Kleine Sporthalle ist gesperrt

Die kleine Sporthalle des Gymnasiums ist bis auf Weiteres gesperrt.
 
Aushänge an der Eingangstür weisen auf Raumänderungen hin.

Probleme mit der Deckenkonstruktion: Schulsport und Vereine müssen in andere Hallen ausweichen

BURGDORF (fh). Die Burgdorfer Sportler müssen noch ein bisschen enger zusammenrücken – denn seit Anfang Oktober ist die kleine Sporthalle des Gymnasiums am Berliner Ring gesperrt. Der Grund: Die Deckenkonstruktion stammt aus den siebziger Jahren und weist eine für jene Zeit typische Bauart auf. „Aus heutiger Sicht hat sie jedoch keine bauaufsichtliche Zulassung und eine Berechnung der Tragfähigkeit ist nicht möglich“, sagt Stadtsprecher Sebastian Kattler. Deshalb gebe es fachliche Bedenken, ob die Decke dauerhaft standsicher ist.
Auf dieses Problem ist die Stadt aufmerksam geworden, weil das Flachdach jüngst undicht geworden war. Bei der Reparatur zog sie vorsorglich auch einen Gutachter hinzu: Sein Ergebnis führte dann zur Schließung der Halle. Und warum ist die Stadt nicht schon viel eher auf dieses Problem aufmerksam geworden? „Eine vorausschauende Sanierung von verdeckten Bauteilen ist nicht umsetzbar. Das Problem in Bezug auf die abgehängte Decke in der Sporthalle wurde erst nach der Bauteilöffnung offensichtlich und war von ‚unten‘ nicht erkennbar“, betont Kattler
Seit Oktober 2018 gab es bereits mehrfach Probleme in der Halle: So waren unter anderem Heizungsrohre, die im Boden verlegt waren, undicht geworden. Um sie zu reparieren, musste die Stadt den Sportboden nach eigenen Angaben großflächig öffnen und ihn aufwendig trocknen. Kaum war dieses Problem behoben, machten sich die undichten Stellen im Dach bemerkbar. Deshalb war die kleine Sporthalle des Gymnasiums bereits von Ende Oktober 2018 bis Mitte Januar 2019 nur eingeschränkt nutzbar; im Sommer war sie anderthalb Monate ganz gesperrt und seit August stand nur eine Hälfte zur Verfügung.
Wie lange es diesmal dauern wird, ist ungewiss. „Wir gehen von einer längeren Schließung aus“, kündigt Henry Barm, der Leiter der städtischen Schul- und Sportabteilung, an und fügt hinzu: „Wir müssen Lösungsansätze entwickeln und gucken, wie wir sie finanzieren können“, so Barm. Denn im Haushalt seien dafür noch keine Mittel vorgesehen. Bis auf Weiteres müssen Schule und Vereine deshalb auf andere Räume ausweichen: Der Schulsport wurde überwiegend in die große Sporthalle des Gymnasiums verlegt; die Realschule nutzt zum Teil auch die Sport­halle der Rudolf Bembenneck Gesamtschule Im Langen Mühlenfeld.
Betroffen sind außerdem die TSV Burgdorf mit den Sparten Leichtathletik, Turnen, Prellball, Volleyball, Handball und Ski sowie in geringerem Maße das Südstadtbistro und der Heeßeler SV. „Die Hallenkapazitäten sind dadurch noch angespannter als ohnehin schon“, räumt Barm ein, fügt jedoch hinzu: „Wir haben, denke ich, gute Lösungen gefunden, mit denen die Vereine leben können.“
Das liegt aber auch am Engagement der Betroffenen. „Wir haben das meiste selbst aufgefangen und intern gelöst“, sagt Heidi Ludwig von der TSV-Turnabteilung. Besonders kniffelig für sie: In den ihnen zugeteilten 18,5 Stunden nutzen die Turner die beiden Hallenhälften meistens separat, sodass gleichzeitig zwei Gruppen trainieren können. Dementsprechend viel musste Ludwig umplanen. „Ich habe die Herbstferien über getüftelt, wie es funktionieren kann. Einige schlaflose Nächte hat mir das schon bereitet, aber jetzt läuft es“, sagt sie.
Dafür habe sie teilweise auch Trainingszeiten ändern und Gruppen zusammenlegen müssen; eigentlich geplante neue Angebote habe sie erst einmal ganz zu den Akten gelegt. Und auch bei bestehenden Kursen müssen die Betroffenen improvisieren: So findet das Eltern-Kind-Turnen bis Jahresende in einem Gymnastikraum statt. „Das ist nicht optimal, weil es dort keine Geräte gibt, die eigentlich zum Training dazugehören“, schildert Ludwig. Aber es sei besser als nichts – denn gerade die Eltern-Kind-Gruppe mit rund 40 Personen habe in den vergangenen Monaten wegen der vorherigen Sperrungen schon häufig ganz ausfallen müssen.