Hochprozentiges und Politisches unter Eichen

Zur Tagesordnung gehörte zwischendurch auch ein „hochprozentiges“ Prosit. Foto: Georg Bosse

Traditionelle Otzer Ortsratssitzung auf dem Lindenbrink

OTZE (gb). Inmitten der Otzer Woche findet auf dem Lindenbrink seit über drei Jahrzehnten die traditionelle und unterhaltsame Ortsratssitzung unter den Eichen statt. So auch wieder am vergangenen Donnerstagabend zur 35. Auflage der beliebten „Kartoffelwoche“, zu der alle Otzer Vereine und Verbände ihre Gäste alljährlich einladen.
Als sich der Otzer Ortsrat, Andreas Meyer und Joachim Höfner (beide: CDU) sowie Nele Degener und Karl-Heinz Dralle (beide: SPD), zu Füßen des Denkmals für die Gefallenen 1813 – 1913 und um den Stein zur „Erinnerung an die Partnerschaftsübernahme mit der Stabskompanie Hannover 1974“ herum niedergelassen hatten, eröffnete Ortsbürgermeisterin Ulla Träger die Open air-Sitzung. Dem gleichfalls anwesenden Burgdorfer Bürgermeister Alfred Baxmann, hatte es tags zuvor wie „aus heiterem Himmel“ die Stimme verschlagen, was bei seinen kratzig-heiseren Anmerkungen unüberhörbar wurde. Deutlich zu verstehen war allerdings seine Einlassung, dass seine Amtszeit nach den Bürgermeisterwahlen 2019 erst am 1. Oktober kommenden Jahres endet: „Meine Anwesenheit heute war noch nicht das letzte Mal.“
Die Tagesordnung, die von Ulla Träger zwischendurch mit einem fröhlichen „Prosit“ unterbrochen wurde, hatte sich unter anderem mit Geschwindigkeitsmessungen an der Burgdorfer Straße und mit der Friedhofsentwicklungsplanung der Burgdorfer Friedhöfe, mit dem Aufstellen eines Bebauungsplans für Otze sowie mit der Zwischenlösung „Unterbringung“ während der baulichen Erweiterungsmaßnahmen für Grundschule und Kita zu beschäftigen. Erfreulich sei, dass die Weferlingser, Dachtmisser und Sorgenser Grundschulkinder ab dem 7. Januar 2019 mit einer neuen, öffentlichen RegioBus-Linie direkt nach Otze zur Schule gebracht werden, so deren Leiterin Karen Lindner. Die Nutzer der Kita und der Schule müssen als Interimslösung während der Bauarbeiten voraussichtlich in Containern unterbracht werden. „Die Kostenschätzungen auf Mietbasis belaufen sich für die Kita auf 192.000 Euro und für die Schule auf 245.000 Euro“, berichtete Ulrike Debes für die Stadtverwaltung. Zur weiteren Entwicklung des geforderten Spielplatzes im Otzer Neubaugebiet sagte Ulla Träger: „Die Baugenehmigung liegt jetzt vor. Wir hoffen nun, dass der Platz Ende 2019 von den Kindern bespielt werden kann.“
Auf der ehemaligen Hofstelle Raupers sollen neue Wohneinheiten entstehen. Weil aber bislang noch kein Konzept vorliegt, könne der Ortsrat dazu noch keine Stellung nehmen, erklärte die Ortsbürgermeisterin. Auf den Ausgang der Friedhofsentwicklungsplanung für Otze muss ebenfalls noch ein wenig gewartet werden. „Bis Ende Februar 2019 werden Ergebnisse vorliegen und dann vorgestellt“, so Ulla Träger.
Die Otzer Bürger entrüsten sich schon seit längerer Zeit über die Raser auf der Burgdorfer Straße ortsausgängig in Richtung Eisenbahnbrücke. Weil hier schon häufig Katzen Opfer von überhöhter Geschwindigkeit wurden, sollen diesbezügliche Messungen für Verkehrsberuhigung sorgen. Angesichts der Tatsache, dass die städtische Verkehrsbehörde aufgelöst wird, müssten diese Messungen an die Region weitergegeben werden. „Aber vorher können wir es noch selbst tun“, betonte Baxmann.
Der anschließende Dorfabend mit Tanz und Grillspezialitäten auf dem Lindenbrink wurde von den Jazz-Dance-Damen des SV Hertha Otze und von den Gassenhauer des Kult-Trios aus Gifhorn, „Scotland & Yard“, gestaltet.