(mit Gegendarstellung der Region Hannover): KRH-Aufsichtsrat plädiert für Klinik-Neubau im Osten der Region Hannover

Sie wollen eindeutig eher den großen zentralen Neubau als den Erhalt der beiden Krankenhäuser im Osten der Region: Der Aufsichtsratsvorsitzende des Klinikums Region Hannover, Hauke Jagau (v.l.), und von der Geschäftsführung Barbara Schulte (Finanzen), Dr. Matthias Bracht (Medizin) und Michael Born (Personal). (Foto: Renate Tiffe)

Ein Beitrag von Renate Tiffe - Bürger"dialog"information in Burgwedel am 1. Oktober und in Lehrte am 7. Oktober 2015

Zu dem nachstehenden Artikel erreichte uns am Mittwoch die nachstehende Gegendarstellung der Region Hannover:

"in der heutigen Ausgabe des Marktspiegels wird unter dem Titel „KRH-Aufsichtsrat plädiert für einen Klinikumsneubau im Regions-Osten“, Autorin Renate Tiffe, berichtet, dass sich der KRH-Aufsichtsrat mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Hauke Jagau für einen Neubau entschieden hätten bzw. dieser Variante den Vorzug geben. Das ist nicht richtig.
Richtig ist: Eine Arbeitsgruppe des KRH hat mehrere Varianten entwickelt. Die KRH-Geschäftsführung hat einen Neubau empfohlen. Weder der KRH-Aufsichtsrat noch der KRH-Aufsichtsratsvorsitzende haben dazu eine Festlegung getroffen oder eine Variante präferiert."
Vor dem Hintergrund, dass am 1. Oktober, in Burgwedel eine Informationsveranstaltung zu dem Thema stattfindet, ersuchte Chritina Kreutz, die Leiterin des Teams Kommunikation der Region Hannover ich darum, diese "Falschdarstellung" umgehend zunächst in der Online-Ausgabe des Marktspiegels zu korrigieren und dies auch in der nächsten Print-Ausgabe an diesem Wochenende richtig zu stellen.

Nachstehend hier nun der Ursprungsartikel, auf den sich die Gegendarstellung der Region Hannover bezieht (an der umstrittenen Textstelle ist in Klammern noch einmal ein Hinweis auf die Gegendarstellung der Region Hannover eingefügt):

BURGWEDEL/LEHRTE/REGION (ti). Eineinhalb Tage ist der Aufsichtsrat des Klinikums Region Hannover (KRH) in Klausur gegangen, um über die Vorschläge der Geschäftsführung zur Zukunft der Krankenhäuser in Großburgwedel und Lehrte zu beraten. In einer Pressekonferenz in Garbsen, an der die drei Geschäftsführer des Klinikums teilnahmen, gab der Aufsichtsratsvorsitzende, Regionspräsident Hauke Jagau, jetzt das Ergebnis bekannt. Es läuft auf die Empfehlung für einen Neubau an einem noch unbekanntem Standort hinaus.
Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Ärzteschaft, der Pflege, des Betriebsrats, von Architekten und kaufmännischen Mitarbeitern der Kliniken Großburgwedel und Lehrte sowie externen Fachexperten hatte insgesamt vier Varianten für eine zukunftssichere medizinische Versorgung im Nordosten der Region erstellt. Als Variante 1 wurde der Neubau eines gemeinsamen Krankenhauses beschrieben, eines sogenannten Schwerpunktversorgers, der neben den bereits vorhandenen Fachbereichen die Behandlung von akuten Schlaganfällen und degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen vorsieht sowie den Ausbau von Kardiologie und Geriatrie. Bei Variante 2 sollte der Status quo erhalten bleiben, bei der 3. Variante sollte es um eine Grund-und Regelversorgung an beiden Standorten gehen. Ebenfalls beide Standorte wurden bei Variante 4 in Betracht gezogen. Danach sollte in Großburgwedel ein Neubau errichtet werden mit dem Versorgungsangebot wie Variante 1 mit Ausnahme der Dialyse, die in Lehrte bleiben sollte. Dort wurde eine Sanierung des Krankenhauses vorgeschlagen, das zusätzlich einen geriatrisch-internistischen Schwerpunkt erhalten soll.
Jagau ließ keinen Zweifel daran, dass Aufsichtsrat und Geschäftsleitung (diese Darstellung wird von der Region bestritten, siehe auch die voran gestellte Gegendarstellung, Anm.d.Red.) einen Neubau empfehlen werden. Abgeschlagen wurden die Varianten 2 und 3 bewertet. Es gehe um die Gesamtentwicklung des KRH, dem zehn Kliniken angehören, und um hohe Investitionskosten auf lange Sicht, bei denen das Land Niedersachsen mit helfen müsse, so Jagau. Die Erfahrung zeige, dass eine Förderung bei Neubauten leichter zu erhalten sei.
Sowohl über die Wahl des Standortes wie über die Kosten mochte Jagau keine Angaben machen. Zum Standort sagte er lediglich, dass die Lage und die Erreichbarkeit eine wesentliche Rolle spielten, weniger der Preis. Da sei er sicher, dass die Bürgermeister der drei infrage kommenden Kommunen und „auch Herr Baxmann in Burgdorf ein gutes Angebot“ machen könnten. Bei den Kosten ließ er sich lediglich zu einem Vergleich herbei, nach dem die Variante 4 geringfügig billiger kommen könnte.
Bei zwei Informationsveranstaltungen sollen die Vorstellungen des Aufsichtsrates den Bürgern schmackhaft gemacht werden. In Burgwedel findet die Versammlung am 1. Oktober um 18.30 Uhr in der Aula des Gymnasiums statt. Für Lehrte ist ein Termin am 7. Oktober, ebenfalls ab 18.30 im Kurt-Hirschfeld-Forum, Burgdorfer Straße 16, geplant.
Vorgesehen ist, dass der Aufsichtsrat im November seinen Beschluss fassen wird und dass im Dezember oder Januar die Regionsversammlung entscheiden soll.

Der KURZKOMMENTAR:
Erhaltungs-Variante "nur nebenbei"

Warum die Variante 4 mit dem Erhalt der Kliniken in Burgwedel und Lehrte in der Pressekonferenz quasi nur nebenbei mit abgehandelt wurde, ist hier vor Ort nicht leicht nachzuvollziehen. Bekannt ist seit längerem, dass die CDU-Fraktion in der Regionsversammlung und darüber hinaus für deren Erhalt eintritt. Aktuell hat sich auch die Regions-SPD hinter den Erhalt beider Krankenhäuser gestellt.
Abgesehen von den Standort-Egoismen vor Ort haben Großprojekte heutzutage nicht mehr immer den besten Ruf. Man braucht dafür nicht Deutschland-weite Projekte heranzuziehen. Auch die SiIoah-Klinik in Hannover, das Paradeobjekt der Region, kämpft, gelinde gesagt, noch immer mit (Anfangs?)Schwierigkeiten. Renate Tiffe