"Mühlen müssen sich schneller drehen"

Ortsbrandmeister Kenneth Brockmann (von rechts) und Stadtbrandmeister Dennis-Frederik Heuer ernennen Andrea Licht zur Ersten Hauptfeuerwehrfrau, Jörg Peter Licht zum Hauptlöschmeister und verleihen dem Stadtsicherheitsbeauftragten Kay-Uwe Klitzke die silberne Feuerwehrehrennadel der Feuerwehrunfallkasse. (Foto: Feuerwehr Hülptingsen)
 
Bürgermeister Armin Pollehn sicherte zu, den Ursachen für die Verzögerungen beim Neubau eines Feuerwehrhauses auf den Grund zu gehen. (Foto: Feuerwehr Hülptingsen)

Ortsbrandmeister Kenneth Brockmann fordert bei der Jahreshauptversammlung in Hülptingsen Fortschritte beim Bau eines neuen Feuerwehrhauses

HÜLPTINGSEN (r/fh). Eigentlich hätte Ortsbrandmeister Kenneth Brockmann für die Jahreshauptversammlung der Hülptingser Feuerwehr fast noch einmal seine Rede vom vergangenen Jahr hervorholen können. Zumindest was seine Herzensangelegenheit, die Forderung nach einem neuen Feuerwehrhaus angeht. „Ein gut ausgestattetes Gebäude ist nicht nur dafür da, damit die Fahrzeuge trocken stehen. Es ist auch Motivation", betonte er. Und zwar sowohl für die aktiven Feuerwehrleute als auch zur Anwerbung von Neumitgliedern.
Zwar sind sich Politik und Verwaltung einig, dass ein Neubau in Hülptingsen dringend erforderlich ist. Doch zuletzt sei es kaum noch vorangegangen, bemängelte Brockmann. Dabei habe er zu Beginn des vergangenen Jahres durchaus ein wenig Hoffnung geschöpft. "Es gab viele Gespräche und Schriftwechsel zu diesem Thema. Ich hatte tatsächlich den Eindruck, dass es nicht mehr lange dauern wird", sagte er rückblickend.
Doch sein Optimismus sei wieder geschwunden - denn passiert sei seitdem nichts und seit September herrsche wieder komplett Funkstille. „Auch, wenn sich die Mühlen der Politik immer etwas anders drehen als in der Privatwirtschaft, so müssen sie sich jetzt bei unserem Feuerwehrhaus nun etwas schneller drehen!“, forderte Brockmann. Bürgermeister Armin Pollehn sicherte ihm zu, sich darum zu kümmern und nachzufragen, welchen Grund es für die Verzögerung gibt.
Auch der Feuerwehrbedarfsplan, den der Rat im Dezember beschlossen hat, betont die Dringlichkeit eines neuen Feuerwehrhauses in Hülptingsen. Das rund 175 Seiten starke Papier ist aber noch aus einem anderen Grund von Bedeutung für die kleine Ortsfeuerwehr: Denn die Firma Forplan, die den Bedarfsplan im Auftrag der Stadt erstellt hat, kommt zu dem Ergebnis, dass die Burgdorfer Feuerwehren schneller werden müssen. Es geht dabei zwar nur um ein bis zwei Minuten - trotzdem hat das Stadtkommando daraus bereits Konsequenzen gezogen und unter anderem die Zugeinteilung geändert.
Demnach bilden die Hülptingseer nun einen Zug mit der Ortsfeuerwehr Dachtmissen. Außerdem sollen sie künftig die nahegelegene Burgdorfer Südstadt auch schon bei den kleineren Einsätzen mit anfahren, die bisher meist von der Ortsfeuerwehr Burgdorf alleine übernommen wurden. "Ein langer Einsatzweg und eine entsprechende Wartezeit für diejenigen, die auf Hilfe warten", so Brockmann, der die Änderung deshalb begrüßte. Allerdings sei sie noch nicht umgesetzt, weil die Leitstelle in Hannover sie noch nicht in ihr System hat einpflegen können.
Insgesamt haben die 34 Aktiven der Hülptingser Ortsfeuerwehr im zurückliegenden Jahr 20 Einsätze absolviert, darunter acht Brände und vier technische Hilfeleistungen. Auch im Rahmen des ABC-Zuges Region Hannover Ost sind die Hülptingser viermal ausgerückt. Das brachte ihnen auch ihren längsten Einsatz im Jahr 2019 ein: Ende September wurden sie zu einem Gefahrgutunfall auf der A2 im Landkreis Uelzen gerufen, wo sie zehn Stunden am Stück mithalfen.
Insgesamt haben die Hülptingser Feuerwehrleute 2019 rund 3.130 Stunden geleistet. Zusätzlich zu den Einsätzen, Übungsdiensten und Lehrgängen unterstützt die Hülptingser Feuerwehr aber auch aktiv das Dorfleben, beispielsweise beim Osterfeuer, Schützenfest, der Müllsammelaktion und beim Laternenumzug.
Auch neue Dienstgrade wurden bei der Jahreshauptversmmlung Anfang Februar verliehen: So wurde Jörg Peter Licht zum Hauptlöschmeister und Andrea Licht zur Ersten Hauptfeuerwehrfrau ernannt. Außerdem erhielt der Stadtsicherheitsbeauftragte Kay-Uwe Klitzke die silberne Feuerwehrehrennadel der Feuerwehrunfallkasse. Kenneth Brockmann freute sich aber nicht nur über diese Früchte eines langjährigen Engagements in der Feuerwehr, sondern auch über drei neue Mitglieder, die 2019 in die Einsatzabteilung eingetreten sind. "Sie haben sich zum Glück auch nicht von den desolaten Zuständen im Feuerwehrhaus abschrecken lassen, die wahrlich kein Aushängeschild sind", so der Ortsbrandmeister.