Mit dem Rad bis nach Uetze

Bisher müssen Radfahrer von Hülptingsen bis Altmerdingsen auf der Bundesstraße fahren. Bald soll hier ein Radweg entstehen.

Region will Lücke zwischen Hülptingsen und Altmerdingsen schließen / Weitere Verbindung zwischen Schwüblingsen und Dollbergen geplant

BURGDORF/UETZE (fh). Die Region Hannover will den Radverkehr stärken – und zwar nicht nur in der Landeshauptstadt, sondern gerade auch im Umland. „Unser Ziel ist es, alle größeren Nachbarorte miteinander zu verbinden“, stellt der Verkehrsdezernent der Region Hannover Ulf-Birger Franz in Aussicht. Deshalb soll auch der Radweg entlang der B188 verlängert werden, sodass er künftig durchgehend von Burgdorf nach Uetze führt beziehungsweise andersherum. Die Bauarbeiten könnten schon im nächsten Jahr beginnen.
Obwohl die rund zehn Kilometer zwischen den beiden Kommunen in einer halben Stunde gut mit dem Rad zu bewältigen wären, tut sich diese Strecke gegenwärtig fast niemand an: Denn zwischen Hülptingsen und Altmerdingsen gibt es bisher keinen separaten Weg für die Radfahrer; sie müssen dort die Bundesstraße nutzen, auf der die Autos mit 100 Stundenkilometern unterwegs sind. „Wer das mal ausprobiert hat, weiß, dass das lebensgefährlich ist“, schildert Andreas Fitz, Pressesprecher der Gemeinde Uetze.
Bürgermeister Werner Backeberg betont, dass das schon seit langem ein Thema sei. „Der Ortsrat Altmerdingsen hat das mindestens einmal im Jahr gefordert“, sagt er und fügt hinzu: „Ich bin mit Superlativen ja eigentlich recht vorsichtig. Aber wenn das jetzt tatsächlich klappt, wäre das ein echter Kracher.“
Und warum ist die Region dann nicht schon viel eher tätig geworden? „Radwege an Bundesstraßen fallen eigentlich nicht in unsere Zuständigkeit“, erläutert Verkehrsdezernent Franz. Finanziert würden sie vom Bund und gebaut von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Das Geld dafür sei zwar verfügbar, doch es fehle Personal, um die Projekte überall in Niedersachsen umzusetzen. Damit es trotzdem vorangeht, hat die Region dem Bund nun vorgeschlagen, Planung und Bau zu übernehmen – gegen vollständige Kostenerstattung. „Dieses Vorgehen ist eine absolute Premiere für uns“, betont Franz.
Zusätzlich zu diesem Projekt, das etwas aus dem üblichen Rahmen fällt, will die Region noch einen weiteren Radweg innerhalb der Gemeinde Uetze anlegen –und zwar entlang der Kreisstraße K132 zwischen Schwüblingsen und Dollbergen. Der Baubeginn ist für den Herbst geplant. Die Region veranschlagt dafür 1,3 Millionen Euro. Die Hälfte davon will sie selbst tragen, die andere Hälfte über Fördermittel des Bundesumweltministeriums finanzieren. Um dieses Projekt realisieren zu können, musste die Region zunächst noch Grundstücke entlang der Kreisstraße kaufen. „Das ist bereits abgeschlossen. Es kann also losgehen“, betont Franz.
Schon jetzt sind in der Region Hannover immer mehr Menschen mit dem Fahrrad unterwegs. Noch hat die Landeshauptstadt dabei zwar die Nase vorn, aber die Umlandskommunen haben zuletzt kräftig aufgeholt. So stieg der Radverkehrsanteil dort zwischen 2011 und 2017 von zwölf auf 14 Prozent, während er in Hannover bei 19 Prozent stagnierte. „Das liegt sicherlich auch an den E-Bikes und Pedelecs, mit denen man einfacher auch weitere Strecken zurücklegen kann. Damit wird das Radfahren trotz der weiteren Entfernungen auch auf dem Land attraktiver und alltagstauglicher“, sagt Franz. Durch den weiteren Ausbau von Radwegen wolle die Region diese Entwicklung unterstützen.