauer will man ihr die ganze Zeit zurufen: Dreh dich doch mal um“, beschreibt Stiegler. Genau dieses Gefühl wolle sie auch beim Schreiben erzeugen.
So sehr sich Genre und Handlung im Laufe der Zeit verändert haben – es gibt doch auch einige Konstanten. „Meine Hauptfigur hat mich von Anfang an begleitet und ist mir richtig ans Herz gewachsen. Deshalb war für mich schnell klar, dass ich sie von der Fantasy-Geschichte mit in den Thriller nehme“, sagt Stiegler. Und Schauplatz der Geschichte ist natürlich nach wie vor Edinburgh mit seinen seinen schaurigen Gängen und Gewölben.
Den Thriller „Stille unter der Erde“ hat Stiegler unter dem Pseudonym Anna Dugall im Selbstverlag veröffentlicht. Er ist als Taschenbuch für 12,99 Euro unter anderem bei der Buchhandlung Thalia, www.thalia.de, erhältlich. Beim Online-Händler Amazon ist er außerdem als E-Book verfügbar.

Die Autorin
Svenja Stiegler ist in Burg­dorf aufgewachsen und hat nach ihrem Studium in Hannover mit dem Fach Erwachsenenbildung ein Volontariat bei der Peiner Allgemeinen Zeitung (PAZ) absolviert. Jetzt lebt die 41-Jährige mit ihrem Mann in Peine und arbeitet hauptberuflich als medizinische Schreibkraft. Nach wie vor besucht sie regelmäßig ihre Eltern und Freunde in Burgdorf.