Musik im Zwiespalt

Über die Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach: Vortrag am 18. November beschäftigt sich mit den judenfeindlichen Passagen des Stücks

BURGDORF (r/fh). Wie kann man heute verantwortungsvoll mit der Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach umgehen? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Kirchenkantorei der St.-Pankratius-Gemeinde. Denn das Stück ist ein Höhepunkt protestantischer Kirchenmusik - doch zugleich kommt in ihm die Feindseligkeit gegen Juden zum Ausdruck, die im 18. Jahrhundert viele christliche Theologen teilten. Was also ist zu tun? Die problematischen Passagen des Stücks einfach ignorieren? Oder es lieber ganz vom Spielplan streichen?
Die Kantorei unter Leitung von Martin Burzeya hat einen anderen Weg gewählt. Am Sonntag, 15. März 2020, wird sie die Matthäus-Passion aufführen. Doch vorher regt sie dazu an, sich mit dem judenfeindlichen Hintergrund des Stückes zu beschäftigen. Zusammen mit dem Arbeitskreis Gedenkweg 9. November und dem Verein Begegnung – Christen und Juden lädt sie zu einem Vortrag über dieses Thema ein. Er beginnt am Montag, 18. November, um 19 Uhr in der St.-Pankratius-Kirche, Spittaplatz 1. Referent ist der freiberufliche Historiker Lars Fischer aus Berlin. Die Kantorei unterstützt den Vortrag mit Musikbeispielen, Bernd Grußendorf begleitet am Klavier und Janno Scheller singt beispielhafte Bass-Solopartien.