Lodernde Flammen im leichten Schneegestöber

Wegen des leichten Schneegestöbers und der kühlen Temperaturen suchten die zahlreichen kleinen und großen Besucher des Heeßeler Osterfeuers häufig die Nähe der zum dunklen Frühlingshimmel hoch aufsteigenden Flammen. (Foto: Georg Bosse)

Burgdorfer Osterfeuer wollten den Winter „verbrennen“

HEESSEL/HÜLPTINGSEN (gb). Nicht nur der christlichen Religion, sondern auch dem deutschen Mathematiker Carl Friedrich Gauß (1777-1855), verdanken wir die Festlegung des Datums für das Osterfest. Ihm gelang es, eine Formel zu verfassen, die eine für alle Zeiten zuverlässige Berechnung des Osterzeitpunktes erlaubt. 46 Tage nach dem Aschermittwoch, an dem alles, außer dem Winter 2012/13, vorbei sein soll(te) und 50 Tage bevor das Pfingstfest gefeiert wird.
Da in diesem Jahr der Vollmond (27. März) recht kurz nach dem Frühlingsanfang (20. März) folgte, war dieses Mal auch Ostern relativ früh. Was angesichts der weißen winterlichen „Pracht“, die sich die meisten Menschen doch eher für das Weihnachtsfest wünschen, bei den Organisatoren der traditionellen Osterfeuer in Burgdorf und Umgebung einiges Stirnrunzeln verursachte. Die Kultfeuer werden vielerorts am Osterwochenende aufgrund verschiedener Bräuche entfacht und sind als weltliche Volkssitte seit 1559 belegt.
Auch in Heeßel, Hülptingsen und in den anderen Burgdorfer Ortschaften sollte der Brauch dazu dienen, diese hartnäckige Winterperiode mit häufigen Schneefällen und frostigen Temperaturen, zu „verbrennen“. „Ich bin überrascht, dass doch noch so viele Besucher zu unserem Osterfeuer gekommen sind“, schaute Heeßels Ortsbrandmeister Karsten Lübbe zufrieden ins weite Rund. Dort hatte sich neben den von den Heeßeler Kameradinnen und Kameraden ehrenamtlich betriebenen Grill- und Getränkeständen auch die jüngere Abteilung des Feuerwehrmusikzuges Burgdorf/Hänigsen gruppiert. Tatsächlich hatten sich zahlreiche große und kleine Osterfeuerfans trotz des leichten Schneegestöbers auf den Weg zum vom THW ausgeleuchteten Platz gemacht, um sich dann dort äußerlich an den Flammen des lodernden, funkenstiebenen Holzhaufens und innerlich am Glühwein zu erwärmen.
Der Verdruss mit dem widrigen „Frühlings“-Wetter hatte die Feuerwehrkameraden aus Hülptingsen dazu veranlasst, den geselligen Teil ihres Osterfeuers auf der Bethmann-Wiese in die nahe Scheune zu verlegen. Der Ausschank von Glühwein beim Hülptingser Osterfeuer feiere dieses Jahr Premiere versicherten unisono Ortsvorsteher Hans-Joachim Ehrhardt und der Burgdorfer Reisejournalist Dieter Hurcks. Als gegen 20 Uhr ein Alarm einging, rückten die diensthabenden Feuerwehrleute der Ortswehr Hülptingsen unverzüglich zum Einsatz an den Burgdorfer Ostlandring aus.
Nachdem die Besucher der Burgdorfer Feuerstellenplätze wieder ihren Heimweg angetreten hatten, konnten sie in der Nacht zum Ostersonntag ihre Uhren mit der mitteleuropäischen Zeit (MEZ) um 2.00 Uhr auf die mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) 3.00 Uhr vorstellen. Das deutet anfangs zwar eine Stunde weniger Schlaf, aber hoffentlich bald auch weniger Winter.