Konzert mit lokalen Wurzeln

Das Kammerorchester Hannover spielt im Stadthaus Werke von Alfred Koerppen. (Foto: privat)

Das Kammerorchester Hannover spielt Stücke des Burgdorfer Komponisten Alfred Koerppen

Burgdorf (r/fh). Dem Kulturverein Scena gelingt es immer wieder, Musiker und Ensembles aus aller Welt nach Burgdorf zu holen. Doch für das nächste Konzert müssen die Ehrenamtlichen zur Abwechslung einmal nicht in die Ferne schweifen, sondern setzen ganz bewusst einen lokalen Akzent. Das Kammerorchester Hannover wird zwei Stücke des in Burgdorf lebenden Komponisten Alfred Koerppen spielen: zum einen seine 1. Sinfonie von 1948 und zum anderen sein neuestes Werk "In Paradisum", das gerade einmal zwei Tage vorher in der Christuskirche in Hannover uraufgeführt wird. Zudem spielt das Orchester Bachs berühmte "Air", seine Kantate "Widerstehe doch der Sünde" sowie die "Dream Sequence" des US-amerikanischen Komponisten George Crumb, in der als Besonderheit eine Glasharfe zum Einsatz kommt.
Das Konzert in Burgdorf beginnt am Sonntag, 12. September, um 17 Uhr im Stadthaus, Sorgenser Straße 31. Es gilt die 3G-Regel, das heißt alle Besucher müssen nachweisen, dass sie vollständig gegen das Coronavirus geimpft, von einer Covid19-Erkrankung genesen oder negativ getestet sind. Der Eintritt kostet 20 Euro. Karten gibt es im Vorverkauf bei der Buchhandlung Wegener (Marktstraße 65) und bei Bleich Drucken und Stempeln (Braunschweiger Straße 2). Außerdem können sie direkt bei Scena vorbestellt werden, unter Telefon (05147) 720937 oder per E-Mail an info@scena-burgdorf.de.
Alfred Koerppen stammt aus Wiesbaden und besuchte das legendäre Frankfurter Musikgymnasium, wo er beim späteren Leipziger Thomaskantor Kurt Thomas Kompositionsunterricht bekam. 1967 erhielt Koerppen die Professur für Komposition und Musiktheorie an der Hochschule für Musik und Theater Hannover, wo er jahrzehntelang lehrte. Seine Werke werden weltweit aufgeführt.
Bei dem Konzert im Stadthaus stellt das Kammerorchester Hannover unter Leitung von Hans-Christian Euler zwei seiner Stücke vor, die exemplarisch für ein ganzes Komponistenleben stehen. Die für große Bläserbesetzung geschriebene 1. Sinfonie entstand bereits 1948, als sich Koerppen nach dem Krieg noch in Frankfurt als Organist und Musiklehrer durchschlug. Die Kantate „In Paradisum“ für Countertenor, zwei Violinen und zwei Waldhörner stellte der inzwischen 94-jährige Koerppen dagegen erst vor Kurzem fertig. Den Solopart singt der Countertenor Johannes Euler.