Infektionszahlen stark gestiegen

Bürgermeister appelliert an Eigenverantwortung der Burgdorfer

Burgdorf (fh). Die Zahl der Corona-Infektionen ist in Burgdorf zuletzt stark angestiegen. In der Woche vom 5. bis 12 Oktober hat sie sich von 14 auf 28 verdoppelt und seitdem mit leichten Schwankungen auf diesem Niveau stabilisiert. Das ließ auch den sogenannten Inzidenzwert in die Höhe schnellen. Er gibt an, wie viele Neuinfektionen es pro 100.000 Einwohnern innerhalb der zurückliegenden sieben Tage gab und dient Bund und Ländern als Richtschnur für den weiteren Umgang mit der Pandemie: Ab einem Wert von 35 und 50 sind in zwei Schritten zusätzliche Einschränkungen für das öffentliche und private Leben vorgesehen.
In Burgdorf sind diese Marken seit Montag überschritten, Mittwoch und Donnerstag lag die Sieben-Tage-Inzidenz sogar bei 79,5. Konkrete Auswirkungen hat das für die Bürger aber nicht. Denn für eine mögliche Verschärfung der Corona-Regeln sind nicht die Zahlen aus den einzelnen Kommunen maßgeblich, sondern die des gesamten Regionsgebietes. Und dort lag der Inzidenzwert am Donnerstag insgesamt bei 29,9. „Selbstverständlich betrachtet und bewertet das Gesundheitsamt der Region aber auch die Entwicklungen in den einzelnen Kommunen – hier sind je nach Situation und individueller Lage Einzelmaßnahmen möglich“, teilt Regionssprecher Christoph Borschel mit. Das sei aber nicht strikt an die Inzidenz­werte gekoppelt.
Für Burgdorf meldete das Gesundheitsamt am Donnerstag, 15. Oktober, 28 aktuell Erkrankte. Das war einer weniger als am Mittwoch. Allerdings hatte es gegenüber dem Vortag wieder vier Neuinfektionen gegeben, zugleich hatten in der Statistik aber fünf Personen den Status „genesen“ erreicht. Insgesamt gab es in Burg­dorf seit Ausbruch der Epidemie im März bisher 125 Corona-Fälle.
Nachdem Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten am Mittwoch bei ihrem Gipfeltreffen neue Vereinbarungen zum Umgang mit der Corona-Epidemie getroffen haben, ist am Freitag auch der Krisenstab der Stadt Burgdorf wieder zusammengekommen (nach Redaktionsschluss). „Als ausführendes Organ sind wir als Stadtverwaltung abhängig von den Beschlüssen und Verordnungen, die auf Bundes-, Landes- und Regionsebene gefasst werden. Erst wenn diese vorliegen, lassen sich konkrete Maßnahme für die Stadt Burgdorf ableiten“, sagt Bürgermeister Armin Pollehn.
Um das Infektionsrisiko zu reduzieren, appelliert er außerdem an die Eigenverantwortung der Bürger: „Halten Sie weiter Abstand. Tragen Sie einen Mund-Nasen-Schutz und waschen Sie sich regelmäßig und gründlich die Hände. In Herbst und Winter, wenn wir uns vermehrt in geschlossenen Räumen aufhalten, ist auch das regelmäßige Lüften sehr wichtig“, betont er.