Liebe, Kultur und Emanzipation

Für die Protagonisten aus dem Stück "Pera Palas" geht es ums Ganze. (Foto: Jochen Quast/TfN)

Das Schauspiel "Pera Palas" erzählt drei Lebensgeschichten aus unterschiedlichen Jahrzehnten zwischen England, Amerika und der Türkei

BURGDORF (r/fh). In dem Schauspiel "Pera Palas" ist das gleichnamige Grandhotel in Istanbul Schauplatz dreier spannender Geschichten, die der türkisch-amerikanische Dichter Sinan Ünel geschickt miteinander verwebt. Mit diesem Stück gastiert das Theater für Niedersachsen (TfN) am Freitag, 21. Februar, in der Aula des Burgdorfer Gymnasiums, Berliner Ring 27. Die Aufführung beginnt um 20 Uhr, vorher wird ab 19.30 Uhr eine kostenlose Einführung in die Bühnenhandlung angeboten. Karten für das Schauspiel gibt es bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2, Telefon (05136) 1862, und über die Internetseite www.vvvburgdorf.de. Gastgeber dieser Aufführung im "Theater am Berliner Ring" sind der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) und die Stadt Burgdorf.
Zum Inhalt: 1920 reist die junge britische Schriftstellerin Evelyn Crawley nach Istanbul und erhält von einer jungen Türkin die Einladung, ihren Aufenthalt in dem Harem eines Paschas zu verbringen. Als Feministin kann sie kaum verstehen, wie die Frauen es in diesem „goldenen Käfig“ aushalten. Ebenso wenig können die Frauen im Harem begreifen, dass Evelyn ihre Unabhängigkeit schätzt.
1950 verliebt sich die junge Amerikanerin Kathy, die als Lehrerin in Istanbul arbeitet, in den charmanten und leidenschaftlichen jungen Türken Orhan. Dessen Mutter war einst Sklavin in dem Harem des Paschas. Sie ist strikt gegen die Verbindung ihres Sohnes mit einer Ungläubigen. Und auch Kathy hat ihre Zweifel. Kann Liebe stärker sein als alle kulturellen Unterschiede?
1995 kehrt Murat, der Sohn von Kathy und Orhan, in seine Heimatstadt Istanbul zurück, nachdem er neun Jahr in den USA verbracht hat. Seine Familie weiß noch nichts von seiner Homosexualität, doch nun bringt er seinen Lebensgefährten Brian mit. Werden seine Angehörigen diese Liebesbeziehung akzeptieren können?
Der Dichter Sinan Ünel ist 1958 in den Vereinigten Staaten als Sohn einer Amerikanerin und eines Türken geboren worden. Er verbrachte seine Kindheit und Jugend in der Türkei und kehrte in die USA zum Studium der englischen Literatur und des dramatischen Schreibens an der University of Kansas zurück. Ünel hat bis heute 14 Stücke verfasst. „Pera Palas“, 1995 erschienen, ist bislang sein erfolgreichstes Stück und war in umjubelten Aufführungen unter anderem am Broadway und in London zu sehen.
Für die Inszenierung des Theaters für Niedersachsen zeichnet Bettina Rehm verantwortlich. In den Hauptrollen spielen Michaela Allendorf, Emma Henrici, Joëlle Rose Benhamou, Katharina Wilberg, Simone Mende, Jonas Kling, Dennis Habermehl, Jonas Nowack, Moritz Nikolaus Koch und Martin Schwartengräber.