Kalibahner luden zum Bahnhofsfest

Eine Fahrt auf der Fahrraddraisine war für Groß und Klein ein besonderes Erlebnis.

Draisinen-Fahrten waren das Highlight auf dem ehemaligen K+S Werksgelände

VON DANA NOLL

HÄNIGSEN/RIEDEL. „Den Wind um die Nase spüren, die Landschaft genießen und dabei aktiv an der Fortbewegung mitarbeiten - das macht die Faszination Draisinenfahrten aus“, erklärt Peter Kohlmeyer, der mit Kind und Kegel zum 11. Bahnhofsfest des Vereins Kalibahn Niedersachsen Riedel gekommen war.
Am vergangenen Wochenende präsentierte sich der Verein auf dem ehemaligen K+S Werksgelände in Hänigsen-Riedel und gewährte den Besuchern einen Einblick in Historie und Gegenwart. Wochenlang wurde geschraubt und gewerkelt, damit für das Fest alles bestens hergerichtet ist. Höhepunkt waren die Fahrten mit den Handhebel- und Fahrraddraisinen sowie mit dem Schienenbus. Diesem ging leider bereits am Samstag die Puste aus.
„Das ist sehr schade, aber bei dem Baujahr 1956 geht schon einmal etwas kaputt. Für die Besucher, die nur wegen dem historischen Schienenbus gekommen sind, tut es uns natürlich leid“, so der Vereinsvorsitzende Joachim Leiner.
Dafür gab es großen Andrang bei den Draisinen. Bei kurzen Schnupperfahrten ging es drei Kilometer zum Waldlager Alte Muna und wieder zurück. Da musste fleißig gestrampelt oder auch gehebelt werden – „ein Riesenspass“, äußerten sich die großen und kleinen Besucher begeistert.
Noch vor fünf Jahren war am Wendepunkt der Strecke noch ordentlich Muskelkraft gefragt. Denn um wieder zum Gelände zurück zu kommen, mussten die Draisinen von den Schienen gehoben und in Gegenrichtung wieder eingesetzt werden. „Da brauchte man schon vier Leute, um die etwa 190 Kilo zu bewegen“, so die Kalibahner. Als beim Bahnhofsfest dann über 2.000 Leute zu Besuch waren, stand fest, dass eine Drehscheibe her musste. Die kam 2013 und wurde von den Kalibahnern selbst gebaut.
Auch die „Kollegen“ von der Arbeitsgemeinschaft Historische Eisenbahn e.V. schauten aus Almstedt (20 km südlich von Hildesheim) vorbei und zeigten sich interessiert an dem Angebot der Kalibahner: „Das ist immer ein ganz besonderes Erlebnis, selber strampeln und Natur und Geschichte sportiv erleben!“
Erstmals gewährte der Verein auch einen Blick auf das noch im Bau befindliche Modell der Kalibahn im Maßstab 1:160, zu dem die Gäste im alten Gepäckkarren Fridolin transportiert wurden. Für das leibliche Wohl war mit Bratwurst und Steaks bestens gesorgt.
„Wir freuen uns, über die vielen Besucher, und vor allem auf die großen und kleinen Freunde unseres Vereins, die uns im Rahmen des Ferienpasses am 22. Juli wieder besuchen“, so Leiner.