Königsschießen fest in Familienhand

Bevor die neue Scheibe für Kinderkönigin Rica Thiesen am Schützenhaus aufgehängt wird, lässt Schützenchef Gerd Berkhahn (rechts) die Mitglieder erst raten, was für ein Vogel dort abgebildet ist. Nach einigen vergeblichen Versuchen verrät er schließlich die Lösung: ein Neuntöter-Weibchen.
 
Matthias Berkhahn ist neuer Schützenkönig. (Foto: privat)

Schützenchef Gerd Berkhahn landet vor seinen Enkelinnen und knapp hinter seinem Sohn

Hülptingsen (fh). Beim Königsschießen des Hülptingser Schützenvereins hat Familie Berkhahn den Titelkampf diesmal unter sich ausgemacht. Der Vorsitzende Gerd Berkhahn landete auf dem zweiten Platz und seine Enkelinnen Franziska und Larissa folgten auf dem dritten und vierten. Neuer König wurde sein Sohn Matthias mit einem Gesamtteiler von 65,0 aus zwei Sätzen. „Er hat mir den Sieg knapp vor der Nase weggeschnappt“, sagt der Schützenchef mit einem Augenzwinkern.
Am vergangenen Wochenende haben die Hülptingser ihre neuen Majestäten bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein ausgiebig gefeiert und damit die Schützenfestsaison im Altkreis Burgdorf eröffnet. Am Samstag zogen sie mit musikalischer Begleitung der Wikinger durch die kleine Ortschaft, um die diesjährigen Königsscheiben anzubringen.
Das Schützenhaus war dabei gleich mehrmals Station. Gleich zu Beginn wurden dort die Majestäten vom vergangenen Jahr abgeholt. Zwar mussten auch die Hülptingser ihr Schützenfest im Frühling 2021 wegen der Corona-Epidemie absagen, holten es aber als einzige im gesamten Altkreis im Herbst inklusive Königsschießen nach.
Im weiteren Verlauf kehrte der Umzug dann noch zweimal zum Schützenhaus zurück, um dort die Scheiben der Kinderkönigin und der Juniorenkönigin anzubringen. „Beide wohnen in Burgdorf, sodass der Weg bis zu ihnen nach Hause etwas zu weit gewesen wäre. Deshalb werden sie jetzt erstmal an unserem Schützenhaus angebracht, können aber später noch umgehängt werden“, erläutert Gerd Berkhahn.
Beim Kinderkönigsschießen hatte Rica Thiesen die Nase vorn. Mit einem Teiler von 69,9 landete die 14-Jährige mit deutlichem Abstand auf dem ersten Platz. „Ich bin an allen drei Tagen des Wettbewerbs ins Schützenhaus gekommen. Ein bisschen nervös war ich schon, aber am letzten Tag habe ich noch mal alles rausgeholt“, sagt sie. Sie ist seit etwa fünf Jahren im Hülptingser Schützenverein. „Meine Schwester war bereits Mitglied und auch schon mal Kinderkönigin gewesen. Sie hat mir immer davon erzählt“, erinnert sich Rica. Zum Schießen habe sie bereits einen Bezug gehabt, weil ihr Vater Jäger sei. „Und im Verein wurde ich dann herzlich aufgenommen und es hat einfach Spaß gemacht“, sagt sie.
Den Titel der Juniorenkönigin hat sich Sophie Meyer mit einem Teiler von 25,7 gesichert. „Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Es war ein absoluter Glücksschuss“, sagt die 16-Jährige. Es ist nicht ihre erste Amtszeit. Denn kurz nach ihrem Vereinseintritt war sie 2016 bereits Kinderkönigin geworden. „Ich freue mich, dass ich es jetzt wieder geschafft habe, aber ich hätte es auch allen anderen gegönnt“, sagt sie. Im gesamten Jugendbereich von den Kindern bis zu den Junioren sind in Hülptingsen derzeit die Mädchen unter sich und viele sind bereit seit Jahren dabei. Es gebe einen tollen Zusammenhalt in der Gruppe und keine Spur von Konkurrenzdenken.
Eben diese Gemeinschaft habe vielen Vereinsmitgliedern während der Corona-Epidemie gefehlt. „Deshalb freuen sich jetzt alle, sich beim Schützenfest wiederzusehen, zu klönen und in guter Stimmung zusammen zu feiern“, sagt Schützenchef Berkhahn. Noch seien die Corona-Einschränkungen zu spüren. „Wir haben vieles abgespeckt. Das Dorf wurde beispielsweise nicht mit Grün geschmückt, es gab keinen Kuchennahmittag und auch der klassische Kehraus mit Spendensammlung am Montag ist ausgefallen“, sagt er und fügt hinzu: „Ich hoffe, dass wir 2023 wieder an all die schönen Traditionen anknüpfen können!“