„Klein aber oho“: Das Schützenfest in Otze lebt

Die Würdenträger aus Otze nach der Proklamation mit ihren Scheiben, die jetzt die Häsuer zieren werden. (Foto: Holger Staab)

Familie Dralle sicherte sich zwei Königstitel

OTZE (hs). Der negativen Entwicklung bei den Schützenfesten zum Trotz feiert der kleine, aber feine, Schützenverein Otzenia in jedem Jahr sein Schützenfest auf dem Festplatz neben dem Schützenhaus. Es hat sich zwar an einigen Programmpunkten etwas geändert und es wird auch nicht mehr an drei Tagen gefeiert, wie in der Anfangszeit des Schützenfestes, aber es wird intensiver gefeiert. Das bewahrheitete sich auch am vergangenen Wochenende beim Kommersabend und während der Zeltparty am Sonntag.
Erst am frühen Abend des vergangenen Sonnabend ging das Schützenfest von Otzenia so richtig los. Beim Abholen der Könige des Vorjahres, von Ortsbürgermeister Carl Hunze und den Vertretern der Verwaltung waren alle Schützen gut auf ihr Fest vorbereitet. Am Schützenplatz wurde eine Flaggenhissung durchgeführt und der anschließende Kommersabend eröffnete dann auch offiziell das diesjährige Volks- und Schützenfest 2011.
Da der Schützenverein seine Majestäten bereits im Vorfeld des Festes ausgeschossen hatte und auch die Ergebnisse bereits bekannt waren, konnte Schießsportleiterin Doris Günther keine Überraschungen bei der Proklamation bekanntgeben. Schützenchef Karl-Heinz Dralle errang die Würde des Schützenkönigs mit einem 51,4 Teilerschuss und wird sie im kommenden Schützenjahr tragen. Als Damenkönigin wurde Christa Wiechert (106,2 Teiler) proklamiert. Auch Lennert Dralle (29 Ring) konnte eine Königskette als Kinderkönig in Empfang nehmen. Genauso wie Jugendkönig Niklas Peisker (123,1 Teiler) und Armbrustkönig Helge Steinecke (30 Ring). Den begehrten Titel für Nichtmitglieder des Schützenvereins, den Volkskönigstitel sicherte sich Ellen Becker (47,1 Teiler). Die Ehrenscheibe konnte Reiner Lüssenhop (35,0 Teiler) abschießen.
In ihren Begrüßungsreden sprachen Ortsbürgermeister Carl Hunze und Burgdorfs Bürgermeister Alfred Baxmann anerkennend über Otzenia. „Der Schützenverein Otzenia ist ein wichtiger Teil der Dorfgemeinschaft und das soll auch so bleiben“, meinte Hunze. Mit Hinblick auf den Einbruch ins Schützenhaus vor einigen Wochen sagte Baxmann: „Wir hoffen, das die Zukunft des Schützenvereins nicht nur materiell, sondern auch personell gesichert ist.“
Eine Reihe von Pokalen und Ehrenzeichen wechselte am Kommersabend noch ihren Besitzer, ehe die Tanzfläche für Spaß und Bewegung freigegeben wurde. Das nahmen die Zeltbesucher, unter denen sich auch Schützen der benachbarten Vereine aus Burgdorf, Sorgensen, Hülptingsen, Obershagen und Ehlershausen befanden, gerne an. Bis in die frühen Morgenstunden wurde so die Nacht zum Tag gemacht und es zeigte sich, dass die Otzer so richtig feiern können, auch wenn sie einer der kleinsten Schützenvereine im Kreisverband Burgdorf sind.
Die Nachtruhe war für einige Schützen kurz, denn bereits um 10.30 Uhr am Sonntagmorgen wurde der Zeltgottesdienst abgehalten und führte besinnlich in den letzten Festtag in Otze. Nach dem Festessen in der Mittagszeit und dem Empfang der Gastvereine auf dem Festplatz wurde der traditionelle Schützenumzug wieder ein Highlight des diesjährigen Festes, obwohl er etwas unter den kalten Temperaturen des Tages litt. Der Umzug führte durch die geschmückten Straßen des Dorfes, das durch die Bahnlinie doch in zwei Teile getrennt ist, aber letztlich zusammenhält. Das zeigte sich in diesem Jahr beim Schützenfest wieder, denn aus allen Ortsteilen nahmen auch Nichtschützen am Fest teil.
Die Kaffeetafel für alle Bürger des Dorfes, die auch die Minis und Tweenys vom SV Hertha Otze mit Jazz-Dance begeisterten, rundete das Programm ab und war wieder toll besucht, ehe am Abend eine Zeltparty das Fest 2011 abschließen sollte. Wieder einmal eine gelungene Veranstaltung. Obwohl es immer schwerer wird, so ein Fest auf die Beine zu stellen, ist es doch gut zu sehen, das Otze lebt - nicht nur beim Kartoffelmarkt, wo viele auswärtige Besucher erscheinen, sondern auch bei Dorffesten ein Dorfleben attraktiv sein kann.