IGS hat jetzt eine Oberstufe

Schulleiterin Saskia van Waveren-Matschke und der neue Oberstufenkoordinator Christoph Lever freuen sich, dass sie die Schüler jetzt vom elften bis zum 13. Jahrgang auf das Abitur vorbereiten können.

Nach den Sommerferien ist erstmals ein elfter Jahrgang an der Gesamtschule gestartet

Burgdorf (fh). Für die Integrierte Gesamtschule (IGS) Burgdorf hat am Donnerstag nicht nur das neue Schuljahr begonnen, sondern auch eine neue Etappe. Zum ersten Mal wurde jetzt ein elfter Jahrgang in die frisch eingerichtete Oberstufe aufgenommen. Lange hatten Schulleitung, Lehrer, Eltern und Schüler sich dafür eingesetzt, dass die Jugendlichen die Möglichkeit bekommen, auch nach der zehnten Klasse an der Gesamtschule zu bleiben und dort ihr Abitur zu machen.
Bei den Kommunalpolitikern war das umstritten gewesen, doch Ende 2018 fasste der Rat mit den Stimmen von SPD, Grünen und Freien Burgdorfern mehrheitlich den entsprechenden Beschluss. Bei den entscheidenden Gremiensitzungen saßen damals auch viele IGS-Schüler in den Zuschauerreihen und hielten bunte Transparente hoch, auf denen sie für die Oberstufe warben. "Einige von ihnen sind jetzt in die elfte Klasse gekommen. Sie identifizieren sich deshalb ganz besonders mit der neuen Oberstufe und haben das Gefühl, das damals ein Stück weit selbst mit auf den Weg gebracht zu haben", sagt Schulleiterin Saskia van Waveren-Matschke.
Vor den Sommerferien hat die Rudolf-Bembenneck-Gesamtschule (RBG), so der offizielle Name der Burgdorfer IGS, 178 Zehntklässler verabschiedet. 105 von ihnen haben den erweiterten Realschulabschluss erreicht, von denen wiederum rund 80 jetzt in die Oberstufe wechseln. Hinzu kommen 20 Schüler von anderen Schulen, vor allem von der Aurelia-Wald-Gesamtschule in Uetze, die über keine eigene Oberstufe verfügt. So beginnt der elfte Jahrgang jetzt mit rund 100 Schülern in vier Klassen.
Ihre Klassenräume befinden sich in den neuen Lerncontainern, die neben der ehemaligen Prinzhornschule Im Langen Mühlenfeld aufgebaut wurden. Zusätzlich werden sie auch einige Fachräume im derzeitigen Haupthaus der IGS, dem einstigen Realschulgebäude, auf der gegenüberliegenden Straßenseite nutzen. Der neue elfte Jahrgang wird sich noch bis zum Abitur mit dem Provisorium am jetzigen Standort arrangieren müssen. Wenn alles nach Zeitplan läuft, könnte der nächste Jahrgang zumindest in Klasse 13 schon den Neubau kennenlernen, der ein Stück weiter oben an der Straße Vor dem Celler Tor neben dem Feuerwehrhaus entsteht und 2024/25 in Betrieb gehen soll.
Und nicht nur die Raumsituation birgt Herausforderungen - die 100 Elftklässler lassen sich auch darauf ein, als Pioniere die neu gegründete Oberstufe zu durchlaufen. "Die Schüler aus diesem Jahrgang waren schon in der Unterstufe unsere 'Versuchskaninchen', weil sie die ersten waren, die als Fünftklässler an die neu gegründete IGS kamen", sagt van Waveren-Matschke mit einem Augenzwinkern. Auch jetzt könnten die Lehrer noch nicht auf Erfahrungen aus den Vorjahren zurückgreifen, die sie entsprechend an die Schüler weitergeben könnten. "Und die Jugendlichen haben keinen Jahrgang über sich, an dem sie sich orientieren können", so die Schulleiterin.
Damit möglichst von Anfang an alles weitgehend reibungslos läuft, hat die Schule schon vor einem Jahr nach den Sommerferien 2020 mit den Vorbereitungen für die Oberstufe begonnen. Dafür wurde ein Arbeitskreis gegründet, dem nicht nur die Fachbereichsleiter und künftigen Oberstufenlehrer, sondern auch Eltern- und Schülervertreter angehörten. Den Vorsitz hatte die didaktische Leiterin Peggy Richert. Es sei beispielsweise darum gegangen, sich mit den gesetzlichen Vorgaben, den unterschiedlichen Fächerkombinationen sowie den Lehrplänen und Prüfungsanforderungen vertraut zu machen und grundlegende Entscheidungen zu treffen.
Zum 1. August ist dann der Christoph Levers als Oberstufenkoordinator an die Rudolf-Bembenneck-Gesamtschule gekommen. Mit dieser Aufgabe ist der 37-jährige Deutsch- und Politiklehrer vertraut. Denn vor seinem Wechsel nach Burgdorf hatte er den gleichen Posten bereits rund vier Jahre an der IGS Langenhagen inne. An der RBG mkann er jetzt nicht an vorhandene Strukturen anknüpfen, sondern muss vieles ganz neu aufbauen.
Doch die Schule habe schon gute Vorarbeit geleistet. "Das Team hier war schon sehr umtriebig. Man merkt, dass sie nicht darauf gewartet haben, dass ich ankomme und dann alles regele. Sie haben schon ganz viel auf den Weg gebracht", lobt er. So hatte beispielsweise der RBG-Lehrer Malte Kling die Anmeldungen organisiert und bereits die neuen Klassen zusammengestellt. Deshalb sei die Schule jetzt bestens auf den Start der Oberstufe vorbereitet. Und Schulleiterin Saskia van Waveren-Matschke ergänzt: "Das wird im positiven Sinne noch mal eine unglaublich spannende Zeit, auf die wir uns alle freuen!"