Liebe und Vertrauen bleiben auf der Strecke

Karoline flirtet mit vornehmen Herren, um den sozialen Aufstieg aus ihrem tristen Alltag zu erreichen. (Foto: Theater für Niedersachsen)

Theater am Berliner Ring zeigt das Schauspiel „Kasimir und Karoline“

BURGDORF (r/jk). Nach dem gelungenen Saisonauftakt am 23. September präsentieren der VVV und die Stadt Burgdorf am Freitag, 14. Oktober, ein weiteres Gastspiel des Theaters für Niedersachsen im Theater am Berliner Ring. Auf dem Spielplan steht Ödön von Horváths Schauspiel „Kasimir und Karoline“. Die Vorstellung beginnt um 20.00 Uhr. Das Publikum ist um 19.30 Uhr zu einer kostenlosen Werkseinführung eingeladen.
„Kasimir und Karoline“ führt die Zuschauer auf das Oktoberfest des Jahres 1932. Noch immer leidet Deutschland unter den verheerenden Auswirkungen der 1929 ausgebrochenen Weltwirtschaftkrise. Im Zentrum des Bühnengeschehens steht das junge Pärchen Kasimir und Karoline. Beide wollen wenigstens für ein paar Stunden ihrem tristem Alltagsleben entfliehen. Doch Kasimirs Festlaune hält sich in Grenzen. Ihn plagen schwere Sorgen. Gerade hat er seine Anstellung als Chauffeur verloren. Zu allem Überfluss befindet sich die Beziehung der beiden in einer schweren Krise. Die lebensfrohe Karoline möchte gerne aus ihrem öden Unterschichtenmilieu ausbrechen. So hat sie keine Hemmungen, im Festrummel mit drei Männern der vornehmen Gesellschaft zu flirten. Obwohl sie Kasimir immer noch liebt, ist ihr die Aussicht wichtiger, finanzielle Vorteile aus dem Umgang mit den betuchten Herren zu ziehen. Der eifersüchtige Kasimir rächt sich nun seinerseits an ihr und umgarnt die Braut eines Kleinganoven. Als Karoline am Ende reumutig zu ihm zurückkehren will, lehnt Kasimir eine Versöhnung ab. Beide gehen endgültig getrennte Wege. Verbittert wirft sich die junge Frau einem Zuschneider an den Hals. Liebe und Vertrauen bleiben auf der Strecke und fallen dem Streben nach sozialem Aufstieg zum Opfer.
Der österreichisch-ungarische Schriftsteller Ödön von Horváth (1901-1938) verfasste zwanzig bedeutende Theaterstücke, in denen er soziale Konflikte auf zeitlose Weise thematisierte und den Verfall zwischenmenschlicher Beziehungen in der modernen Gesellschaft schildert. Am 18. November 1932 feierte sein elftes Bühnenwerk „Kasimir und Karoline“ im Schauspielhaus Leipzig seine Premiere. In der Inszenierung von Bettina Rehm spielen Joelle Rose Benhamou, Christoph Götz, Jens Koch und Rüdiger Hellmann in den Hauptrollen.
Theaterkarten sind bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2, und im Bürgerbüro erhältlich (Rathaus III, Spittaplatz 4). Mitglieder des VVV und Jugendliche bekommen im Vorverkauf Ermäßigungen.