Lebensqualität ist das, was man daraus macht

Sie vereinigten bei der Wahl zum Burgdorfer Seniorenrat jeweils die meisten Stimmen auf sich (v. li.): Hans Bauer , Karl-Heinz Meyer, Karen Lüders, Michael Ethner, Paula Kusber, Hartwig Laack und Wolf Büttner. (Foto: Georg Bosse)

4. Burgdorfer Seniorenversammlung wählte neuen Vorstand

BURGDORF (gb). Auf der Agenda der 4. Burgdorfer Seniorenversammlung am vergangenen Dienstagabend im Ratssaal des Schlosses stand der Tagesordnungspunkt „Wahlen“ im Fokus des Interesses von rund 140 Burgdorfer Senioren. Gespannt war man auch auf den angekündigten Vortrag von Dr. Michael Pries (Peine) aus Wolfsburg, der der Leiter der „Inszenierten Bildung in der (VW-)Autostadt“ ist.
Das Modell „Seniorenrat“ sei der richtige Weg, weil das Älterwerden ein persönlicher und gesellschaftlicher Prozess sei, dem es mit Ideen zu begegnen gelte, so Burgdorfs Bürgermeister Alfred Baxmann. „Bei der konstruktiven Zusammenarbeit haben sich Seniorenrat und Stadtverwaltung nie gegenseitig überfordert“, sprach der Bürgermeister der 2007 ins Leben gerufenen, ehrenamtlichen Interessengemeinschaft seine Anerkennung aus.
Die Versammlung ließ sich vom Fördervereinsvorsitzenden Rudolf Bembenneck als Wahlleiter durch die Abstimmungsprozedur führen. Die Auszählung der abgegebenen 86 gültigen Stimmzettel ergab folgendes Ergebnis: Wolfgang Büttner (73 Stimmen), Paula Kusber (71), Hartwig Laack (69), Hans Bauer (64), Karen Lüders (61), Karl-Heinz Meyer (60) und Michael Ethner (44). Gertrud Schwarz, die auf einen vorherigen Appell des Vorsitzenden Wolf Büttner spontan aus der Versammlung heraus für den Seniorenrat kandidierte, erhielt 29 Stimmen und ist eventuelle Vorstands-Nachrückerin.
Gastredner Michael Pries begab sich zu Beginn seiner Ausführungen zurück ins Jahr 1984 und machte von dort an den Wandel in Deutschland bei der Wahrnehmung von Senioren deutlich. „Es gibt viele Bilder es Alters. Schubladen sind nicht (mehr) gerechtfertigt, weil die Bandbreite innerhalb dieser wachsenden Altersgruppe immer größer wird. Wir kennen heute aktive ältere Menschen, die sich nicht nur vom Arbeitszwang befreit sehen, sondern den „Ruhestand“ als Chance zur Freiheit für etwas anderes verstehen. Und die „Best Ager“ suchen sich „soziale Konvois“, wenn sie nicht im eigenen Familienverbund alt werden können“, sagte Pries. Diese „sozialen Konvois“ können als soziale Altersvorsorge in Form verschiedener Netzwerke (Freunde, Initiativen & Vereine) aufgebaut werden und geben dem so genannten „Zukunftshaus“ mit seinen finanziellen und privaten Vorsorgesäulen ein drittes, wichtiges Standbein. „So entwickelt sich ein „Leben zwischen Muss und Muße“, dessen Qualität nicht davon abhängt, was geboten wird, sondern was man daraus macht“, meinte Michael Pries.