Landwirtschaft wie zu Opas Zeiten

Der langjährige FOS-Vorsitzende Wolfgang Heldt mit seinem Amtsnachfolger Heiner Wehrs (hinten; v.l.) auf einem restaurierten Grasmäher mit Handablage. Foto: Georg Bosse

Perfektes Spätsommerwetter „Rund ums Korn“ in Schillerslage

SCHILLERSLAGE (gb). Wie in der Landwirtschaft vor rund 100 Jahren gepflügt und gesät, geerntet und gedroschen wurde, bekamen unzählige Besucher am vergangenen Sonntag beim 32. Dreschefest in Schillerslage anschaulich vor Augen geführt.
Die publikumswirksame, bäuerliche Show unter dem Motto „Rund ums Korn“ wurde am Vormittag mit einem Gottesdienst auf freiem Feld und unter strahlend blauem Himmel von Superintendentin Sabine Preuschoff eingeläutet. Die Veranstaltung konnte seinen gewohnten Verlauf nehmen, weil die Organisatoren tags zuvor nach Sonnenuntergang spontan eine Nachtwache aufgestellt hatten, um einen möglichen Diebstahl der angejahrten landwirtschaftlichen Gerätschaften zu verhindern.
Für das Budenrund mit Kuchen- und Kaffeezelt, mit Dorfschmiede und Steinofenbackstube sowie mit einem Milch- und Muckefuckkiosk, hatten einmal mehr die fleißigen Ehrenamtlichen des Fördervereins der Ortsfeuerwehr Schillerslage (FOS) Sorge getragen. Den Bierausschank hatten die befreundeten Kameraden von der Freiwilligen Ortswehr Röddensen übernommen. 
Heiner Wehrs, der Wolfgang Heldt als FOS-Vorsitzenden abgelöst hat, war der Erste, der seine beiden Belgischen Kaltblüter vor die alte Drillmaschine spannte und damit demonstrierte, wie früher das Saatgut in die kleinen Furchen deponiert wurde. Ihm folgte Jonas Bartels mit einer etwa 150 Jahre alten Walze, die ein Schwarzwälder Kaltblut über den Acker zog und zu deren Herkunft Moderator Matthias Straßner erzählen konnte: „Diese seltene Walze hat ein Hannoveraner, der mal Besucher des Dreschefestes war, unserem FOS überlassen. Wir haben den Holzbock verjagt und das gute Stück wieder flott gekriegt.“
Während sich die Erwachsen für die mühsame Landarbeit längst vergangener Tage interessierten und/oder sich in der alten Dorfschmiede persönliche Glückshufeisen hämmern ließen, hatten die kleinen ihren Spaß im und mit dem frischen Stroh.