IFB-Abschlussbericht zum Klimaschutz-Teilkonzept vorgestellt

Heike Böhmer und Dirk Fanslau-Görlitz (li.) von der IFB Hannover stellten im Rathaus II ihren Abschlussbericht zum Klimaschutz-Teilkonzept der Stadt Burgdorf vor. (Foto: Georg Bosse)

Kommunale Liegenschaften haben bei Energieeffizienz viel Luft nach oben

BURGDORF (gb). Erstmals hat sich die Stadt Burgdorf aktuelle Daten zum Energieverbrauch ihrer Liegenschaften liefern lassen. Damit beauftragt war das Institut für Bauforschung (IFB) Hannover. Dessen Geschäftsführerin „Leitung Forschung“, Dipl.-Ing. Heike Böhmer sowie Dipl.-Ing. Architekt „Leitung Beratung“ Dirk Fanslau-Görlitz, stellten am vergangenen Montag in der „Alten Villa“ (Rathaus II) ihre Untersuchungsergebnisse vor.
Dazu hatten die Auftragnehmer insgesamt 45 kommunale Gebäude unter die Lupe genommen. „Diese Recherche im Rahmen des Klimaschutz-Teilkonzepts der Stadt Burgdorf bietet Basismaterial für ein sinnvolles kommunales Gebäudemanagement, um durch priorisierte Sanierungsmaßnahmen den Energieverbrauch und die Betriebskosten nachhaltig zu senken“, beschrieb Bürgermeister Alfred Baxmann das Projektziel. Dabei gehöre Burgdorf zu den wenigen Gemeinwesen in Deutschland, die bislang Fördergelder aus der kommunalen Klimaschutzinitiative der Bundesregierung beantragt haben, begann Heike Böhmer ihre erläuternden Ausführungen. So teilen sich die Stadt und das Bundesumweltministerium die Erhebungskosten von insgesamt 65.000 Euro.
Die Mehrzahl der analysierten Bauwerke (27) wurden zwischen 1949 und 1978 errichtet, als es noch nicht um Energieeffizienz ging. Das zeigt sich überdeutlich bei den Schulen und dem Rathaus II, bei denen 63 Prozent der Energieverluste bei Transmissionen durch ungedämmte Außenwände, Dächer und Fenster entstehen. Handlungsbedarf besteht auch bei den Heizkesseln, die vor 1990 eingebaut wurden. „Bei Maßnahmen am historischen Rathaus I an der Marktstraße ist darüber hinaus der Denkmalschutz zu berücksichtigen“, so Heike Böhmer. Die Bestandsaufnahme zeigt in Abhängigkeit von Baualter, Instands- und Modernisierungszustand deutliche Potenziale zur Verbesserung der energetischen Qualität. Dabei richtet sich der Blick nicht nur auf Energieeffizienzeffekte, sondern auch auf die nachhaltige Schnittmenge aus Ökologie, Ökonomie und Soziales.
Das umfassende Zahlenwerk der IFB soll der städtischen Gebäudewirtschaft auch dazu dienen, für notwendige Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen eine Prioritätenliste aufzustellen. Hier steht die Gudrun-Pausewang-Grundschule (GPG) ganz oben. „Bei der Schule stehen nicht nur die energetische Betrachtung, sondern obendrein die erheblichen Mängel an der Bausubstanz im Vordergrund“, sagte Burgdorfs Gebäudemanager Jörg Lahmann.