Kriminalität in Burgdorf und Uetze stagniert

Bei den festgestellten Diebstahlsdelikten 2009 im Zuständigkeitsbereich der PI Burgdorf fiel besonders die rasante Zunahme (+ 165) von Radwegnahmen auf. Fahrräder sollten immer mit einem stabilen Schloss gesichert werden. (Foto: Georg Bosse)

Nur Fahrraddiebstähle nehmen stark zu – Aufklärungsquote der Polizei auch

BURGDORF/UETZE (gb). In der Polizeiinspektion Burgdorf (PI) sind in der vergangenen Woche die Zahlen zur Entwicklung des Kriminalitätsgeschehen in Burgdorf und Uetze vorgestellt worden. Bei insgesamt 3.214 bekannt gewordenen Straftaten in 2009 (2008: 3200) bewegten sich die Rechtsverletzungen zwar auf einem vergleichbar hohen Niveau gegenüber dem Vorjahr, aber mit der aktuellen Aufklärungsquote von 50,34 Prozent sei man auf den richtigen Weg, so Kripo-Chef Thomas Block.
Leider gab es beim Tatbestand „Körperverletzungsdelikte“ keine signifikante Verbesserung der Situation in Burgdorf und Uetze. Eine hohe Anzahl der angezeigten 354 Fälle (2008: 355) ist im atmosphärischen Umfeld von so genannten „Brauchtumsveranstaltungen“ angesiedelt. „Körperverletzungen werden von überwiegend jungen Männern unter Alkoholeinfluss begangen“, weiß Thomas Block. Alkoholgenuss ist häufig wohl auch Auslöser der 454 Sachbeschädigungen (2008: 539), die der Volksmund gern „Vandalismus“ nennt. In diesem Zusammenhang bat der Leiter der Polizeistation Uetze, Wolfgang Seffer, um frühzeitige Hinweise der (beobachtenden) Bevölkerung an die Polizei.
Im „Sog der großen Stadt“ musste die PI Burgdorf auch 63 Verstöße (2008: 53) gegen das Betäubungsmittel-Gesetz (Rauschgiftdelikte) in ihrem Zuständigkeitsbereich bearbeiten.
Unter dem zusammenfassenden Begriff „Diebstahlsdelikte“ (1.416) fielen die vermehrt auftretenden Entwendungen von Navigations-Geräten, Laptops und anderen im abgestellten Auto offen liegen gelassenen Gegenständen sowie der hohe Anstieg beim Fahrraddiebstahl (517) auf. Nachlässiges Verhalten und unzureichende Sicherungen seien bald schon eine „Verleitung zum Diebstahl“, mahnten Thomas Block und der Leiter der PI Burgdorf, Jürgen Graver, mehr ausreichende Sorgfalt bei Besitzern und Eigentümern an. „Zu einem hochwertigen Fahrrad gehört eben auch ein ebensolches Stahlrohr-Schloss“, betonten die Beamten, die hinter den Raddiebstahlsanzeigen auch den einen oder anderen (Hausrats-)Versicherungsbetrug vermuten. „Da muss einen doch die große Zahl an nicht abgeholten Fundfahrrädern durch die Geschädigten stutzig machen“, formulierte es Jürgen Graver vorsichtig.