Impfstation im Burgdorfer Rathaus

Anna-Luise Parlasca unterhält sich nach ihrer Auffrischungsimpfung im Rathaus mit Bürgermeister Armin Pollehn und Marlene Graf vom Fachbereich Gesundheit der Region Hannover.
 
Annika Loewe erhält nach der Einmaldosis von Johnson&Johnson nun eine Auffrischungsimpfung.

Am Eröffnungstag nutzen 102 Menschen das Angebot / Team ist bis zum 3. Dezember vor Ort

Burgdorf (fh). Bei ihrem Hausarzt hätte sie noch bis Anfang Dezember auf ihre Drittimpfung warten müssen - deshalb nutzte Anna-Luise Parlasca von der Burgdorfer Keksfabrik gleich am Montagvormittag kurz nach der Eröffnung das Angebot im Rathaus I an der Marktstraße. Die Region Hannover hat dort eine lokale Impfstation eingerichtet, die bis zum 3. Dezember montags bis freitags von 10 bis 16 Uhr öffnet. Sie steht allen offen, die eine Erst-, Zweit- oder Booster-Impfung gegen das Coronavirus erhalten möchten - und das ganz unkompliziert ohne Terminvereinbarung. "Meine zweite Impfung liegt ungefähr sieben Monate zurück, ich bin froh dass ich meinen Impfschutz jetzt auffrischen konnte", sagt Anna-Luise Parlasca, als sie wieder nach draußen auf die Rathaustreppe tritt.
Aus der Burgdorfer Kommunalpolitik hatte es schon mehrfach Initiativen gegeben, mobile Impfteams nach Burgdorf zu holen. Insbesondere die Freien Burgdorfer und die CDU hatten entsprechende Anfragen und Anträge eingebracht, die im Rat auf breite Zustimmung stießen. Bürgermeister Armin Pollehn betonte nun, dass er diesbezüglich bereits seit Monaten in regem Kontakt mit der Region Hannover stehe. "Die Impfungen sind nicht nur für den individuellen Schutz wichtig, sondern auch, um gemeinschaftlich aus der Pandemie herauszukommen! Ich freue mich daher sehr, dass in Burgdorf jetzt eine Impfstation eröffnet wurde und hoffe, dass viele Bürgerinnen und Bürger dieses Angebot annehmen werden", appellierte er.
Das Team in Burgdorf setzt sich aus einem Arzt und rund zehn Mitarbeitern der Johanniter zusammen. Zum Auftakt haben sie am Montag nach Angaben der Region 102 Impfungen verabreicht. Damit waren sie gleich gut ausgelastet. Denn die lokale Impfstation sei auf rund 100 Impfungen pro Tag ausgelegt. Dabei komme ausschließlich der Impfstoff von Biontech/Pfizer zum Einsatz. "Er hat eine besonders gute Wirksamkeit gegen die Delta-Variante", begründet Marlene Graf, Amtsärztin und kommissarische Leiterin des Fachbereichs Gesundheit der Region. Er eigne sich auch für die sogenannte Booster-Impfung, also die dritte Dosis, und zwar unabhängig davon, welches Präparat bei der Erst- und Zweitimpfung zum Einsatz gekommen ist.
Annika Loewe hatte bisher eine Einmaldosis von Johnson&Johnson erhalten. Weil die Ständige Impfkommission (Stiko) mittlerweile auch bei diesem Präparat eine Zweifachimpfung empfiehlt, ist sie am Montagvormittag ins Burgorfer Rathaus gekommen, um nun eine Dosis von Biontech/Pfizer zu erhalten. "Diese Kreuzimpfungen zwischen den Vektor-Impfstoffen von Astrezeneca oder Johnson&Johnson und dem mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer haben sich etabliert und bieten sogar einen höheren Impfschutz", betont Graf.
Seit das Impfzentrum auf dem Messegelände in Hannover Ende September geschlossen wurde, setzt die Region verstärkt auf dezentrale Angebote. Dafür hat sie die Zahl der mobilen Impfteams jetzt von vier auf acht verdoppelt. Drei von ihnen wechseln regelmäßig ihren Einsatzort und besuchen beispielsweise Seniorenheime, Obdachlosenunterkünften, die örtlichen Tafeln oder Einkaufszentren. Fünf betreiben in den nächsten Wochen feste Impfstationen: Neben Burgdorf sind die weiteren Standorte in Hannover, Neustadt, Springe und Laatzen. Bis Dezember will die Region die Zahl der mobilen Impfteams auf 16 erhöhen. Damit folgt sie der Vorgabe des Niedersächsischen Sozialministeriums, das ein Impfteam je 70.000 Einwohner vorsieht. Es besteht jeweils aus einem Arzt, der von der Kassenärztlichen Vereinigung bezahlt wird, sowie Mitarbeitern von Hilfsorganisationen, für die das Land aufkommt.
Die Region stimme sich dabei eng mit der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen, der Ärztekammer und dem Hausärzteverband ab. Die lokalen Impfstationen der Region stünden nicht in Konkurrenz zu den Hausärzten, sondern dienten als Ergänzung. Sie sollten dazu beitragen, das Tempo bei den Auffrischungsimpfungen zu erhöhen Menschen, die noch nicht geimpft sind, einen niederschwelligen Zugang ermöglichen. "Unser Angebot richtet sich insbesondere an diejenigen, die keinen Hausarzt haben und steht auch Menschen ohne Krankenversicherung offen", erläutert Graf.
Die Impfstation im Rathaus I, Marktstraße 55, öffnet bis zum 3. Dezember montags bis freitags von 10 bis 16 Uhr. Wer sich impfen lassen möchte, muss lediglich seinen Personalausweis oder ein anderes Ausweisdokument und falls vorhanden seinen Impfausweis mitbringen. Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 15 Jahren sollten möglichst von den Eltern begleitet werden. 16- und 17-Jährige können auch alleine kommen, benötigen dann aber eine schriftliche Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten. In den Räumen ist durchgängig eine OP- oder FFP2-Maske zu tragen. Die Impfung ist nicht möglich, wenn akutes Fieber über 38,5 Grad gemessen wird oder in den zurückliegenden sechs Monaten eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt wurde.