Kirche gegen Populismus

Pastorin Susanne Paul stellt beim Kirchenkreistag die Inhalte der Resolution vor und begründet, warum eine solche Erklärung aus ihrer Sicht nötig ist. (Foto: Stefan Heinze)

Der Kirchenkreistag hat einstimmig eine Resolution verabschiedet / Veranstaltungsreihe für nächstes Jahr geplant

ALTKREIS (r/fh). Der Kirchenkreistag des Ev.-Luth. Kirchenkreises Burgdorf hat ein Zeichen gegen Populismus und Rechtsextremismus gesetzt: Bei der jüngsten Sitzung in der Lehrter Matthäus-Kirche haben die Mitglieder einstimmig eine entsprechende Resolution unter dem Titel "Auf dem Weg des gerechten Friedens" beschlossen.
Susanne Paul, die Pastorin der Martin-Luther-Gemeinde Ehlershausen-Ramlingen-Otze hatte die Inhalte vorgestellt und begründet, warum eine solche Erklärung aus ihrer Sicht nötig ist. "Klar leben wir friedlich miteinander, könnten wir sagen. Aber es gibt eben auch das andere: der alltägliche Rassismus, die größer werden Spannung zwischen arm und reich, politische Auseinandersetzung, die unterhalb der Gürtellinie stattfinden, Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts, aufgrund der sexuellen Orientierung und vieles mehr. All das gibt es mitten unter uns und um uns herum in unserer Gesellschaft", sagte sie.
Als Christen hätten die Vertreter des Kirchenkreises und die Mitglieder der Gemeinde, Verantwortung, Gesicht zu zeigen, betonte die Pastorin und ergänzte: "Aufzustehen, wenn Menschen nicht geachtet und ausgeschlossen werden, zu widersprechen, wenn behauptet wird, dass Menschenleben unterschiedlich wertvoll sind. Sich einzusetzen, wenn Auseinandersetzungen mit Gewalt in Worten und Taten geführt werden."
In der Präambel der Resolution heißt es: „Im Ev.-luth. Kirchenkreis Burgdorf setzen wir uns für einen Frieden ein, der weit über politische und militärische Vorstellungen hinausweist und im biblischen Sinne des 'Schalom' eine umfassende Bewahrung der Schöpfung und eine umfassende gerechte Verteilung der Lebensressourcen für alle Menschen umschließt.“ Im Folgenden werden dann die Bekenntnisse zur Menschenwürde, zu den Menschenrechten, zur Demokratie, zu Europa, gegen Populismus, zur Förderung des ökumenischen, interreligiösen und interkulturellen Dialog sowie zur Bewahrung der Schöpfung weiter ausgeführt.
Anknüpfend an die Resolution plant der Kirchenkreis für das nächste Jahr bis zu sieben Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen zum Thema Populismus und Demokratie. Sie sollen von April 2020 an im Antikriegshaus Sievershausen und weiteren Orten stattfinden.