Maßnahmen zur Förderung des Fahrradklimas in Burgdorf vorgestellt

Claudia Vollmert (stehend; li.) stellte dem Runden Tisch „Radverkehr“ die Maßnahmen zur Förderung des Burgdorfer Radverkehrs vor. (Foto: Georg Bosse)

Radfahrer sollen künftig im allgemeinen Verkehr richtungstreu „mit schwimmen“

BURGDORF (gb). „Besser sicher, als schnell in schnelllebiger Zeit“, fasste Claudia Vollmert von der Tiefbauabteilung die städtischen Vorstellungen zum zukünftigen Burgdorfer Radverkehr zusammen. „Zudem sollen in Zukunft die Burgdorfer Radwegeführungen richtungstreu sein und das Risikoniveau aller Verkehrsteilnehmer verringern“, so Tiefbauamtsleiter Rainer Herbst, der dabei eine Trennung der allgemeinen Fußgänger- von den Pedalistenströmen anstrebt.
Gut 50 Interessierte waren erschienen, um im Saal des historischen Rathauses I an der Marktstraße am Runden Tisch „Radverkehr“ Platz zu nehmen. Darunter Bürgermeister Alfred Baxmann, der „Linke“-Ratsherr Michael Fleischmann, der Vorsitzende des Sozialverbandes (SoVD) Walter Kotzke, Fritz Bredemeier vom Burgdorfer Ortsverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) sowie Vertreter von der Burgdorfer Polizeiinspektion, der Schulen und des Seniorenrats.
Auf der „Runden Tisch“-Agenda standen schwerpunktmäßig die Führung der Radfahrer auf der Nord-Süd-Achse (Vor dem Celler Tor, Kleiner Brückendamm, Immenser Straße) sowie die Vorstellung der Planungen zum Kreisverkehrsplatz (KVP) „Schwarzer Herzog“. Das Projekt „Radverkehr“ soll in 2013 in Zusammenarbeit mit der Region Hannover und der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (Geschäftsbereich Hannover) umgesetzt werden. Für die Nord-Süd-Achse sieht das Konzept die Beibehaltung des vorhandenen Radwegs für richtungstreuen Verkehr, die Markierung eines einseitigen Schutzstreifens (1,50 Meter) für den stadteinwärtigen Radverkehr und eine fahrbahnnah angeordnete Radwegfurt an der Sorgenser Straße vor. Die zurzeit beidseitig kombinierte Geh-/Radweg-Lösung auf dem Kleinen Brückendamm wird zu Gunsten einer richtungstreuen Führung des Radverkehrs nach Realisierung der Fußgängerschutzanlage (Höhe Pferdemarktplatz) und des Kreisverkehrs am Schwarzen Herzog aufgehoben. Der „Schwarze Herzog“ soll zu einem KVP mit Radverkehr auf der Fahrbahn umgebaut werden.
„Mit den Radlern auf der Fahrbahn im Mischverkehr mit den Autofahrern wird wird wegen geringerer Geschwindigkeitsdifferenzen das Sicherheitsniveau erhöht. Die Radfahrer „schwimmen“ im allgemeinen Verkehr mit“, so Claudia Vollmert. Diese Ansicht teilten einige Anwesende, die sich um die Sicherheit der Schüler/innen und Jugendlichen auf ihrem radelnden Weg in die Südstadt machen, nicht. Zur Handlungsempfehlung für die Immenser Straße gehört die Aufhebung der Freigabe der unzureichend breiten Gehwege und des Zweirichtungsverkehrs für Radfahrer. Dafür soll der Zweiradverkehr auf Radfahr- bzw. Schutzstreifen geführt werden. Gegebenenfalls wird auf der Immenser Straße Tempo 30 angeordnet, was einen „Tisch“-Teilnehmer zu dem Kommentar „in Burgdorf findet Stillstand statt“ veranlasste.
Der Baubeginn zum KVP „Schwarzer Herzog“ ist für Ende April 2013 vorgesehen. Über die Führung des Schülerverkehrs während der Bauphase sollen Handzettel an den Schulen informieren. Alles in allem möchte der Runde Tisch „Radverkehr“ zur Verbesserung des Fahrradklimas beitragen helfen. Eine zweite Runde ist für den bevorstehenden April geplant.