Jugendtreff wird zum Museum

Achtung: Dreharbeiten vor dem Jugendtreff im Kirchhorst!

19. Mädchenaktionstage in Isernhagen

VON DANA NOLL

ISERNHAGEN. „Ich drehe mit meinen Freunden immer kleine Filme mit dem Handy“, erzählt Lili, „Jetzt möchte ich mal sehen, wie das mit einer Kamera richtig geht.“ Die Schülerin gehört zur Gruppe von Adele Mecklenborg, Medienzentrum Region Hannover, die im Rahmen der Mädchenaktionstage einen Workshop zum Thema „Wir drehen einen Kurzfilm“ leitet. An den drei Aktionstagen entsteht im Jugendtreff Kirchhorst ein etwa fünfminütiger Film.
Bereits nach einer Stunde haben die Mädchen eine Filmidee gefunden. „Es soll eine Detektivgeschichte werden“, erklärt Lily. „Natürlich auch mit Räubern. Und es soll im Museum spielen“, ergänzt Hanna.
„Die Schülerinnen können und müssen ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Denn es gibt nur Requisiten, die sie auch im Jugendtreff vorfinden“, erklärt die Kursleiterin Adele Mecklenborg. „So wird der Jugendtreff eben zum Museum“, erklären die Mädchen schmunzelnd. Filmen, vertonen, schneiden - noch liegt viel Arbeit vor ihnen, denn von der Idee bis zum fertigen Film ist es ein langer Weg.
Bereits zum 19. Mal werden in den Herbstferien verschiedene Workshops speziell für Mädchen angeboten. Am Abschlusstag präsentieren sie im Isernhagenhof gemeinsam mit den Jungen - die parallel ihre Workshops haben - ihre Ergebnisse.
In diesem Jahr nahmen 52 Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren an den „Mädchenaktionstagen“ teil. Sie konnten zwischen fünf verschiedenen Workshops wählen, die „alle gut gebucht und sehr begehrt waren“, erklärt Organisatorin Birgit Clausing.
So konnte in der Nähwerkstatt ein Kuschelkissen aus Stoff gestaltet werden - vom Zuschneiden über Befüllen bis hin zum Verzieren! Auch der Umgang mit einer Nähmaschine wurde hier erlernt.
Im letzten Jahr erstmalig dabei und auch in diesem Jahr wieder ein Renner, der Workshop Musical. Hier konnten die Akteurinnen mal Bühnenluft schnuppern und sich in Gesang, Tanz und Performance á la High-School-Musical üben. Stageperformerin Petra Henniger von Wallersbrunn forderte die Nachwuchskünstlerinnen, die sichtlich großen Spaß hatten.
Action pur gab es in der Gruppe von Inga Otto. Hier ging es mit einem GPS-Gerät auf Schatzsuche, es wurde Jugger gespielt und die Kunst des Bogenschießens erlernt. Am Ende fuhren die Mädchen noch in den Escape Room nach Hannover. Mehr Action geht nicht!
Großen Andrang gab es auch im Graffiti Kurs. „In diesem Workshop befassen wir uns mit der Welt der Buchstaben“, erklärt Kursleiterin Kerstin Faust, „Wir werden verschiedene Graffiti-Schriftarten ausprobieren. Es wird gemalt, geklebt und gesprüht!“
„Das ist genau das Richtige für uns“, finden auch Anissija und Marlen, die mit Eifer und viel Kreativität dabei sind. Während Anissija ihren eigenen Namen sprayt, hat sich Marlen für den Namen Maja entschieden. „So heißt mein Hund“, erklärt die Schülerin.