Mit 100 Stundenkilometern durch die Sporthalle

Hochkonzentriert lenkten die Fahrer aus dem In- und Ausland ihre Rennwagen durch den Parcours. (Foto: Sina Balkau)

200 Rennfahrer kamen zur Modellauto-WM nach Burgdorf

BURGDORF (sib). In Burgdorf trifft sich diese Woche die Rennfahrerelite – Schumi und Co waren es allerdings nicht, die sich in ihre Flitzer schwangen. Stattdessen gingen die 200 Weltbesten im Mini-Car-Sport bei der Modellauto-Weltmeisterschaft an den Start. Mit bis zu 100 Stundenkilometern rasten die Miniatur-Fahrzeuge durch die Sporthalle des Gymnasiums und auf der Onroadstrecke auf dem Vereinsgelände des Veranstalters, dem MAC Burgdorf.
Alle zwei Jahre findet eine Modellauto-Weltmeisterschaft statt, dieses Mal erhielt die Stadt Burgdorf überraschenderweise den Zuschlag, das Event auszurichten. Eigentlich war geplant, dass die WM in Südafrika stattfinden sollte, das hatte sich jedoch kurzfristig zerschlagen. Für den Modellautoclub (MAC) Burgdorf bedeutete das eine Menge Arbeit. „Normalerweise hat der Veranstalter zwei Jahre Vorbereitungszeit. Der MAC hat es geschafft, innerhalb eines halben Jahres hervorragende Bedingungen zu schaffen“, lobte Markus Fleischmann vom WM-Organisationsteam des Deutschen Mini-Car-Clubs.
Tatsächlich nahmen erstklassige Modellauto-Rennfahrer aus Deutschland, Japan, England, Schweden, Tschechien und den USA an der Meisterschaft teil. Einige davon brachten sogar ihr eigenes Team an Mechanikern mit, die für sie an den Rennwagen herumschraubten. Diese werden als Bausätze gekauft und verschlingen an die 1500 Euro, bis sie fahrbereit sind.
In zwei Klassen fahren die Teilnehmer um den Weltmeister-Titel. Los ging es am Sonntag mit den PanCars im Maßstab 1:12. Die 172 Millimeter breiten und maximal 450 Millimeter langen Flitzer aus Kohlefaser, Titan und Aluminium erreichten auf der 40-Meter-Geraden in der Sporthalle des Gymnasiums Burgdorf etwa 80 Stundenkilometer. Drei Tage lang holten die 66 Fahrer im Training, Qualifying und schließlich im Rennen um die Plätze 1 bis 10 sowie 11 bis 20 alles aus ihren Fahrzeugen heraus – ganz so, wie es aus der Formel 1 bekannt ist. Ein Rennen dauerte acht Minuten, in dieser Zeit mussten möglichst viele Runden gefahren werden. Durch einen Transponder, der in jedem Fahrzeug eingebaut ist, konnten Zeit und Runden ganz genau gemessen werden. Die Daten wurden dann direkt an einen Computer weitergegeben.
Derselbe Ablauf erfolgt seit Donnerstag bei der zweiten Rennklasse, in der die Elektrotourenwagen mit Maßstab 1:10 fahren. Diese Mini-Autos haben im Gegensatz zu ihren kleinen Brüdern Allradantrieb und rasten mit bis zu 100 Stundenkilometern über die Onroadstrecke auf dem MAC-Vereinsgelände in der Scharlemannstraße. 130 Fahrer gehen mit ihren Boliden an den Start, am heutigen Samstag findet zwischen 9 und 17 Uhr das Finale statt. Siegerehrung ist um 17.15 Uhr.