Militärübungen wie vor 200 Jahren

Bei den Aktionstagen treten Vereine in historischen Uniformen auf und führen Drill- und Exerzierübungen vor. (Foto: SMB)

Stadtmuseum veranstaltet zwei Aktionstage zu der Ausstellung „Als der Schwarze Herzog kam“

BURGDORF (r/fh). Zwei Aktionstage am Samstag und Sonntag, 3. und 4. August, sind die Höhepunkte des Beiprogramms zur Ausstellung „Als der Schwarze Herzog kam“, die bis zum 11. August im Stadtmuseum (Schmiedestraße 6) zu sehen ist. Dabei richten die beteiligten historischen Vereine und Darstellungsgruppen ein Schaubiwak vor dem Stadtmuseum ein und stellen den militärischen Alltag in der napoleonischen Zeit nach. Sie war vom Eroberungsdrang des französischen Kaisers geprägt, der sich besonders auf die deutschen Nachbarstaaten ausrichtete.
So wurde auch der braunschweigische Herzog Friedrich Wilhelm 1807 von französischen Truppen aus seinem Land vertrieben. Wegen der von ihm getragenen dunklen Uniform ging er als „Schwarzer Herzog“ in die Geschichte ein. 1809 stellte er in Schlesien ein Freikorps auf, mit dem er nach Norddeutschland aufbrach und nach einem in der Nähe von Braunschweig ausgetragenen Gefecht in Richtung Burgdorf auswich, wo er ein nächtliches Biwak aufschlagen ließ.
Diese geschichtlichen Ereignisse in möglichst authentischer Weise nachzustellen und für die Museumsbesucher erfahrbar zu machen, ist das Ziel der beiden Aktionstage. Sie finden am Samstag von 14 bis 17 Uhr und am Sonntag von 11 bis 17 Uhr statt. Vertreten sind das Herzog Braunschweigische Feldcorps, Leibbataillon Braunschweig, 2. Westfälische Infanterieregiment, Braunschweiger Stab und Buckskinners Otze/Living History. Zudem organisiert der VVV-Arbeitskreis Stadtmuseum zu den Aktionstagen ein Museumscafé mit hausgebackenem Kuchen. Am Infostand des VVV gibt es Einblicke in dessen aktuelle Aktivitäten.
Die beteiligten napoleonischen Vereine treten in historischen Uniformen auf. Zu sehen sind Drill- und Exerziervorführungen, mit denen sich die Soldaten auf die nächsten Schlachten vorbereiteten. Welche Behandlung verletzte oder erkrankte Soldaten zu erwarten oder zu befürchten hatten, zeigt sich bei der Vorstellung des damaligen Lazarett- und Sanitätswesens. Der Fokus richtet sich auch auf das Anfang des 19. Jahrhunderts vom Militär genutzte Waffenarsenal und dessen funktionelle Grundlagen. Eine Feldküche und eine Schmiede sind weitere Anziehungspunkte. An beiden Tagen besteht um 14 Uhr die Gelegenheit, mit Jens Kalle zu einem geführten Streifzug durch die Ausstellung aufzubrechen und Näheres über die tragischen Lebensumstände des „Schwarzen Herzogs“ zu erfahren. Um 12 Uhr am Samstag legen die Akteure einen Kranz am Denkmal für den „Schwarzen Herzog“ an der Immenser Straße nieder.