„Kolping muss der Anwalt der Armen sein“

Die langjährigen Mitglieder der Burgdorfer Kolpingsfamilie sind ausgezeichnet worden: v.l. Bernhard Vehoff, Gebhard Schlusche, Andreas Hartmann, Jürgen Mollenhauer, Kerstin Marx und Josef Feldmann. (Foto: Kolpingsfamilie Burgdorf)

Burgdorfer Kolpingsfamilie gedachte ihres Gründungsvaters

BURGDORF (r/jk). Weltweit gedenken die Mitglieder des Kolpingwerkes am 4. Dezember ihres Gründungsvaters Adolph Kolping, der vor über 160 Jahren den katholischen Sozialverband gegründet hat und am 4. Dezember 1865 in Köln gestorben ist. Die Mitglieder der Kolpingsfamilie Burgdorf hatten sich aufgrund von terminlichen Überschneidungen - zahlreiche Mitglieder waren am Wochenende auf dem Burgdorfer Weihnachtsmarkt engagiert - bereits eine Woche früher getroffen.
Jürgen Mollenhauer, der 1. Vorsitzende der hiesigen Kolpingsfamilie, konnte annähernd 70 Gäste im voll besetzten katholischen Pfarrheim begrüßen. Darunter war zahlreiche Prominenz aus dem Kolpingwerk: Mit Hubert Tintelott, dem Generalsekretär von Kolping International, konnte ein herausragender Festredner für die Veranstaltung gewonnen werden. Vom Diözesanverband Hildesheim war die zweite Vorsitzende Annette Stasche dabei. Und auch Josef Feldmann, den Vorsitzenden des Bezirks Celle, dem die Burgdorfer angehören, hatte der Weg in die Auestadt geführt.
In seinem schwungvollen Festvortrag blickte Generalsekretär Hubert Tintelott zunächst ein wenig in die Vergangenheit. Seit bereits 37 Jahren bekleidet er dieses Amt. Damals war das Kolpingwerk in 14 Ländern der Erde vertreten, heute sind es 61. Seit seinem Amtsantritt wurden weltweit 4.000 neue Kolpingsfamilien gegründet. Damals, so Tintelott, rückte die internationale Dimension der sozialen Frage in den Mittelpunkt des kirchlichen Bewusstseins. Das Internationale Kolpingwerk stellte sich diesen Herausforderungen. Heute habe der Verband weltkirchliche Bedeutung erlangt.
„Kolping muss Anwalt der Armen sein!“, rief Hubert Tintelott den aufmerksamen Zuhörern zu. Hilfe zur Selbsthilfe, wie sie das Kolpingwerk seit seiner Gründung vermittelt, bedeute die Bildung von Strukturen, die den Menschen Zugang zum Wirtschaftsleben und zur Gesellschaft ermöglichen.
Mit Blick auf die Partnerschaft der Kolpingsfamilie Burgdorf mit der Kolpingsfamilie Sebes (Mühlbach) in Rumänien betonte der Generalsekretär: „Kolping schlägt Brücken!“ Gerade in Rumänien, wo die verschiedenen ethnischen Gruppen Rumänen, Ungarn und Deutschstämmige nebeneinander leben, gelinge es dem Kolpingwerk, die Menschen zu vereinen. Auch die unterschiedlichen Konfessionen, in Rumänien gibt es neben römisch-katholischen auch griechisch-katholische Christen, sorgt für eine schwierige Gemengelage. Trotzdem entwickelt sich der Verband aber weiter.
Im weiteren Verlauf des Gedenktages konnten mehrere langjährige Mitglieder geehrt werden. Bernhard Vehoff ist bereits seit 50 Jahren Mitglied des Kolpingwerkes. Er erhielt hierfür die goldene Ehrennadel. Seit 40 Jahren ist Gebhard Schlusche dabei. Für 25-jährige Mi6tgliedschaft konnten Kerstin Marx und Andreas Hartmann geehrt werden.
Außerdem konnten zwei neue Mitglieder in die Kolpingsfamilie Burgdorf aufgenommen werden. Daniela und Stephan Marx sind die Mitglieder 85 und 86.
Den Abschluss des Gedenktages bildete eine Heilige Messe in der St. Nikolaus-Kirche.