Mehr Hilfsangebote für Frauen

Die beiden SPD-Landtagsabgeordneten Silke Lesemann (von links) und Thordies Hanisch informierten sich bei Ute Vesper, AWO Fachbereichsleiterin Kinder, Jugend und Familie, und AWO Beraterin Brigitte Mende über die Arbeit der Frauenberatungsstelle. (Foto: AWO)

Region Hannover und die Kommunen Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze erhöhen ihre Zuschüsse: AWO-Beratungsstelle bietet künftig auch Sprechstunden vor Ort an

ALTKREIS (fh). Die AWO-Frauenberatungsstelle weitet ihr Angebot aus und wird künftig auch in Burgdorf, Uetze und Sehnde Sprechstunden vor Ort anbieten. Sie sind eine erste Anlaufstelle für Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind. Aber auch bei Trennung und Scheidung, in anderen belastenden Situationen und bei finanziellen Problemen finden sie dort Unterstützung.
Der Hauptsitz der Frauenberatungsstelle befindet sich in Lehrte und das dortige Büro in der Goethestraße 8 wird auch weiterhin täglich besetzt sein. Und in der Bücherei Hänigsen, Mittelstraße 2, wird die Sprechstunde nicht wie bisher nur einmal im Monat, sondern ab Januar oder Februar jeden Donnerstag von 9 bis 11 Uhr stattfinden.
Außerdem kommen dann die folgenden beiden Beratungsangebote neu hinzu: dienstags und donnerstags im Senioren- und Pflegestützpunkt, Hannoversche Neustadt 53, in Burgdorf sowie montags und mittwochs im Rathaus, Nordstraße 21, in Sehnde. Die Uhrzeiten stehen noch nicht fest. In Uetze wird es etwas später losgehen - dort sucht die Frauenberatungsstelle zur Zeit nach einem geeigneten Raum.
Die Frauenberatungsstelle kann ihr Angebot jetzt ausweiten, weil die Region Hannover und die Kommunen Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze ihre Zuschüsse erhöht haben: So stehen für Sehnde künftig 18, für Lehrte 34, für Burgdorf 24 und für Hänigsen und Uetze 16 Wochenstunden zur Verfügung. "Es ist wichtig, dass wir in allen Kommunen vor Ort präsent sind", betont Beraterin Brigitte Mende und fügt hinzu: "Nicht jede Frau kann sich ein Ticket für die Fahrt nach Lehrte leisten und einige finden dafür keine Zeit, weil sie beispielsweise ihre Kinder nicht allein lassen können."
Hintergrund für die Mittelerhöhung ist auch die sogenannte Istanbul-Konvention, ein völkerrechtlicher Vertrag zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt. Er wurde 2011 ausgearbeitet und von Deutschland im Jahr 2017 ratifiziert. Damit ist die Verpflichtung verbunden, die Hilfsangebote für Frauen zu verbessern, insbesondere im Bereich der Rechtsberatung, der psychologischen Betreuung, der finanziellen Beratung sowie bei der Unterbringung in Frauenhäusern. Mit dem Ausbau der AWO-Frauenberatung wollen die Region und die vier beteiligten Kommunen einen Beitrag dazu leisten.
Deshalb haben sich kürzlich auch die beiden SPD-Landtagsabgeordneten Silke Lesemann und Thordies Hanisch über die Angebotserweiterung informiert. Lesemann ist für Sehnde zuständig, Hanisch für Burgdorf und Uetze. Die beiden sprachen mit Ute Vesper, der AWO-Fachbereichsleiterin für Kinder, Jugend und Familie, und der Beraterin Brigitte Mende.
Dabei erfuhren sie unter anderem, dass die AWO-Beratungsstelle Ostkreis im vergangenen Jahr rund 140 Frauen beraten hat, 40 von ihnen wurden nach einer Anzeige bei der Polizei an die Beratungsstelle verwiesen. Auch in diesem Jahr ist die Zahl der Fälle nicht gesunken - sie sei weiterhin konstant hoch. „Häusliche Gewalt betrifft Frauen jedes Alters und aller sozialen Schichten“, betonte Mende.
Für die Betroffenen sei es häufig schwer, sich Hilfe zu holen und sie anzunehmen. „Gewalt in der Familie und Beziehung ist immer noch mit großer Scham verbunden. Die Betroffenen geben sich eine Mitschuld an den Taten, obwohl allein die Täter dafür verantwortlich sind“, so Mende. Aufgabe der Beraterinnen sei es, die Frauen in ihrem Selbstvertrauen zu stärken. „Als Landtagsabgeordnete und Kommunalpolitikerinnen werden wir uns weiterhin bei diesem Thema engagieren“, versprachen Hanisch und Lesemann.
Die Frauenberatungsstelle ist erreichbar unter Telefon (05132) 823434 und per E-Mail an frauenberatung@awo-hannover.de.