Mehr Sicherheit für Schüler! Aber wie?

Die Stadt will die Bushaltestelle stadteinwärts in die Straße "Zur Papenkuhle" verlegen. Die Hülptingser Eltern fordern weiterhin eine Ampel.

Die Region Hannover sieht die rechtlichen Voraussetzungen als erfüllt an / Die Stadt Burgdorf spricht sich stattdessen für eine Verlegung der Bushaltestelle aus

HÜLPTINGSEN (fh). Eine Ampel, ein Zebrastreifen, Betonbarrieren zur Verkehrsberuhigung oder wenigstens Warnschilder am Fahrbahnrand – in den vergangenen vier Jahren haben Eltern und Kommunalpolitiker viele Ideen entwickelt, um den Schulweg für die Kinder aus Hülptingsen sicherer zu machen. Immer wieder bekamen sie von Stadt und Region die Rückmeldung, dass die gesetzlichen Voraussetzungen dafür nicht erfüllt oder sie technisch nicht umsetzbar seien.
Doch nun kommt Bewegung in das Thema: Denn wie vielerorts sind auch in Hülptingsen die Schülerzahlen gestiegen. Und so überqueren morgens immer mehr Kinder die Straße Vor den Höfen, um zu der Haltestelle an der Nordseite zu kommen. Dort steigen sie dann in den Bus, der sie zur Grundschule an der Hannoverschen Neustadt bringt. Bei ihrer jüngsten Zählung nach den Sommerferien 2019 hat die Region dort innerhalb einer Stunde mehr als 30 Schulkinder verzeichnet. „Damit sind nach unserer Auffassung die rechtlichen Bedingungen für eine Ampel erfüllt“, sagt Regionssprecher Klaus Abelmann.
Doch die Stadt Burgdorf zögert noch und hat den Politikern im Verkehrsausschuss stattdessen einen anderen Vorschlag unterbreitet: Sie will die Bus­haltestelle „Hülptingsen Mitte“ stadteinwärts in die Straße „Zur Papenkuhle“ verlegen. Auch das war vor zwei Jahren bereits diskutier, von Regiobus bislang aber aus organisatorischen Gründen abgelehnt worden. Nun zeige sich das Unternehmen aber offen für den Vorschlag.
Der Vorteil: Diese Variante sei deutlich günstiger und schneller umzusetzen, heißt es von der Stadtverwaltung. „Die Verlegung der Haltestelle würde 10.000 Euro kosten, eine Ampel 25.000 Euro“, argumentiert Rainer Herbst von der Tiefbauabteilung. Außerdem dürfte die Stadt eine Ampel erst aufstellen, wenn sie der Region einen qualifizierten Schulwegplan vorlegt. Da dieser erst erstellt werden muss, wäre damit wohl frühestens nächstes Jahr zu rechnen. „Bei der Bushaltestelle könnten wir sehr viel schneller in die Gänge kommen“, verspricht Herbst.
Falls die Politiker im Verwaltungsausschuss am 24. März zustimmen, solle noch Ende März der Auftrag dafür erteilt werden. Innerhalb von vier Wochen könne die Baumaßnahme dann abgeschlossen sein. Nach den Sommerferien Ende August könnte Regiobus die neue Haltestelle dann anfahren.
Bei den Hülptingser Eltern stößt das Vorgehen der Stadt auf wenig Gegenliebe. „Unser Favorit bleibt die Ampel“, stellte Andreas Jürß von der Bürgerinitiative klar. Er wolle verhindern, dass die Hülptingser Bürger gegeneinander ausgespielt würden: 30 Grundschüler wohnen im Neubaugebiet im Süden Hülptingsens und müssen deshalb gegenwärtig die viel befahrene Straße überqueren, um zur Bushaltestelle zu kommen. Allerdings wohnen auch 15 Grundschüler im nördlichen Teil. „Wenn die Haltestelle an die Südseite der Straße verlegt würde, hätten sie dann das gleiche Problem“, argumentiert Jürß.
Und es gebe noch einen Knackpunkt: Nach den Plänen von Stadt und Regiobus sollen die Busse nur während des morgendlichen Schülertransports die neue Haltestelle anfahren, den restlichen Tag über, am Wochenende und in den Ferien hingegen die bisherige. Das sei sowohl für die Fahrgäste als auch für die Busfahrer kompliziert. „Die Erfahrung zeigt, dass die Busfahrer in solchen Fällen oft den falschen Weg einschlagen“, sagte Jürß.
Von den Kommunalpolitikern gab es ein geteiltes Echo. „Ich wundere mich über den Vorschlag der Stadt. Wir haben hier im Ausschuss einen einstimmigen Beschluss für eine Ampel und sollten daran auch festhalten“, forderte Bathold Plaß von der CDU. Dem schloss sich Detlef Knauer von den Grünen an. „Eine Ampel ist für die Sicherheit der Kinder nachhaltiger“, argumentierte er.
Die SPD-Fraktion plädierte dafür, den Vorschlag zumindest zu prüfen: „Ich bin auch verwundert über diese neue Situation. Aber es wäre vermessen, einfach an der Ampel festzuhalten, wenn es eine günstigere Alternative gibt“, so René Arand. Letztlich einigten sich die Politiker darauf, den Beschlussvorschlag der Verwaltung abzuwarten.