„Jochen Mellin: Fotograf – Journalist – Mensch“

Jochen Mellin 1956 mit einer Rollei-Kamera. (Foto: VVV)
 
Jochen Mellin 51 Jahre später im Jahr 2007. (Foto: VVV)

Neue Ausstellung erinnert an den Burgdorfer Journalisten

BURGDORF (r/jk). Am 2. September 2009 verstarb der bekannte Burgdorfer Fotograf und Journalist Jochen Mellin. Welche Spuren sein vielfältiges Wirken hinterließ, zeigt die neue Ausstellung „Jochen Mellin: Fotograf – Journalist – Mensch“. Die vom VVV und der Stadt Burgdorf präsentierte Schau läuft von Sonnabend, 15. Dezember, bis Sonntag, 10. Februar 2013, in der KulturWerkStadt (Poststraße 2). Öffnungszeiten: sonnabends und sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr. Bürgermeister Alfred Baxmann eröffnet die Ausstellung am 15. Dezember um 11.00 Uhr. Klaus von der Brelie, HAZ-Redakteur und langjähriger Büropartner Jochen Mellins, hält den Einführungsvortrag.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen eine Auswahl charakteristischer Fotografien und Presseartikel aus Mellins 45-jährigem Schaffen sowie bisher unveröffentlichte Einblicke in sein berufliches und privates Umfeld. Für die Zusammenstellung und Organisation zeichnet eine Projektgruppe um Dieter Heun, Heidi Rust und Anke Gehrke verantwortlich. Wichtige Vorarbeiten leisteten Ernst Cordes, Otto Lorenz, Heinz Neumann und Dieter Heun, die in den vergangenen Monaten einen Teil des 80.000 Negative umfassenden und dem VVV vermachten Fotoarchiv Mellins auswerteten.
Seinem Geburtsort Burgdorf ist der am 26. Oktober 1940 geborene Jochen Mellin sein Leben lang verbunden geblieben. Nach einer Ausbildung bei einem Celler Fotografen ließ er seiner aufkeimenden Leidenschaft für den Journalismus freien Lauf und traf Anfang der 1960er Jahre den Entschluss, sich diesem Metier fortan mit Herz und Seele zu widmen. Was lag näher, als sich bei dem damals noch erscheinenden „Burgdorfer Kreisblatt“ um eine Anstellung zu bewerben. Seine Hoffnungen erfüllten sich unmittelbar. Mit dem Beginn seiner Tätigkeit für diese Traditionszeitung fiel im Oktober 1961 der Startschuss für eine lange Karriere. 1962 wechselte Jochen Mellin als Reporter zur „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (HAZ). Sein erster großer Artikel für die „HAZ“ war ein am 16. Juli 1962 veröffentlichter Bericht über das Lichterfest in Bodenwerder, den er mit eindrucksvollen Fotografien. Von 1977 bis 2005 gehörte er dem Niedersachsen-Ressort dieser Zeitung an.
Bis zu seinem Ruhestand, in den er Ende des Jahres 2005 eintrat, entstanden bei unterschiedlichsten Anlässen zahllose Fotografien und Artikel. Sie zeichnen sich durch einen schnörkellosen Blick für das Wesentliche aus und verschafften ihm den Ruf eines hervorragenden Journalisten. Sein journalistisches Ethos prägten eine scharfe, mit gesunder Skepsis gepaarte Beobachtungsgabe, sorgfältige Recherchearbeit und der unbestechliche Sinn für zu hinterfragende Sachverhalte. "Texte müssen verständlich geschrieben sein und dürfen keine Fragen aufwerfen", dieses Credo Mellins spiegelt sich in den vorgestellten Artikeln in überzeugender Weise wider.
Nach seinem Rückzug in das Privatleben trat die Burgdorfer Stadtgeschichte verstärkt in den Fokus von Mellins Aufmerksamkeit. Ihren publizistischen Niederschlag fanden diese Studien in den „Zeitgeschichtlichen Heften der Stadt Burgdorf“ (2008) und den „Burgdorfer Döneken aus alter und neuer Zeit“ (2009), die in Zusammenarbeit mit Dieter Heun entstanden.
Begleitend gibt es ein Beiprogramm, das Vorträge und Kindergeburtstagsaktionen mit dem Basteln von Lochkameras umfasst. Ansprechpartner für Führungen, die für Vereine und Gruppen auch innerhalb der Woche möglich sind, ist VW-Geschäftsführer Gerhard Bleich (Tel. 05136- 1862).