Landesminister besucht Finanzamt

Die SPD-Landtagsabgeordnete Thordies Hanisch (von links), der Niedersächsische Finanzminister Reinhold Hilbers und der Vorsteher des Finanzamts Burgdorf Peter Niemann haben sich ausgetauscht.

Reinhold Hilbers tauscht sich mit den Mitarbeitern in Burgdorf aus

Burgdorf (fh). Der Niedersächsische Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) hat Ende Juni das Burgdorfer Finanzamt besucht, um sich einen Eindruck von der Arbeitssituation vor Ort zu verschaffen und sich mit dem Vorsteher Peter Niemann und seinem Team persönlich auszutauschen. „Ein großes Thema sind Ausbildung und Fachkräftegewinnung. Denn bis etwa 2025 wird rund ein Drittel der Mitarbeiter aller Niedersächsischen Finanzämter in den Ruhestand gehen“, sagt Hilbers.
Deshalb werde schon jetzt darauf hingearbeitet, die frei werdenden Stellen künftig wieder besetzen zu können. Das spiegelt sich auch in den Zahlen des Finanzamtes Burgdorf wider: Dort sind zur Zeit 226 Festangestellte und 25 Auszubildende beschäftigt, davon 13 Finanzanwärter und zwölf Steueranwärter. Elf von ihnen werden in diesem Jahr fertig, dafür rücken genauso viele wieder nach.
Eine weitere große Aufgabe sei für die Niedersächsischen Finanzämter die Digitalisierung in allen Arbeitsbereichen. Schon jetzt geben etwa 75 Prozent der Steuerpflichtigen in Burgdorf ihre Steuererklärung über das Online-Portal Elster ab. Das entspricht in etwa dem niedersächsischen Durchschnitt.
In den zurückliegenden Monaten habe die Corona-Epidemie auch die Finanzämter vor große Herausforderungen gestellt. „Wir haben innerhalb kurzer Zeit vielen Mitarbeitern Home-Office ermöglicht und die dafür nötige technische Ausstattung und Software-Lizenzen bereitgestellt“, erläuterte Hilbers. Außerdem seien 391 Mitarbeiter der Niedersächsischen Finanzämter vorübergehend an die Gesundheitsämter ausgeliehen worden, um dort bei der Kontaktnachverfolgung zu helfen. In Burgdorf betraf das in der Spitze bis zu sieben Beschäftigte, aktuell sind es noch drei.
Und auch inhaltlich habe die Pandemie die Arbeit in den Finanzämtern geprägt. „Wir haben den Unternehmen in der Krise durch steuerliche Erleichterungen Liquidität zur Verfügung gestellt“, betont Hilbers. Durch die Anträge auf Stundungen oder geringere Vorauszahlungen sei der Arbeitsaufwand im Finanzamt Burgdorf in den vergangenen Monaten gestiegen. Weil durch die Ausleihe ans Gesundheitsamt gleichzeitig weniger Personal zur Verfügung stand, seien beispielsweise einige Betriebsprüfungen verschoben worden. „Priorität hatte für uns, dass wir niemanden warten lassen, der in der Krise auf Steuer­erleichterungen angewiesen war“, sagt der Vorsteher des Finanzamtes Burgdorf Niemann.
Der Finanzamtsbezirk umfasst die Städte Burgdorf, Burgwedel, Lehrte und Sehnde sowie die Gemeinden Isernhagen, Uetze und Wedemark. Das Steueraufkommen betrug im Jahr 2020 insgesamt rund 1,3 Milliarden Euro, womit die Behörde zu den aufkommensstarken Finanzämtern im Land zählt. Das Steueraufkommen aller 55 niedersächsischen Veranlagungsfinanzämter belief sich im Jahr 2020 auf rund 40 Milliarden Euro.