Nach dem verpatzten Herzschlagfinale wurde Ramlingens Elf erst einmal runderneuert

Die 1. Mannschaft des SV Ramlingen/Ehlershausen. (Foto: kd)

In dieser Saison soll ein erneuter Anlauf auf die Meisterschaft unternommen werden

RAMLINGEN (kd). Diesen Tag im Mai werden Trainer Kurt Becker und seine Spieler vom SV Ramlingen/Ehlershausen so schnell nicht vergessen. Am Sonntag, 31. Mai, war alles hergerichtet, um den Aufstieg in die Oberliga zu feiern. „Wir hatten zwar nichts geplant, doch sind wir erfahren genug, um eine Feier kurzfristig zu improvisieren“, verriet Kurt Becker.
Gebetsmühlenartig hatte Ramlingens Coach davor gewarnt, dass im Fußball alles möglich und nichts berechenbar ist. Bereits ein Unentschieden hätte dem SV Ramlingen/Ehlershausen in Sulingen zum Aufstieg in die Oberliga gereicht. Mit 62 Punkten führte der RSE vor dem letzten Spieltag der Fußnall-Landesliga die Tabelle vor dem VfL Bückeburg an, der 60 Punkte aufwies. Bereits ein Remis hätte den Ramlingern auf grund des besseren Torverhältnis womöglich gereicht. Doch es kam anders als gedacht.
Der Vfl Bückeburg hatte mit seinem Auftritt beim Tabellenvierten OSV Hannover zwar einen ebenso schweren Gang wie die Ramlingen bei ihrem Auftritt beim Tabellenfünften TuS Sulingen zu absolvieren, doch behielt die erfahrene Fahrstuhlmannschaft aus dem Schaumburger Land hingegen ihre Nerven und gewann ihre Begegnung beim OSV trotz eines 0:1-Halbzeitrückstandes noch durch zwei Tore in der 2. Halbzeit mit 2:1, während die Ramlinger ihre Nerven nicht in den Griff kriegten und am Ende sang- und klanglos mit 0:3 (0:1) untergingen.
Aus war der Traum vom Aufstieg für den RSE, der eigentlich nur noch Formsache war. „Wir wollen nun aber nicht alles in Schutt und Asche legen. Wer hätte noch vor Wochen gedacht, dass uns solch eine Aufholjagd gelingen würde, so dass wir uns einen Spieltag vor Saisonschluss an die Tabelle setzen konnten“, stellt Kurt Becker fragend in den Raum. „Von uns war doch gar nicht mehr die Rede, wenn die Mannschaften genannt wurden, die für den Titel in Frage kommen. Das Kapitel des missglückten Aufstiegs müssen wir jetzt aber abhaken und an die anderen Aufgaben denken, die vor uns liegen.“
Da ahnte der 61-jährige Ramlinger Cheftrainer noch nicht, dass seine Mannschaft auch beim PORTA-Pokalturnier bereits nach der Vorrunde durch zwei Niederlagen und nur einem Sieg die Segel streichen würde. „Eigentlich ist für uns das Erreichen des Halbfinales Pflicht“, gab Kurt Becker zu, der sich auch mehr erhofft hatte. Daher ist der MARKTSPIEGEL-Cup nach dem Event am gestrigen Freitag gegen den Bundesligisten Hannover 96 (Ergebnis lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor), eine gute Gelegenheit, um bei der Verteilung der Siegprämien nicht ganz leer auszugehen.
Daher wird die Landesligamannschaft des SV Ramlingen/Ehlershausen alles daran setzen, beim MARKTSPIEGEL-Cup in der Gruppe A in den Spielen auf der Anlage des Heesseler SV am Montag, 20. Juli, um 20 Uhr gegen SuS Sehnde, am Donnerstag, 23. Juli, um 20 Uhr gegen den FC Lehrte und am Donnerstag, 23. Juli, zum Abschluss gegen den Heesseler SV einen der beiden ersten Plätze in der Staffel A zu erreichen, die zum Weiterkommen und zum Einzug in das Halbfinale berechtigen.
Allerdings ist Kurt Becker nach den ersten Trainingseinheiten erst einmal damit beschäftigt, seine vermeintlich stärkste Formation zu finden. Immerhin hat sich der Kader der 1. Mannschaft erheblich verändert. Nicht mehr dabei werden mit Torhüter Bastian Meister (TSV Wettmar), Torjäger Marc-Robin Becker (Landesligaaufsteiger SC Poppenbüttel Hansastaffel Hamburg), Abwehrspieler Yilmaz Dag (Heesseler SV), den Mittelfeldspielern Önder Duyar (FC Lehrte) und Hans-Martin Schneider (Inter Burgdorf), Robert Hauk (Niedersachsen Döhren) sowie Abwehrspieler Marcel Ibanez (?) gleich sieben Spieler sein.
Den Abgängen stehen gleich zehn Neuzugänge gegenüber. Mit Goalgetter Dustin Reinhold, dem Stürmer Franklin Nnane und Marlon Pickert verstärken gleich drei Oberligaspieler von Arminia Hannover in Zukunft die Ramlinger Mannschaft. Mit Christian Schulz vom TuS Davenstedt und Andre Wessoleck von HSC Hannover wurden gleich zwei neue Bezirksligatorhüter neben dem derzeit verletzten Stammtorwart Marcel Maluck verpflichtet. Weitere Neuzugänge sind die Abwehrspieler Lennart Steinkuhl vom TuS Celle FC und Steven Melz vom Westfalenligaabsteiger SC Rot Weiß Maaslingen. Vom Landesligisten TSV Burgdorf kehrt Angreifer Emilio Ortega zum RSE zurück. Mit Benjamin Holze vom SV Bavenstedt wurde ein weiterer Stürmer verpflichtet. Schließlich schloss sich mit Patrick Jedre noch ein Spieler dem RSE an, der früher in Hoffenheim spielte, so dass Trainer Kurt Becker jetzt über einen Kader von 25 Spielern verfügt.