Michael Loske verabschiedet sich

Zum Abschluss gibt es für den scheidenden Schulleiter Michael Loske Standing Ovations.
 
Zum Abschied legt der scheidende Schulleiter Michael Loske seine Krawatte ab.

Beim Festakt in der Aula bekommt er viel Lob für sein Engagement als Schulleiter des Gymnasiums

Burgdorf (fh). Von seinen öffentlichen Auftritten kennen ihn viele nur mit Krawatte - doch bei seiner Abschiedsrede als Schulleiter des Gymnasiums Burgdorf nahm Michael Loske sie kurzerhand ab und hängte sie über das Rednerpult. "Eigentlich hasse ich Krawatten. Privat trage ich nie welche", verriet er seinen Zuhörern in der Aula.
Loske hat das Gymnasium seit 2013 geleitet und wechselt nun als Dezernent in die Landesschulbehörde, wo er die Fachaufsicht über 25 Schulen in Hannover und der Region haben wird. Thematisch kann er dort an seine bisherige Arbeit anknüpfen: Denn seine Schwerpunkte werden in den Bereichen interkulturelles Lernens, Inklusion, Hochbegabtenförderung und Sport liegen. Und auf all das hat er auch schon in den zurückliegenden sieben Jahren großen Wert gelegt.
So erreichte er zusammen mit dem Kollegium, dass das Gymnasium als Sportfreundliche Schule und als Europaschule zertifiziert wurde und förderte Austauschprogramme. Außerdem pflegte er eine enge Zusammenarbeit mit dem Burgdorfer Mehrgenerationenhaus, das sich insbesondere um Schüler aus Flüchtlingsfamilien und schwierigen sozialen Kontexten kümmert. Im vergangenen Jahr rief er dann gemeinsam mit der Paul-Klee-Förderschule aus Celle ein Inklusionsprojekt ins Leben.
In seinem Grußwort bezeichnete Bürgermeister Armin Pollehn all diese Erfolge als "Meilensteile in der Historie des Burgdorfer Gymnasiums". Anschließend zitierte er den Schlagertext "Niemals geht man so ganz, irgendwas von mir bleibt hier". Auf Michael Loske treffe das in besonderem Maße zu. "Burgdorf wird auch weiterhin von ihrem Wirken profitieren - wenn auch künftig leider ohne sie", sagte er. In den vergangenen sieben Jahre habe er das Gymnasium in vorbildlicher Weise geprägt und die Schullandschaft der Stadt dadurch bereichert.
Das machte sich bei der Abschiedsfeier in der Aula auch an der umfangreichen Rednerliste bemerkbar: Viele Vertreter aus Politik und Gesellschaft, Lehrer, Schüler, Eltern und Schulleiterkollegen waren gekommen, um Loskes Engagement zu würdigen. Zwischendurch sorgten Antonia Schauer, Anita Tushi und Verda Burimi für musikalische Unterhaltung - wegen der Corona-Epidemie nicht auf der Bühne, sondern per Live-Übertragung vom Schulhof aus.
Die Vorsitzende des Schulelternrates Marion Rockmüller bedankte sich in ihrer Rede bei Loske: "Sie haben den Team-Geist unter den Schülerinnen und Schülern gestärkt und zugleich auch auf individuelle Förderung gesetzt. Sie haben verdammt viel richtig gemacht!" Zu einem ganz ähnlichen Fazit kam auch der Vorsitzende des Schulvereins Andreas Uredat. "Sie waren ein engagierter und visionärer Leiter, haben das Kollegium mitgenommen und das Gymnasium Burgdorf zu dem gemacht, was es heute ist", lobte er und bot Loske dann kurzerhand den Posten des 3. Vorsitzenden an. "Es wäre schön, wenn Sie mit der Schule verbunden bleiben", wünschte er sich.
Und nicht nur die erwachsenen Gäste waren voll des Lobes, auch den Schülern fiel so einiges ein, was sie ihrem scheidenden Direktor zu verdanken haben. Sie kamen in einem Filmbeitrag zu Wort, den die Schüler Nico Baars und Tobias Keller erstellt hatten. Die jüngeren nannten das neue Klettergerüst, die älteren unter anderem den Valenzia-Austausch, den neu gebauten C-Trakt und die moderne Einrichtung von Klassenräumen mit Active-Boards. Vor allem aber habe Loske ihnen Wertschätzung entgegen gebracht und sie ernst genommen. "Sie haben sich jeden Freitag eine halbe Stunde lang mit uns getroffen und uns zu Wort kommen lassen", bedankte sich ein Schülervertreter. Auch wenn es mal Meinungsverschiedenheiten gegeben habe, sei es immer ein Austausch auf Augenhöhe gewesen.
Genau das habe für ihn als Schulleiter im Mittelpunkt gestanden, knüpfte Loske in seiner Abschiedsrede am Ende der Veranstaltung an. "Ich selbst hatte keine ganz einfache Schule und habe von den Lehrern nicht immer die Wertschätzung bekommen, die ich mir gewünscht hätte", blickte er zurück. Das habe ihn angetrieben, es anders zu machen. "Aus meiner Sicht soll eine Schule offen, lebhaft und freundlich sein. Dann sind Schüler auch zu Höchstleistungen fähig", beschrieb er sein Ideal.
Am Gymnasium Burgdorf sei das gelungen. "Wir haben hier eine Schule geschaffen, die sich sehen lassen kann. Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich nicht Kreis-, sondern Bezirksliga spielen will", rief er in Erinnerung und fügte dann selbstbewusst hinzu: "Jetzt spielen wir Champions League. Ich bedanke mich bei allen, die mit dazu beigetragen haben!"