"Ich will direkt ansprechbar sein"

Der FDP-Politiker Dirk Schwerdtfeger kandidiert bei der Bürgermeisterwahl am 26. Mai.

Der Sorgenser Ortsvorsteher Dirk Schwerdtfeger tritt für die FDP beim Bürgermeisterwahlkampf an

BURGDORF (fh). Nach langer Suche und ausgiebigem Casting schickt die Burgdorf FDP jetzt doch einen Kandidaten aus den eigenen Reihen ins Rennen um das Amt des Bürgermeisters. Auf ihrer jüngsten Mitgliederversammlung hat die Partei beschlossen, den Sorgenser Ortsvorsteher Dirk Schwerdtfeger für die Wahl am 26. Mai aufzustellen. "In Burgdorf erlebe ich gerade eine ausgeprägte politische Wechselstimmung. Ich will denjenigen eine Stimme geben, die Veränderung wollen", sagt der 56-jährige Immobilienkaufmann.
Schon im Frühjahr 2018, als die ersten Parteien ihre Anwärter für das Amt des Bürgermeisters bekanntgaben, hatte die Burgdorfer FDP angekündigt, diesmal mit einem eigene Kandidaten antreten zu wollen. "Schon damals habe ich versucht, Dirk Schwerdtfeger zu überzeugen. Aber aus familiären und politischen Gründen wollte er noch nicht fest zusagen", sagt der Vorsitzende des FDP-Ortsverbandes Mario Gawlik. Daraufhin habe er auch mit mehreren externen Bewerben gesprochen. "Doch den meisten fehlte die Verbindung zu Burgdorf. Wir haben gemerkt, dass wir jemanden brauchen, der in unserer Stadt verwurzelt ist und hierher passt", so Gawlik. Umso mehr freue es ihn, dass sich nun doch sein Wunschkandidat zur Wahl stelle.
Was den FDP-Kandidaten besonders auszeichne? "Wir brauchen jemanden, der menschelt und der integrieren kann. Beides hat Dirk Schwerdtfeger in Sorgensen bewiesen", so Gawlik. Als Bürgermeister könne er dazu beitragen, dass parteiübergreifend Entscheidungen getroffen würden, die für Burgdorf am besten seien. "Die politische Situation unter den Parteien im Burgdorfer Rat ist ziemlich festgefahren. Als Bürgermeister möchte ich dabei helfen, das wieder aufzuknoten", kündigt Schwerdtfeger an.
Und nicht nur die unterschiedlichen Parteien wolle er an einen Tisch bringen, sondern auch die Bürger stärker mit einbeziehen. "In Burgdorf sind viele mit der jahrelangen Politik nicht einverstanden und haben das Gefühl wenige Möglichkeiten zu haben, um mitzureden", so Schwerdtfeger. Als Bürgermeister wolle er deshalb regelmäßig Sprechstunden anbieten, um Kontakt zu den Bürgern zu halten. "Ich will direkt ansprechbar sein", so der FDP-Kandidat.
Im Vergleich zu einem externen Kandidaten bringe er noch einen weiteren Vorteil mit: "Ich bin in Burgdorf gut vernetzt und kenne auch viele Ansprechpartner sowohl bei der Stadtverwaltung als auch bei der Region Hannover schon durch meine ehrenamtliche Tätigkeit als Ortsvorsteher", sagt Schwerdtfeger.
Er ist verheiratet und hat einen Sohn. Viele Jahre lang hat er in Hannover gelebt und war dort bei der Deutschen Messe AG beschäftigt. Vor 20 Jahren ist er nach Schillerslage gezogen und hat wenig später dann ein Haus in Sorgensen gebaut. "Innerhalb kurzer Zeit bin ich immer mehr in den Orts reingewachsen", sagt er. Er begann sich bei den Sorgenser Schützen zu engagieren, deren Vorsitzender er heute ist. "Ich habe aber auch bald gemerkt, dass manche Dinge im Argen lagen und bin deshalb politisch aktiv geworden", so Schwerdtfeger. Kurzzeitig sei er in die CDU ein-, aber schon bald wieder ausgetreten und dann lange parteilos geblieben. 2011 wurde er zum ersten Mal zum Ortsvorsteher gewählt; bei der Kommunalwahl 2016 wurde er wenige Monate nach seinem Eintritt in die FDP im Amt bestätigt.
Er habe in Sorgensen viel bewirkt und wolle nun auch Burgdorf voranbringen. Inhaltlich habe für ihn die Wirtschaftsförderung eine hohe Priorität. "Wir müssen unbedingt mehr Unternehmen und Gewerbetreibende nach Burgdorf holen", so Schwerdtfeger. Aber auch für bezahlbaren Wohnraum wolle er sich einsetzen. "Um das zu erreichen, müssen wir vor allem mehr Neubaugebiete ausweisen, gerade auch in den Ortsteilen. Und in der Kernstadt müssen wir nachverdichten", betont der 56-Jährige.
Wichtig sei es ihm außerdem, dass sich Burgdorf bei Bau- und Infrastrukturprojekten wieder stärker an dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) und an dem Innenstadtkonzept (IK) orientiere und es weiterentwickele. "Sowohl für die Ortsteile als auch für die Kernstadt werden da viele Vorschläge gemacht, die einfach in der Schublade verschwunden sind. Die sollten wir wieder vor holen", fordert Schwerdtfeger.