Mit Solaranlage und Blockheizkraftwerk

Auf dem Grundstück der St.-Nikolaus-Gemeinde, hinter der Kirche, Im Langen Mühlenfeld 19, soll eine katholische Kita entstehen.

Infoabend zum Energiekonzept der katholischen Kita der St.-Nikolaus-Gemeinde / Baubeginn der Einrichtung verschiebt sich

BURGDORF (fh). Eigentlich sollten die Bagger schon in diesem Jahr auf das Grundstück der St.-Nikolaus-Kirche rollen. Die Gemeinde will dort eine katholische Kindertagesstätte (Kita) bauen. Doch ganz so schnell wie gedacht, geht es doch nicht. "Es wird sich vermutlich alles um etwa ein Jahr verzögern", kündigt Norbert Gebbe vom Planungsteam an. Demnach könnte der Bau dann im nächsten Jahr beginnen und die Einrichtung zum Kindertagesstättenjahr 2021/22 in Betrieb gehen. "An den Rahmenbedingungen hat sich nichts geändert: Wir haben das Grundstück, die Caritas Hannover steht als Betreiber zur Verfügung und die Stadt benötigt die Betreuungsplätze und ist an dem Projekt interessiert", so Gebbe.
Und wie ist es zu den Verzögerungen gekommen? "So ein Projekt braucht einfach seine Zeit. Letztlich passte unser Takt nicht mit demjenigen der Stadt zusammen", erläutert Gebbe. So seien die politischen Beschlüsse dann nicht mehr vor der Sommerpause gefallen. "Und jetzt steht natürlich erst einmal der Wechsel an der Verwaltungsspitze an", führt er fort. Deshalb habe sich die Gemeinde entschieden, nicht unnötig Druck zu machen, sondern lieber abzuwarten. "Unsere Planungen sind aber weit fortgeschritten; ein Architektenwurf liegt bereits vor", betont Gebbe.
Und mittlerweile gibt es auch schon konkrete Ideen für ein ökologisches Energiekonzept mit einer Solaranlage auf dem Kita-Dach und einem Blockheizkraftwerk, das mit Pellets betrieben wird. Dafür hat Gebbe die Kolping-Erneuerbare-Energie-Genossenschaft (KEEG) mit ins Boot geholt. Er selbst war vor zwei Jahren an deren Gründung auf Ebene des Kolping Diözesanverbandes Hildesheim beteiligt. Dabei fühlen sie sich der Haltung Adolph Kolpings verpflichtet, der sagte: „Die Nöte der Zeit werden Euch lehren, was zu tun ist!“ Zugleich beziehen sie sich auf die Aufforderung von Papst Franziskus zum Schutze der Schöpfung.
Ziel sei es, einen Beitrag zu leisten, um fossile durch erneuerbare Energien zu ersetzen. "Oft scheitern Solaranlagen an den hohen Kosten. Idee der Genossenschaft ist, dass sie zunächst in die Anlagen investiert und sie dann an den Nutzer, also in diesem Fall die Caritas, verpachtet", erläutert Gebbe. Ein Großteil des erzeugten Stroms solle in der Kita selbst verbraucht werden. "Das ist wirtschaftlicher, als ihn ins Netz einzuspeisen", erläutert Gebbe. Um den Eigenverbrauch möglichst noch weiter zu erhöhen, soll vor der Kita auch eine Strom-Zapfsäule für E-Autos aufgestellt werden.
Bei all diesen Überlegungen hat die Solaranlage einen entscheidenden Nachteil: Sie erzeugt nur im Sommer etwa sieben Monate über Strom. In den Wintermonaten soll deshalb ein eigenes Blockheizkraftwerk aushelfen, das mit Holzpellets betrieben wird und sowohl Wärme für Heizung und Wasser als auch Strom erzeugen kann. "So sind wir auch da von den fossilen Energieträgern weg", begründet Gebbe. Dieses Konzept ist bereits im Pilotprojekt beim Ferienparadies Pferdeberg bei Duderstadt erprobt worden.

Infoabend zum Energiekonzept

Die Kolpingsfamilie Burgdorf lädt zu einem Infoabend ein, um das Energiekonzept vorzustellen. Er beginnt am Donnerstag, 24. Oktober, um 19.30 Uhr im Pfarrheim, Im Langen Mühlenfeld 19. Klaus Bechtold, Vorstand der KEEG wird einen Vortrag halten.