Mehr Sicherheit für die Schüler

Eltern organisieren einen Lotsendienst, um die Sicherheit der Grundschüler zu gewährleisten. (Foto: Helmut Steinseifer)
 
Wenn die Autos vor der Waldschule rangieren oder ein- und ausparken, könne es für die Kinder gefährlich werden, kritisieren die Eltern. (Foto: Helmut Steinseifer)

Eltern organisieren Lotsendienst / Lastwagen für die Kita-Baustelle sollen morgens eine Stunde Pause machen

EHLERSHAUSEN  (fh). Das morgendliche Verkehrschaos vor der Waldschule in Ehlershausen ist der Elternvertreterin und stellvertretenden Ortsbürgermeisterin Sonja Heyna schon seit langem ein Dorn im Auge - doch die Situation habe sich noch einmal dramatisch zugespitzt, seit vergangene Woche die Bauarbeiten am benachbarten Kindergarten begonnen haben. "Nun müssen sich die Grundschüler auch noch vor den Baustellenfahrzeugen in acht nehmen. Es wird immer unübersichtlicher", kritisiert die CDU-Politikerin. Gemeinsam mit anderen Eltern hat sie deshalb kurzfristig einen Lotsendienst auf die Beine gestellt, um die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten.
Eine Dauerlösung sei das aber nicht: Deshalb hat die CDU-Fraktion zu diesem Thema einen Eilantrag gestellt, der noch spontan in die Tagesordnung der jüngsten Ortsratssitzung aufgenommen wurde. Mit einer kleinen Änderung haben die Politiker ihn einstimmig beschlossen. Damit fordern sie die Verwaltung auf, unverzüglich eine Lösung zu finden, um den Verkehr vor der Waldschule zu entzerren, und zeitnah den Bereich vor der Waldschule sowie vor der Kindertagesstätte Ramlingen-Ehlershausen zu überplanen. Im Nachtragshaushalt der Stadt Burgdorf für das Jahr 2020 sollen die Mittel dafür bereit gestellt werden, so der Wunsch der Politiker.
Bereits vergangene Woche hatte ein Vater die Probleme in einem offenen Brief an Bürgermeister Armin Pollehn beschrieben, der sich daraufhin am Montagmorgen bei einem Ortstermin selbst einen Eindruck verschaffte. Und so hatte der Erste Stadtrat Michael Kugel bei der Ortsratssitzung am Dienstagabend bereits erste Zusagen und Vorschläge im Gepäck: Der LKW-Verkehr für die Kita-Baustelle soll ab sofort morgens von 7.30 bis 8.30 Uhr pausieren, um die Situation vor Unterrichtsbeginn etwas zu entspannen. "Das hilft schon mal", lobte Oliver Sieke von der CDU.
Zum Hintergrund: Auf dem Grundstück der Kindertagesstätte werden sogenannte Container aufgestellt, um Platz für zusätzliche Gruppen zu schaffen. Der Unterbau dafür ist bereits vorbereitet; bis Mitte nächster Woche soll dann Schotter aufgebracht werden. "Das dauert etwas länger als ursprünglich geplant, weil dem Bauunternehmen morgens ja nun eine Stunde fehlt", erläuterte Kugel. Mit erheblichem Baustellenverkehr sei noch mal zu rechnen, wenn die Container vom 20. bis 23. November aufgestellt werden. "Anschließend folgt der Innenausbau, der etwa zwei Wochen dauert. Auch in diesem Zeitraum sind dort natürlich noch Baufahrzeuge unterwegs, aber nicht mehr in dem Maße", stellte Kugel in Aussicht.
Anfang 2020 soll die erweiterte Kita in den Containern den Betrieb aufnehmen und dann voraussichtlich für einige Jahre bestehen bleiben, bis der Hauptstandort entsprechend ausgebaut ist. "Für diese Übergangszeit müssen wir auch eine Lösung für das Verkehrsproblem finden. Wir haben schon eine Idee, wie das gemacht werden kann", kündigte Kugel an. Demnach solle der Fuß- und Radweg so verschwenkt werden, dass er zwischen Kita-Gelände und parkenden Autos entlang führe. "Dann müssen die Autos beim Ein- und Ausparken zumindest nicht mehr darüber hinweg fahren", argumentierte Kugel. Im nicht-öffentlichen Teil der Ortsratssitzung zeigte er den Politikern dazu bereits erste Entwürfe.
Eine langfristige Lösung solle dann gefunden werden, wenn das Kita-Gebäude erweitert und die Container wieder abgebaut seien. Dafür machten die Politiker bereits einige Vorschläge. Die CDU-Fraktion plädierte dafür, vor der Schule eine zusätzliche Spur für den Hol- und Bringverkehr einzurichten. Sowohl Thomas Dreeskornfeld (FDP) als auch Matthias Paul (SPD) äußerten Zweifel, ob der Platz dafür ausreiche. Paul brachte stattdessen eine sogenannte Laufbushaltestelle in einigem Abstand zur Schule ins Spiel. "Dort könnten Eltern ihre Kinder absetzen, die dann gemeinsam zu Fuß das letzte Stück zurücklegen würden, erläuterte er.

Sperrung für den Aufbau der Container

Für die Anlieferung und den Aufbau der Container für die Kita wird die Waldstraße vom Ehlershäuser Weg bis zum Nelkenweg, in der Zeit von Mittwoch, 20. November bis einschließlich Samstag, 23. November für den Individualverkehr gesperrt. Es besteht die Möglichkeit, die Kinder fußläufig zur Schule und in den Kindergarten zu bringen.