Löschen mit Handspritzen

Oh Schreck! Es brennt! Bei der Aufführung des historischen Löschzugs spielen Armin Pollehn und Beate Neitzel ein Ehepaar aus dem 19. Jahrhundert.

Historischer Löschzug der Burgdorfer Feuerwehr präsentiert sich in einer Theateraufführung mit viel Liebe zum Detail

BURGDORF (fh). Für seine Aufführung auf dem Pferdemarkt hatte der historische Löschzug der Burgdorfer Feuerwehr gleich noch ein paar Schauspieler rekrutiert: Der künftige Bürgermeister Armin Pollehn und Ratsfrau Beate Neitzel aus Dachtmissen, spielten ein Ehepaar, das sich im Burgdorf des 19. Jahrhunderts ein Haus bauen wollte. Natürlich mit den passenden Kostümen: Er in zünftigem Ledermantel und klassischer Schirmmütze, sie in einem blau-weiß karierten Rock und blauem Kopftuch.
Und so begann zunächst einmal alles ganz idyllisch: Alle aus dem Ort halfen mit, um das kleine Holzhäuschen zusammenzuzimmern; selbst der Schlachter, gespielt vom Dachtmissener Ortsbrandmeister Jörg Neitzel, packte mit an. Es verlief zwar nicht alles ganz reibungslos, aber die kleinen Fehler ließen sich noch korrigieren: Als die freiwilligen Helfer beispielsweise merkten, dass der Schornstein nach unten zeigte, drehten sie die Dachplatten kurzerhand um. Und so war das kleine Häuschen bald fertiggestellt und dem Glück des Paars stand nichts mehr im Wege.
Doch das währte nicht lange. Kaum waren die Handwerker abgerückt, ging das Haus in Flammen auf. Sofort wurde Alarm geschlagen und die Mitglieder des historischen Löschzugs rückten mit ihren Handspritzen an, teils von Hand gezogen, teils von Pferden. Wie viel Muskelkraft dafür erforderlich, merkten auch die Kinder und Jugendlichen aus dem Publikum, die mithelfen durften. Nachdem sie die beiden Seiten der Handpumpe von den Feuerwehrmitgliedern übernommen hatten, kam aus dem Schlauch, den Jörg Neitzel auf das brennende Holzhaus richtete, kaum noch Wasser. Da half auch alles Rufen nach "mehr Druck" nichts.
So bekamen die Besucher auch einen Eindruck davon, wie langwierig so ein Löschangriff ohne Motoren und modernes technisches Gerät war. "Das brennende Haus wurde früher deshalb meistens aufgegeben. Stattdessen wurde das Wasser auf die benachbarten Häuser gerichtet, um ein Übergreifen zu verhindern", erklärte Werner de Pauke vom historischen Löschzug.
Vorher hatten die Besucher des Pferdemarktes schon einen Eindruck von der gegenwärtigen Ausstattung der Rettungskräfte bekommen. Feuerwehr, Polizei, DRK und Hundestaffel führten einen Einsatz nach einem fiktiven Verkehrsunfall auf. Außerdem hatte die DLRG gezeigt, wie ein Rettungsboot mit einem Kran angehoben werden kann, um es in schwer zugänglichen Gewässern abzusetzen. Außerdem konnten sich die Besucher an Infoständen in der sogenannten "Blaulichtmeile" über die Arbeit der unterschiedlichen Organisationen zu informieren und ihre Fahrzeuge von außen und von innen in Augenschein nehmen.