NABU-Neujahrsspaziergang zu den Bäumen im Stadtpark

Der NABU-Neujahrsspaziergang mit Ernst Schmidt, Rainer Stange und Dieter Kleinschmidt (Mitte v.li.) endete im Burgdorfer Stadtpark ganz "exotisch" am chinesischen Urweltmammutbaum (re.), der im Reich der Mitte erst 1941 entdeckt worden war. Foto: Georg Bosse

Fremdländische Gehölze sind in Burgdorf fest verwurzelt

BURGDORF (gb). Sie sind irgendwann aus ihren angestammten Lebensräumen Asien, Balkan und China, aus dem Kaukasus, Kleinasien, Nordamerika und Südeuropa immigriert und haben in Burgdorf feste Wurzeln geschlagen. Genauer gesagt im Stadtpark der Auestadt, der am vergangenen 1. Januar das Ziel des traditionellen Neujahrsspaziergang des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) Burgdorf, Lehrte & Uetze war. 
Dem grau-kühlen und nieselfeuchten Jahresauftakt trotzten gut 40 Personen, die sich auf dem Schützenplatz eingefunden hatten, um mit NABU-Vorstandsmitglied Ernst Schmidt in den Stadtpark zu spazieren und entlang des vom NABU initiierten Baumlehrpfades allerlei Interessantes und Überraschendes zu den dort kultivierten Gehölzpflanzen zu erfahren. Mit von der Partie waren auch der gelernte Baumschulgärtner Rainer Stange vom städtischen Gärtnerbauhof und NABU-Vizevorsitzender Dieter Kleinschmidt.
An der Kaukasischen Flügelnuss an der Auebrücke in der Poststraße angekommen, entzauberten Schmidt und Stange den Mythos, dass Efeu grundsätzlich eine Bedrohung für die Bäume sei. "Entgegen seines negativen Images entzieht der kletternde Efeu "seinem" Stützbaum nicht das lebensnotwendige Wasser und Nährstoffe. Dennoch behalten wir die hochwachsenden Efeupflanzen im Auge", betonte Rainer Stange. Er setzte hinzu, dass der Burgdorfer Gärtnerbauhof mit dem seit 20 Jahren bestehenden Baumkataster für die Pflege und zur Gewährung Verkehrssicherheit in den öffentlichen Grünanlagen gut aufgestellt sei. "Die Kooperation zwischen Gärtnerbauhof und NABU klappt gut", bestätigte Dieter Kleinschmidt.
Die Gruppe setzte ihren Weg fort und erfuhr von Ernst Schmidt, dass die große Stieleiche vor der "Alten Landratsvilla" (Rathaus II) mit der Pyramideneiche hinter dem Bürgermeisteramtssitz verwandt ist: "Die "Fastigiata", auch Säuleneiche genannt, ist eine Sonderform der Stieleiche." Auf der Strecke in Richtung Schwanenteich wurde ein kurzer Stopp am "letzten Stückchen Urwald", so Ernst Schmidt, eingelegt, wo ein gekappter Zuckerahorn in urwüchsiger Umgebung seinem natürlichen Kreislauf überlassen bleibt.
Am Amberbaum und an der Japanischen Blüten-(Zier-)Kirsche vorbei, ging es zu den Hängeweiden (früher Trauerweiden genannt) am Teich, in dem sich zur Verblüffung aller eine Nutria (Biberratte) tummelte. Ein Unikat unter den zahlreichen, ehemals fremdländischen, Bäumen im Burgdorfer Stadtpark ist der nordamerikanische Eschenahorn, dem unweit des Teiches seine mitteleuropäische Heimat zugewiesen wurde. "Alle fremdländischen Gehölze sind hier bewusst angepflanzt worden, um den Park interessant zu machen", erklärte Ernst Schmidt. Richtig exotisch wurde es am Ende der Tour, als Ernst Schmidt die Neujahrsspaziergänger zu dem Urweltmammutbaum, der erst 1941 in China entdeckt wurde, sowie zum benachbarten Riesenmammutbaum führte. Beide sind nur einen Steinwurf vom nahen Spielplatz entfernt zu bewundern.