Impfung auf Arabisch

Ursula Wieker (2. von links) zusammen mit den fünf neuen interkulturellen Gesundheitsmediatorinnen Dafür nahmen Xueling Hong (von links), Svetlana Mansholt-Zuravlev, Mernoush Amini, Bothina Agha und Nüfusa Coknez. (Foto: Mehrgenerationenhaus)

Im Mehrgenerationenhaus beraten jetzt fünf interkulturelle Gesundheitsmediatorinnen / Jahresprojekt: "Frau in der Gesellschaft"

BURGDORF (fh). Das Mehrgenerationenhaus bietet immer mehr Gruppen, Veranstaltungen und Kurse speziell für Frauen an. "Damit reagieren wir auf die steigende Nachfrage", erklärt die Leiterin Ursula Wieker. Ab 2014 hatten zunächst vor allem geflüchtete Männer Burgdorf erreicht; in der jüngeren Vergangenheit seien über den Familiennachzug und -zuzug zusehends auch Frauen und Kinder angekommen.
Deshalb hat das Mehrgenerationenhaus für 2019 das Jahresprojekt "Frau in der Gesellschaft" initiiert, das vom Integrationfonds der Region Hannover gefördert wird. Im Rahmen dieses Programms haben sich jetzt fünf Frauen mit unterschiedlichen Herkunftssprachen und -kulturen zu interkulturellen Gesundheitsmediatorinnen ausbilden lassen. Dafür nahmen Xueling Hong (chinesisch), Svetlana Mansholt-Zuravlev (russisch), Mernoush Amini (persisch), Bothina Agha (arabisch) und Nüfusa Coknez (kurdisch) an einer Schulung des Ethno-Medizinischen Zentrums in Hannover teil.
Ihr Ziel sei es, geflüchtete Frauen und Migrantinnen zu medizinischen Fragen zu beraten und ihnen das deutsche Gesundheitssystem näher zu bringen. "Wir erklären beispielsweise, was eine Vorsorgeuntersuchung ist und welche Impfungen erforderlich sind", sagt Mansholt-Zuravlev. Weitere Themen seien Familienplanung und Schwangerschaft, Kindergesundheit sowie Alter und Pflege.
Im Mehrgenerationenhaus gibt es darüber hinaus noch viele weitere Angebote speziell für Frauen: beispielsweise drei Frauen-Treffs in kurdischer, arabischer und chinesischer Sprache. Auch Mutter-Kind-Deutschkurse bietet das Mehrgenerationenhaus am. "Der Mangel an Kindergartenplätzen ist bei Migranten ganz erheblich", so Wieker. Deshalb sei es für viele geflüchtete Frauen und Migrantinnen schwierig, regelmäßig Unterrichtsstunden zu besuchen, um Deutsch zu lernen.
Dem sollen die speziellen Kurse abhelfen, zu denen die Frauen ihre Kinder mitbringen können. Eine der Gruppen habe innerhalb von zwei Jahren bereits das Niveau B1 erreicht, so Wieker. Gleichzeitig ermöglichten die Kurse auch den Kindern einen Erstkontakt mit der deutschen Sprache und bereiteten sie auf den Kindergarten vor.
Die allgemeine Beratung des Mehrgenerationenhauses nutzen nach wie vor überwiegend Männer. In den Sprachkursen ist das Verhältnis deutlich ausgeglichener. Abgesehen von den Mutter-Kind-Gruppen, bestehen 16 weitere Deutschkurse mit jeweils etwa 20 Teilnehmern. Einer davon wird ausschließlich von Frauen besucht, in den übrigen seien es 30 bis 40 Prozent. Außerdem ist auch die Kooperation mit Schulen stark gestiegen. Das Mehrgenerationenhaus begleitet etwa 160 Schülerinnen und Schüler.