Mensch, Natur, Musik

Frühling: Jadran Duncumb und André Lislevand treten am 26. April im Burgdorfer Schloss auf. (Foto: r)
 
Sommer: Am 6. September tritt das Boreas Quartett Bremen im Burgdorfer Schloss auf. (Foto: r)

In der nächsten Saison der Barockmusik-Reihe "Die Vier Jahreszeiten!" kommen unter anderem ein Blockflöten-Quartett und eine A-Cappella-Gruppe nach Burgdorf

BURGDORF (r/fh). Im Februar geht die laufende Saison der Barockmusik-Reihe „Die Vier Jahreszeiten“ mit dem Winterkonzert zu Ende: Doch so wie in der Natur geht es auch hier nahtlos weiter und auf den Winter folgt der musikalische Frühling. Das Programm für den nächsten Zyklus steht bereits fest - die Künstlerische Leiterin Laura Dalla Libera hat ihn in Anlehnung an das neue Themenjahr „Natürlich Burgdorf!“ unter das Motto „Natürlich Barock!“ gestellt. „Die Natur, der Mensch und die Musik sind untrennbar miteinander verbunden. Viele bedeutende Komponisten ließen sich von der Natur anregen“, erläutert Dalla Libera.
Das gelte auch für die Zeit des Barock, in der die Natur als sprudelnde Quelle der Inspiration für viele Musikstücke gedient habe. „Dabei ging es nicht nur darum Phänomene der Natur und Tierlaute kunstvoll und einfallsreich in Klang zu kleiden, sondern auch um die Wirkung der Musik auf den Menschen, betont die Künstlerische Leiterin. Eines der berühmtesten Beispiele dafür sind wohl Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“, die auch der Burgdorfer Barock-Musikreihe den Namen gegeben haben, sodass sich das diesjährige Motto fast schon aufdrängt.
Veranstalter der Reihe "Die vier Jahreszeiten" ist der Kulturverein Scena. Die vier Konzerte finden jeweils an einem Sonntag ab 17 Uhr im Burgdorfer Schloss, Spittaplatz 5, statt. Die Eintrittkarten kosten pro Abend 19 Euro; sie sind sowohl an der Abendkasse erhältlich als auch im Vorverkauf bei Bleich Drucken und Stempeln (Braunschweiger Straße 2) und bei Wegeners Buchhandlung (Marktstraße 65). Kinder, Jugendliche, Auszubildende und Studenten haben freien Eintritt, müssen aber vorher reservieren per E-Mail an info@scena-burgdorf.de oder unter Telefon (05147) 720937. Wer alle vier Konzerte der kommenden Saison besuchen möchte, erhält ein Abonnement für 60 Euro. Weitere Infos gibt es auch auf der Internetseite www.scena-burgdorf.de.


Frühlingskonzert am Sonntag, 26. April 2020

Wie schon in der Renaissance versuchten sich Komponisten im Barock daran, auch ein ganz besonderes Element der Natur nachzuahmen: nämlich die menschliche Stimme. Eben diesem Unterfangen widmen sich André Lislevand mit einer Viola da Gamba, einer historischen Kniegeige, und Jadran Duncumb mit dem Lauteninstrument Theorbe. Unter dem Titel „Les Voix Humaines“ (französisch für „Die menschlichen Stimmen“) spielen sie Werke von Marin Marais, Antoine Forqueray und Robert de Visée. Dabei machen sich Komponisten und Musiker das umfangreiche warme Timbre der Kniegeige zu Nutze, und den mehrstimmigen Klang der Theorbe, die das Streben nach harmonischer Perfektion und Schönheit symbolisiert.


Sommerkonzert am Sonntag, 6. September 2020

Die Schwingungen der Luft, die Melodien des Windes und der Klang des Vogelflugs stehen beim Sommerkonzert im Mittelpunkt. Das spiegelt sich schon im Namen des Bremer Blockflötenquartetts wider, das sich nach dem Gott des Nordwinds Boreas benannt hat. Unter dem Titel „Unter Kranichen“ spielen die vier Flötistinnen Jin-Ju Baek, Luise Manske, Julia Fritz und Elisabeth Champollion unter anderem die zeitgenössischen Stücke „Besorgnis der Sperlinge“ von Farzia Fallahs und „Schwebungen“ von Markus Schönewolf. Auf dem Programm stehen aber auch feurige Barock-Concerti von Johann Sebastian Bach und Werke des italienischen Komponisten Tarquinio Merula aus dem Frühbarock. Aber auch Musik der beiden franko-flämischen Komponisten Cipriano de Rore und Heinrich Isaac aus der Zeit der Renaissance bringt das Quartett zu Gehör.


Herbstkonzert am Sonntag, 8. November 2020

Eine ganz besondere Ausprägung fand das Verhältnis von Natur und Kultur, von Mensch und der Pflanzen- und Tierwelt in der weitläufigen Gartenanlagen der Renaissance und des Barocks. Zugleich waren sie ein zentraler Orts des gesellschaftlichen Lebens: Der Adel feierte dort rauschende Feste, traf politisch weitreichende Entscheidungen und gab sich in verwunschen Ecken heimlichen Liebschaften hin. Diesem Phänomen widmet das Ensemble Caladrius sein Programm. Unter dem Titel „Europas Gärten“ nehmen sie das Publikum auf eine musikalische Reise mit, die vom berühmten Schloss in Versailles nach Venedig, Madrid, London und in den Köthener Schlosspark führt. Auf dem Programm stehen Werke von Georg Friedrich Händel, Johann Sebastian Bach, Girolamo Frescobaldi, François Couperin und Élisabeth-Claude Jacquet de La Guerre. Bei der Händel Competition anlässlich der Internationalen Händel-Festspiele in Göttingen haben die vie vier jungen Musiker gleich alle drei Auszeichnungen abgeräumt: Sophia Schambeck (Blockflöte), Mariona Metteu Carkes (G-Violone), Jacopo Sabina (Laute, Theorbe) und Georg Staudacher (Cembalo) erhielten nicht nur den Hauptpreis, sondern auch den Publikumspreis und den Bärenreiter-Urtext Preis. „Große Spielfreude gepaart mit unglaublicher Musikalität und einer Fülle an Klangfarben“, urteilte die Jury.


Winterkonzert am Sonntag, 14. Februar 2021


Zum ersten Mal tritt in der Burgdorfer Barock-Konzertreihe „Vier Jahreszeiten“ auch eine A-Cappella-Gruppe auf: nämlich das Ensemble „Quartonal“, das vier Männerstimmen vereint. Ihr Repertoire reicht vom Madrigal aus der Renaissance bis hin zum plattdeutschen Volkslied. In ihrem Programm „When birds do sing“ (englisch für „Wenn Vögel singen“) singen sie Werke von Orlando di Lasso, Clément Janequin, Ludwig Senfl, Ralph Vaughan Williams, Jaakko Mäntyjärvi und Alwin Schronen. So unterschiedlich diese Werke sind und soweit ihre Entstehungszeit auseinander liegt, sie alle haben eine Gemeinsamkeit: Es geht um Liebe, Natur und Tierimitationen – mit ganz besonderem Augenmerk auf der Klangwelt der Vögel. „Das Publikum wird fesstellen, dass Vögel aus der französischen Renaissance gar nicht so anders klingen als die unserer Tage“, heißt es im Programmheft.