Mit Pferdeflug und Kartoffelhacke

Beim Dreschefest veranschaulichen die Landwirte die mühsame Arbeit vergangener Zeiten. (Foto: Archiv/Georg Bosse)
 
Die Kinder können beim Dreschefest wieder selbst Kartoffeln einsammeln. (Foto: Archiv/Georg Bosse)

Schillerslage feiert am 15. September das Dreschefest und zeigt, wie sich die Landwirtschaft im Laufe der Jahrhunderte entwickelt hat

SCHILLERSLAGE (fh). Von der Kartoffelhacke bis hin zu einem einreihigen Pflug, der von einem alten Unimog gezogen wird: Beim Dreschefest in Schillerslage erleben die Besucher am kommenden Sonntag, 15. September, eine Zeitreise durch die Landwirtschaft unter dem Motto "Rund um die Kartoffel". Das Fest wird um 10 Uhr auf dem Platz nahe dem Feuerwehrhaus Schillerslage, Ecke Rapsfeld/Flachsfeld, mit einem Feldgottesdienst eröffnet. Dabei wird auch ein Kind getauft werden.
Danach beginnt dann ab etwa 11.15 Uhr die erste landwirtschaftliche Vorführung. Sie wird den kompletten Ablauf von der Vorbereitung des Ackers bis hin zur Ernte zeigen. "Am Anfang steht das Pflügen und Eggen. Danach wird dann der Dünger ausgestreut, sowohl mit Hand als auch mit einer von Pferden gezogenen Maschine", erläutert Heiner Wehr. Er ist Vorsitzender des Fördervereins der Ortsfeuerwehr Schillerslage (FOS), der das Dreschefest federführend organisiert.
Danach gehe es dann ans Roden, wobei die Besucher mehrere unterschiedliche Verfahren zu sehen bekommen. "Zunächst führen wir vor, wie mühselig die Knollen mit einer Kartoffelhacke aus der Erde geholt und von Hand eingesammelt wurden", erläutert Wehr. So werde den Zuschauern auch bewusst, welch ein Fortschritt der Einsatz eines von Pferden gezogenen Kartoffelpflugs für die Menschen gewesen sei.
Danach kommt auf dem Dreschefest ein Schleuderpflug zum Einsatz. "Sozusagen die Krone der Pferderodung", sagt Wehr. Er schleudere Kartoffel, Kraut und Erde zur Seite weg und trenne sie mithilfe eines Siebes voneinander. "Auch da mussten die Kartoffeln noch per Hand eingesammelt werden, aber sie lagen relativ lose oben auf, was eine enorme Erleichterung war", betont Wehr. Im letzten Schritt ist dann noch ein einreihiger Pflug zu sehen, der von einem alten Unimog gezogen wird. Mit diesem Übergang hin zur Maschinenkraft endet die Vorführung auf dem Dreschefest.
Der gesamte Ablauf wird etwa eineinhalb Stunden dauern. Nach einer Pause gibt es dann ab etwa 14.15 Uhr noch einen zweiten Durchgang. Und gegen 17 Uhr kommt der Schleuderpflug noch einmal zum Einsatz. Dann können dann die Besucher, vor allem die Kinder, selbst Kartoffeln einsammeln. Und zwar auf dem Feld, das Kinder der Astrid-Lindgren-Grundschule und einer Kita-Gruppe aus Schillerslage im Frühjahr bepflanzt haben. "So können Kinder jetzt die Kartoffeln ernten, die sie selbst gesetzt haben", sagt Wehr.
Für die Kinder gibt es auf dem Dreschefest übrigens noch viele weitere Angebote: Sie können sich auf der Strohburg austoben, Trecker fahren oder auf Ponys reiten. Außerdem bietet der Kindergarten im Aktionszelt Bastelaktionen und Spiele an. Es gibt einen Streichelzoo und ein Kinderschminken.
Am Dreschefest beteiligen sich viele örtliche Landwirte, Vereine und auch einzelne Schillerslager Familien. Sie versorgen die Besucher beispielsweise an den Essensständen. "Das breite Angebot an Speisen und Getränken stemmt das Dorf ganz ohne auswärtige Hilfe", sagt Wehrs stolz. Zur Auswahl stehen beispielsweise Kartoffelpuffer, Flammkuchen, Folienkartoffeln und Suppe aus der Gulaschkanone, dazu Bier und Wein ebenso wie alkoholfreie Getränke. Außerdem gibt es eine Milchbar, ein Kaffeezelt und frisch gebackene Waffeln. Weitere Infos sind auf der Internetseite www.dreschefest.de erhältlich.