Mehr Platz für Plätzchen

Die Keksfabrik Parlasca will ein neues Palettenlager bauen. Die Stadt stellt dafür einen Bebauungsplan auf.

Die Keksfabrik Parlasca will ein neues Palettenlager bauen / Bebauungsplan soll im Sommer fertig sein

BURGDORF (fh). Die Keksfabrik Parlasca braucht mehr Platz und will deshalb ein neues Palettenlager bauen. Weil das Unternehmen an seinem Standort Vor dem Celler Tor nicht mehr alle Produkte unterbringen könne, habe es im Moment über die ganze Stadt verteilt Flächen angemietet, erläuterte Stadtplaner Jan-Hinrich Brinkmann vergangene Woche im Bauauschuss und fügte hinzu: "Das ist auf Dauer nicht tragbar."
Bevor die Bauarbeiten beginnen können, müssen aber erst einmal Stadt und Politik einen neuen Bebauungsplan aufstellen. Und das wird deutlich aufwendiger als ursprünglich gedacht. Denn bis vor kurzem ist die Stadt noch davon ausgegangen, dass das beschleunigte Verfahren nach §13a des Baugesetzbuches zum Einsatz kommen kann. "Doch vor zweieinhalb Wochen haben wir Informationen erhalten, dass höchste Gerichte solche Bebauungspläne der Innenentwicklung gekippt haben. Dieses Risiko wollen wir nicht eingehen", so Brinkmann.
Deshalb habe sich die Verwaltung nun doch für das Vollverfahren entschieden. Dafür ist zusätzlich zu den ohnehin beauftragten Gutachten auch eine Umweltprüfung nötig, ebenso wie eine frühzeitige Beteiligung von Öffentlichkeit und Behörden. Trotzdem solle der Bebauungsplan noch im Sommer verabschiedet werden. "Das ist ambitioniert, aber wir hoffen, dass alles glatt geht", so Brinkmann.
Ganz unabhängig von diesem zusätzlichen Aufwand sehen sich die Stadtplaner noch mit einer weiteren Herausforderung konfrontiert: Auf dem Grundstück wurde die streng geschützte Zauneidechse entdeckt. Deshalb muss die Stadt nun eine Ausgleichsfläche ausweisen, die Lebensraum für die Reptilien bietet.
Das allein reicht aber noch nicht aus. Denn hinzugezogene Fachleute vermuten, dass die Tiere zur Zeit in den Wurzeln einer Hecke überwintern könnten, die dem neuen Palettenlager weichen muss. "Um die Zauneidechse nicht zu gefährden, müssen wir nun die gesamte Hecke ein Stück versetzen", erläutert Brinkmann. Das übernimmt eine Spezialfirma, die die Pflanzen mit einem Bagger ganz vorsichtig ausgräbt und an den neuen Standort transportiert, sodass die Reptilien möglichst nicht gestört werden.
Dabei hätten die vergleichsweise warmen Temperaturen der Stadt und Parlasca fast einen Strich durch die Rechnung gemacht. Denn die Ausnahmegenehmigung zum Versetzen der Hecke läuft am morgigen Donnerstag, 28. Februar, ab - und die Arbeiten sollten möglichst bei frostigen Temperaturen durchgeführt werden, wenn die Tiere in Winterstarre verharrt. Andernfalls hätte sich unter Umständen alles um ein ganzes Jahr verzögern können. Doch kurz vor Ablauf der Frist konnten die Arbeiten Anfang dieser Woche doch noch beginnen. "Unser Zauneidechsen-Fachmann hat zugestimmt, dass wir die Hecke versetzen. Die Firma fängt jeweils früh morgens an, wenn es noch möglichst kalt ist", erläutert Brinkmann.