Hilfe für die Mehlschwalben

Am Haus der Familie Steinecke in Otze sind die selbstgebauten Nester der Mehlschwalben immer wieder abgefallen. Kurz nach Anbringung der Kunstnester wurden diese bezogen. (Foto: Nabu)

Nabu hat insgesamt 95 Doppel- und Dreiernester verschenkt

Burgdorf/Uetze (r/fh). In diesem Frühjahr standen den Mehlschwalben in Burgdorf, Lehrte und Uetze gleich 95 neue Doppel- und Dreiernester zur Verfügung. Denn mit seiner Hilfsaktion hat der örtliche Nabu offensichtlich einen Nerv getroffen. Im März hatte er bekannt gegeben, Nisthilfen an interessierte Bürger zu verschenken, mit der Bitte, sie an geeigneten Stellen an ihren Häuserfassaden anzubringen.
Daraufhin erhielt der Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze rund 320 Anfragen. Die Naturschützer prüften sie im Sinne der Mehlschwalben ganz genau und wählten schließlich die Bewerber aus, bei denen die Voraussetzungen für die Vögel besonders vielversprechend waren. Insgesamt wurden 95 Doppel- und Dreiernester verteilt. „Mit so einem Zuspruch hatten wir nicht gerechnet. Wir mussten sogar noch mal nachbestellen“, sagt Pressesprecherin Margret Schäfer.
Die Mehlschwalben bräuchten Unterstützung, weil es immer weniger lehmhaltige Böden gebe, die Nistmaterial liefern könnten und auch an geeigneten Fassaden fehle es zusehends. Deshalb fänden ihre selbstgebauten Nester oft keinen Halt. Einige Bürger würden sie außerdem nicht dulden und einfach abschlagen. „Viele wissen gar nicht, dass das Entfernen von Schwalbennestern verboten ist“, sagt Schäfer. Und auch das Insektensterben und die Flächenversiegelung mache den Vögeln zu schaffen. Deshalb seien die Mehlschwalben in ihrem Bestand rückläufig.
Aufgrund der vielen Anfragen hatte Dagmar Hartmann, Ansprechpartnerin für Schwalben- und Mauerseglerschutz beim Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze, in den zurückliegenden Monaten unerwartet viel zu tun. „Es macht Spaß, mit Menschen in Kontakt zu treten, die sich für diese Tiere interessieren und einsetzen. Ich habe viele neue Verbindungen herstellen können, die mir bei meiner weiteren Arbeit helfen werden“, sagt sie. Es sei wichtig, dass die Mehlschwalben an geeigneten Brutplätzen wieder Kolonien bilden könnten. „Denn im Verbund sind sie wehrhafter gegen Nesträuber und haben dadurch bessere Überlebens­chancen“, so Hartmann.