Komplettausfall der S6

Nach dem Wintereinbruch stellte die DB Regio die Linie ein

Burgdorf (fh). Im S-Bahn-Verkehr zwischen Burgdorf und Hannover hat der Wintereinbruch noch lange nachgewirkt: Bis einschließlich Freitag ist die S6 fast zwei Wochen lang komplett ausgefallen. In den ersten Tagen nach dem Wintereinbruch machten der DB Regio vor allem Schneeverwehungen auf den Schienen, Eisglätte und eingefrorene Weichen zu schaffen. Zuletzt waren aber nicht mehr die Streckenverhältnisse schuld, sondern fehlende Züge.
Denn durch das Winterwetter seien derzeit vergleichsweise viele von ihnen beschädigt. Und bis das Tauwetter einsetzte, hätten eingefrorene Weichen und ungeräumte Gleise obendrein den Zugang zu den Werkstätten erschwert, sodass auch der reguläre Instandhaltungsplan nicht habe eingehalten werden können.
Wenn die ganze Misere aber gar nichts mit der Strecke zu tun hat, warum ist dann gerade die S6 so stark betroffen, während andere Linien längst wieder regulär fahren? Dahinter steckt eine bewusste Entscheidung der DB Regio, bei der sie sich nach eigenem Bekunden eng mit der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen abgestimmt habe. Dabei sei das Gesamtnetz der S-Bahn Hannover berücksichtigt worden. Auf vielen Linien habe es ohnehin Einschränkungen gegeben, indem beispielsweise kürzere Züge verkehrten als üblich. Ziel sei es gewesen, weitere negative Folgen möglichst gering zu halten.
Für den Ausfall der S6 habe man sich entschieden, weil das Fahrgastaufkommen auf dieser Linie vergleichsweise gering sei und die Fahrgäste auf die überwiegend parallel verlaufende S7 ausweichen könnten. "So können weiterhin alle Bahnhöfe angefahren werden, jedoch in einem größeren zeitlichen Abstand", erläutert eine Bahnsprecherin die Überlegung.
Der Burgdorfer Regionsabgeordnete Oliver Brandt übt Kritik an diesem Vorgehen. "Die Burgdorfer sind keine Bürger zweiter Klasse! DB Regio hat einen Beförderungsvertrag mit der Region Hannover abgeschlossen. Es darf nicht sein, dass sie vorsätzlich vor allen Burgdorfer Züge ausfallen lässt!" Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz sagte zu, zeitnahes mit Vertretern der DB Regio darüber zu sprechen.