Magdalenenfriedhof geht online

Gerhard Bleich (von links), Carmen Bleicher, Annette Wolff und Eckhard Paga vom Verein für Kunst und Kultur mit dem VVV-Vorsitzenden Karl-Ludwig Schrader und Jürgen Lange vom Arbeitskreis Magdalenenfriedhof.

Der neue VVV-Arbeitskreis hat Informationen zu der über 400 Jahre alten Grabanlage zusammengetragen

Burgdorf (r/fh). Auf einer neuen Internetseite können sich Interessierte jetzt über den Magdalenenfriedhof unter der Hochbrücke informieren. Dort findet sich unter anderem ein detaillierter Lageplan sowie eine umfangreiche Liste der dort bestatteten Burgdorfer Persönlichkeiten. Zum einstigen Superintendenten Carl Philip Spitta und zum früheren Bürgermeister Heinrich Schuster gibt es bereits Detailseiten, die ihre Lebensdaten und ihre Bedeutung für Burgdorf zusammenfassen, weitere sollen folgen. Und langfristig soll über eine Datenbank auch die gezielte Suche nach Persönlichkeiten und Grabstellen möglich sein. Die Internetseite ist unter www.magdalenenfriedhof.de erreichbar.
Die Inhalte wurden von den Mitgliedern des VVV-Arbeitskreises Magdalenenfriedhof zusammengetragen, der sich im November 2020 gegründet hatte. Einige Ehrenamtliche haben seitdem begonnen, die zugewachsenen Gräber freizuschneiden, umgefallene Grabsteine aufzurichten und die Inschriften vorsichtig zu reinigen, ohne den Charme des alten Friedhofs zu stören. Andere haben im Hintergrund recherchiert, um möglichst viele Grabstellen zuordnen und dokumentieren zu können. Dafür haben sie die städtischen und kirchlichen Friedhofsunterlagen gesichtet, darunter allein 40 Aktenordner der St.-Pankratius-Gemeinde.
Ihre ersten Ergebnisse haben sie jetzt auf der Internetseite veröffentlicht. Außerdem sind dort die Publikationen „Von Aaron bis Zukale – Burgdorfer Familiennamen von 1200 – 1900“ sowie "Die Familie Niemack“ von Dieter Heun und Heidi Rust verfügbar. In den beiden Broschüren finden sich viele Namen von den Grabsteinen wieder. Insbesondere die weit verzweigte Familie Niemack hatte in Burgdorf lange Zeit eine herausgehobene Stellung und übernahm wichtige Posten, sodass ihr Name auf dem Magdalenenfriedhof immer wieder auftaucht. Ergänzend können auch die von Dieter Heun, Heinz Neumann und Heidi Rust verfassten „Zeitgeschichtlichen Hefte der Stadt Burgdorf“ heruntergeladen werden.
Finanziell wird das Projekt vom Verein für Kunst und Kultur in Burgdorf gefördert. Er hat für den Aufbau der Internetseite und einen Schaukasten am Friedhof 3000 Euro zur Verfügung gestellt und auch langfristig seine Unterstützung zugesagt. Der Arbeitskreis sucht weitere Helfer, die sich einbringen möchten. Auskünfte geben Jürgen Lange, Telefon (05136) 976 9000 und Matthias Schorr, Telefon (05136) 6624.