Kirchenkreis plant neue Struktur

Wegen bevorstehender Kürzungen und Personalmangel sollen Gemeinden enger zusammenarbeiten

Altkreis (fh). Dem Kirchenkreis Burgdorf stehen schmerzhafte Kürzungen bevor: Im Zeitraum von 2023 bis 2028 muss er seinen Etat um insgesamt 605.000 Euro senken. Denn aufgrund von demographischem Wandel und Kirchenaustritten sinken bundesweit die Mitgliederzahlen und damit auch die Einnahmen aus der Kirchensteuer. Deshalb hat die Landeskirche Hannover alle Kirchenkreise aus ihrem Bereich zu einem entsprechenden Sparkurs verpflichtet.
Zum Vergleich: Für das laufende Jahr hat der Kirchenkreis Burgdorf ein Haushaltsvolumen von insgesamt 16,5 Millionen Euro beschlossen, wovon etwa zehn Millionen Euro auf die Kindertagesstätten entfallen. Seine verbleibenden Ausgaben von rund 6,5 Millionen Euro muss er demnach bis 2028 um rund zehn Prozent senken. Dafür müssen unter anderem Stellen abgebaut, Sachmittel gekürzt und die Zuschüsse für Bauprojekte der einzelnen Gemeinden zurückgeschraubt werden.
Um trotz der finanziellen Einschnitte weiterhin für die Menschen vor Ort da zu sein, strebt der Kirchenkreis eine engere Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden an. Dafür will er sie zu einem nördlichen Gestaltungsraum (Burgdorf und Uetze) und einem südlichen Gestaltungsraum (Lehrte und Sehnde) zusammenfassen. "Die einzelnen Gemeinden bleiben auch weiterhin selbständig", betont Preuschoff.
Pastoren sollen künftig aber nicht mehr in erster Linie einer Gemeinde, sondern einem Gestaltungsraum zugeordnet sein. "So können wir uns gegenseitig besser unter die Arme greifen und Vertretungen auch mit weniger Personal verlässlich organisieren", begründet die Superintendentin. Das sei nicht nur angesichts möglicher Stellenstreichungen von Vorteil, sondern auch bei längeren Vakanzen. Denn es werde zusehends schwieriger, Stellen für Pastoren und Diakone neu zu besetzen, weil sich immer weniger junge Menschen für diese Berufe entschieden.
Die Idee der Gestaltungsräume ist bereits im Herbst 2019 bei einer Zukunftswerkstatt entstanden. Seitdem hat eine Arbeitsgruppe ein konkretes Konzept dazu erarbeitet und es Ende April bei der Kirchenkreissynode vorgestellt. Der Vorschlag wurde von den Delegierten kontrovers diskutiert. Einige sehen darin eine Chance, die kirchliche Arbeit unter veränderten Bedingungen aufrechtzuerhalten, andere fürchten, dass in den größeren Einheiten Identifikation verloren gehe.
Bis zum Sommer können die Kirchengemeinden nun Rückmeldungen geben. "Wir bieten den Kirchenvorständen an, sie einzeln zu besuchen, um unseren Vorschlag zu erläutern und mit ihnen zu diskutieren", so Preuschoff. Nach Möglichkeit soll das Konzept dann noch in diesem Jahr beschlossen und 2022, spätestens aber 2023 umgesetzt werden.